Montag, 05.01.2015

Gary Anderson ist Darts-Weltmeister

The Landing Scotsman

In einem irren Finale gegen Phil Taylor krönt sich Gary Anderson erstmals zum Weltmeister. Der Jubel des Flying Scotsman fällt verhalten aus, er kann es alles noch gar nicht fassen. Auch die Enttäuschung von The Power hält sich in Grenzen. Lediglich grausame Fehler auf die Doppelfelder nerven den Rekordchampion.

Gary Anderson krönte sich gegen Phil Taylor erstmals zum Weltmeister
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Gary Anderson krönte sich gegen Phil Taylor erstmals zum Weltmeister

Matchdarts auf die Doppel-12? Treffer! Die schottischen Fans im mit 3000 Zuschauern ausverkauften Alexandra Palace flippten aus, bei Andersons Frau Rachel kullerten die Freudentränen über die Wangen.

Und wie reagierte der Flying Scotsman? In etwa so, als habe er gerade ein x-beliebiges Wald- und Wiesen-Turnier im Hinterzimmer einer britischen Vorstadtkneipe gewonnen. Der 44-Jährige drehte sich zum Publikum um, streckte verhalten, geradezu cool die Hände nach oben und genehmigte sich erst einmal einen großen Schluck Wasser.

So feiert also ein Weltmeister. Einer, der eben in einem der besten und dramatischsten Finals der WM-Geschichte Phil Taylor mit 7:6 bezwungen hat. Einer, der zuvor im Halbfinale Titelverteidiger Michael van Gerwen ausgeschaltet hatte. Einer, der sich in den elitären Kreis der PDC-Champions Taylor, van Gerwen, Dennis Priestley, Raymond van Barneveld, John Part und Adrian Lewis katapultierte. Einer, der mal eben um rund 320.000 Euro reicher geworden ist.

Die legendärsten WM-Finals aller Zeiten: Circus HalliGalli

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Andersons Weg aus der Lebenskrise

"Es wird wohl eine Weile dauern, um das alles zu begreifen. Das muss ich erst mal sacken lassen", sagte Anderson, nachdem er Minuten später die nach einem legendären Fernsehkommentator ("The Voice of Darts") benannte Sid-Waddell-Trophy entgegen genommen hatte.

Vielleicht dachte er einfach nur an die vergangenen Jahre, an den steinigen Weg, den er meistern musste, um endlich auf den Thron zu gelangen. 2011 hatte Anderson schon einmal das WM-Finale erreicht, damals unterlag er Jackpot Lewis.

In der Zeit danach starben Andersons Bruder und sein Vater, der Flying Scotsman fiel in ein Loch und verlor die Lust daran, mit Pfeilen auf eine Scheibe zu werfen. Er rutsche in der Weltrangliste immer weiter ab. Es dauerte seine Zeit, bis das Feuer wieder entfacht wurde.

Nun stand er im Ally Pally im Konfettiregen. Er sagte kaum etwas - da schnappte sich Taylor das Mikrofon. "Gary hat es gut gemacht, er ist ein hervorragender Spieler und er hat es verdient. Einfach großartig", meinte The Power. Erst jetzt, nachdem der Godfather of Darts seine Glückwünsche ausgesprochen hatte, zeigte Anderson eine emotionalere Regung. Seine Augen wurden glasig.

