Darts-WM, Finale

Anderson verteidigt seinen Titel

Sonntag, 03.01.2016 | 22:02 Uhr
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Gary Anderson hat im Ally Pally in einem nervenaufreibenden Finale gegen Adrian Lewis seinen Titel verteidigt. Der Schotte ist zum zweiten Mal Darts-Weltmeister und erhält neben der Sid Waddell Trophy ein Rekordpreisgeld von 300.000 Pfund (rund 400.000 Euro). Durch seinen zweiten Platz bekommt Lewis nicht nur 150.000 Pfund (rund 200.000 Euro), sondern rückt in der Order of Merit hinter MVG und Anderson auf Rang drei vor.

Gary Anderson (SCO/2) - Adrian Lewis (ENG/5) 7:5 (1:3, 3:0, 3:1, 2:3, 2:3, 3:1, 3:1, 3:0, 0:3, 3:0, 0:3, 3:1)

Der neue und alte Weltmeister heißt Gary Anderson! In einem nervenaufreibenden Finale mit vielen Breaks setzte sich The Flying Scotsman mit einem 99er Average und einer Checkout-Quote von 43 Prozent die Krone auf. Entscheidend war dabei einerseits eine Serie von drei Satzgewinnen, bei denen Lewis zahlreiche Chancen liegen ließ und Anderson die Partie drehte, andererseits ein Maximum-Finish zum bestmöglichen Zeitpunkt.

"Ich weiß nicht, was heute passiert ist. Ich habe gut gespielt, aber auch Phasen gehabt, die nicht gut waren. Ich weiß jetzt, wie sich Taylor und Lewis fühlen. Zwölf Monate bin ich jetzt auf jeden Fall noch Weltmeister", sagte Anderson nach der Partie.

Dabei kam der Schotte nur sehr schleppend in die Partie und gab den ersten Durchgang mit einem 79er Average sehr deutlich ab. Umso stärker agierte der 45-Jährige in Satz zwei, den er unter anderem mit zwei Elf-Dartern sauber eintütete.

Doch dann begann das muntere Break-Festival: Erst holte sich Anderson erstmals einen fremden Durchgang, nur um diesen Vorteil im nächsten Satz direkt wieder herzuschenken. Zudem verrechnete sich Anderson wie bereits schon im Halbfinale und warf statt auf die Doppel-Sechs auf das Madhouse. Allerdings wurde in diesem Durchgang ein neuer Meilenstein erreicht: Lewis zauberte das 626. Maximum des Turniers aufs Board und sorgte so für einen Rekord.

Der Weltmeister zeigte seine Klasse

Anderson ließ sich auch von diesem Highlight nicht anstecken: Immer wieder setzte er den ersten Dart ins Nirvana. So bettelte er den Jackpot im Decider förmlich an, sich dieses Leg zu schnappen - und Lewis gehorchte. Auch im nächsten, dem fünften Satz, war noch der Wurm drin und so musste nach zwei Breaks die Entscheidung im Decider folgen: In diesem rannte Lewis zu Beginn mit einem Maximum davon und brachte die erneute Führung unter Dach und Fach.

Wie würde der Flying Scotsman auf diese empfindlichen Rückschläge reagieren? Wie ein wahrer Champion. Er behielt kühlen Kopf, holte sich sein Break zurück und löschte 86 mit Bull zum Ausgleich nach sechs Durchgängen. Mit diesem Aufwind im Rücken stabilisierte sich Anderson, wobei er die Tür mehrmals offen ließ.

170er Finish zum besten Zeitpunkt

Aber der Jackpot, der durchschnittlich 100 Punkte pro Aufnahme produzierte und 38 Prozent seiner Chancen auf das Doppel verwandelte, hatte kein Gespür für die richtigen Momente: So vergab die Nummer fünf der Order of Merit im siebten Durchgang nicht nur im dritten Leg zwei Chancen auf Tops, sondern vernichtete im vierten Leg auch 36 Punkte nicht mit drei frischen Pfeilen in der Hand. Dann wurde es wahrlich kurios: Erneut verrechnete sich Anderson und überwarf sich bei 86 Rest. Aber wieder war der Engländer nicht da - so kann man den Weltmeister nicht stürzen.

Doch der 30-Jährige bekam nach drei Satzverlusten am Stück endlich den Stopper in Andersons Run, indem er den nächsten Durchgang mit einem 121 ins Ziel brachte. Aber der Vorteil blieb klar beim Schotten: Er musste "nur" noch seine eigenen Sätze gewinnen.

So war der leichtfertig abgegebene elfte Satz für Anderson zu verkraften. Wichtig wurde der zwölfte Durchgang, bei dem der Flying Scotsman nochmal ein Ausrufezeichen setzte, indem er das dritte Leg mit einem 170er Finish beendete. Mit seinem zweiten Matchdart machte er dann den Deckel drauf. Anderson ist nach Phil Taylor und Finalgegner Lewis erst der dritte Spieler, der den WM-Titel der PDC verteidigen konnte.

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