Eine absolute Weltklasse-Vorstellung

Die besten Bilder der Darts-WM
WELTMEISTER! Gary Anderson krönte sich im Ally Pally zum König der Pfeile 2015
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Zur Belohnung gab es ein Küsschen von seiner Herzdame Rachel
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In einem unheimlich engen Finale lieferten sich Gary Anderson und Phil Taylor einen packenden Kampf
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"Mit Köpfchen wird das gemacht" - der Weltmeister erklärt uns sein Erfolgsgeheimnis
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Schrill, schriller, Darts-WM: Ob Familie Feuerstein im Publikum...
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...oder die Spieler wie Gary Anderson und Peter Wright selbst - verrückt!
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Hier spielt die Musik und ich gebe den Ton an! Michael van Gerwen warf sich unaufhaltsam ins WM-Halbfinale
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Ohne die enthusiastischen Fans im Ally Pally wäre auch die Darts-WM 2014/15 nur halb so gut - Diese beiden Kollegen blickten wortwörtlich ins Bull's Eye
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Für die sportlichen Highlights sorgen aber immer noch die Spieler - Zum Beispiel Raymond "The Man" van Barneveld, der im Viertelfinale auf Stephen Bunting trifft
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Im Ally Pally gab es schon "prominenten" Besuch: Englands Cricket-Kapitän Alastair Cook trat zu einem Showmatch gegen Teamkollege James Anderson an
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Auch Tottenham-Star Andros Townsend sucht im Ally Pally nach einem Sitzplatz
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Für wen das noch nicht Einheizung genug war, der kam spätestens beim Auftritt der Tänzerinnen auf seine Kosten - leicht bekleidet versteht sich
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Wooohoo! Der Anblick gefällt offenbar auch Prinz Harry, der es sich nicht nehmen lässt, persönlich im Ally Pally vorbeizuschauen
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Drama, Girls und Beer sind ohnehin nicht wegzudenken: Schon zum Auftakt der Darts-WM war alles geboten. Um es nach Nelly zu sagen: "It's getting hot in here!"
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Ein typischer Mighty Mike: Im einen Moment lacht er noch ganz verschmitzt...
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Ein typischer Mighty Mike: Im einen Moment lacht er noch ganz verschmitzt...
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...und BAAAAAAAAAAAAM! Im nächsten schmettert MVG erst seine Darts an die Scheibe und boxt sich dann den Weg frei
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Die Fans danken's der Eins der Welt: ONNNEEE HUNNDDREEEEEEEEEEED AND EIGHTYYYYYYYYYYYYY
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Nur einer schafft es, im Ally Pally gegen die gute Stimmung anzukommen: Die Getränkeauswahl ist aber auch ein Witz!
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"Ach was soll's, dann hau ich halt die 13 der Setzliste raus" denkt sich Qualifikant Cristo Reyes und besiegt Wes "The Warrior" Newton
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Auch Sascha Stein genoss die Atmosphäre sichtlich und setzte sich in Runde eins durch
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Auch Sascha Stein genoss die Atmosphäre sichtlich und setzte sich in Runde eins durch
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Jyhan Artut hatte zwar keine Chance, jedoch vor allem beim Einmarsch auch seinen Spaß
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Als Peter Wright sich auf den Weg machte, kochte die gesamte Halle - wie sollte es auch anders sein
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Als Peter Wright sich auf den Weg machte, kochte die gesamte Halle - wie sollte es auch anders sein
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Weihnachtszeit, Weihnachtszeit...: Mit einem ausgefallenen Outfit trat der Engländer Stuart Kellett gegen Sascha Stein an
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Für die Fans war das natürlich keine ernstzunehmende Konkurrenz - In den unterschiedlichsten Outfits ging es zum Event: Als Straßenhütchen...
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...als Wegweiser im schrillen Hühner-Outfit...
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...als verkappter Superheld im Morphsuit...
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...oder im attraktiven Kroko-Kostüm
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...oder im attraktiven Kroko-Kostüm
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Die Spieler bekamen diese Kreativität nur am Rande mit - Dean Winstanley freute sich lieber über seinen 3:2-Sieg gegen Wayne Jones...
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...und genoss dabei weihnachtliche Unterstützung von den Rängen
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SENSATION!!! Max Hopp schaltete Mervyn King aus
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Da half dem King auch sein cooles Logo nicht
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Hat da jemand "Popo" gesagt? - Wie dem auch sei, die Fans haben immer ihren Spaß, egal in welchem Outfit
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Hat da jemand "Popo" gesagt? - Wie dem auch sei, die Fans haben immer ihren Spaß, egal in welchem Outfit
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Auch diese Gruppe ist bestens vorbereitet - Darts-WM bedeutet Paaaaarty!
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Jaaaaaweeeeel - Benito van de Pas schickt die Nummer acht Chizzy Chismann nach Hause
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Jaaaaaweeeeel - Benito van de Pas schickt die Nummer acht Chizzy Chismann nach Hause
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Wie sich Herr Wright hier rechts anständig konzentrieren kann, das muss er uns erst noch erklären...
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Wie sich Herr Wright hier rechts anständig konzentrieren kann, das muss er uns erst noch erklären...
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Ein großes "Schade", aber Anerkennung von der Nummer 1 - Sascha "Stoiner" Stein muss sich Mighty Mike geschlagen geben
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Ein großes "Schade", aber Anerkennung von der Nummer 1 - Sascha "Stoiner" Stein muss sich Mighty Mike geschlagen geben
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Der vierfache Phil "The Power" Taylor
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Der vierfache Phil "The Power" Taylor
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Auf eine Stufe mit Taylor wollte sich der in den Scottish Borders geborene Anderson allerdings nicht stellen lassen. Es war ihm wichtig, das klarzustellen. "Phil ist der Beste und er wird immer der Beste bleiben. Das wird auch in 100 Jahren noch so sein", erklärte die Nummer drei der Welt.

Sympathisch bodenständig, dieser Gary Anderson. Aber Ehre, wem Ehre gebührt. Der Premier-League-Darts-Champion von 2011 zeigte während der gesamten WM, speziell aber im Finale, eine absolute Weltklasse-Vorstellung.

Andersons erster WM-Titel im RE-LIVE

19 Mal die 180 (insgesamt 64 180er, was ein neuer WM-Rekord bedeutet), gut auf die Doppelfelder (39,39 Prozent) und durch nichts aus der Bahn zu werfen. Mit 3:1-Sätzen lag Anderson vorne, ehe Taylor mit einem 9:1-Legs-Lauf das Match drehte.

Völlig verrückter neunter Satz

Im achten Satz hatte Taylor (Average 100,69) die große Chance, auf 5:3 zu stellen. Es wäre womöglich die Entscheidung gewesen. Doch der Engländer verpasste drei Darts in Folge auf die Doppel-12, Anderson bestrafte diese Nachlässigkeit eiskalt und glich aus.

Noch verrückter wurde es im neunten Durchgang. Anderson (Average 97,68) eröffnete und feuerte mit seinem dritten Versuch alle seine Pfeile aus der Scheibe - No-Score. Anschließend wurde der Schotte durch zwei Pfiffe eines Zuschauers aus dem Konzept gebracht, Taylor führte mit 2:0-Legs. Mit einer unfassbaren Nervenstärke schlug Anderson zurück und holte sich den Satz noch.

Er erhöhte auf 6:4 und gab beim Gang von der Bühne in die Pause seiner Frau das klare Zeichen, dass er es nun zu Ende bringen werde. Entschlossenheit pur! Es kam anders: Taylor hatte die passende Antwort und kämpfte sich erneut zurück. 6:6 - erstmals seit 2007 ging wieder ein WM-Finale in den alles entscheidenden 13. Satz.

"Als Phil zurückkam und die beiden Sätze zum 6:6 gewann, dachte ich, dass es das war. Er hat hier schon so oft gespielt und weiß, wie man mit solchen Situationen umgeht. Aber ich bin stark rausgekommen", sagte Anderson: "Phil und ich haben uns in den letzten Jahren immer wieder duelliert. Er hat viel gewonnen, aber heute war es mein Sieg." Mit 3:0 machte er alles klar.

Taylors grausame Doppelquote

Andersons Jubel fiel wie beschrieben verhalten aus. Auch Taylors Enttäuschung hielt sich in Grenzen. Bei der 22. PDC-WM stand der 54-Jährige zum 18. Mal im Finale. 14 Mal schnappte er sich dabei den Titel. Taylor hat allen bewiesen, dass er noch immer das Zeug hat, den 17. Streich zu schaffen. Auch wenn es in Zukunft aufgrund seines Alters und der immer stärker werdenden Konkurrenz nicht einfacher werden dürfte.

"Ich bin zufrieden, dass ich das Finale erreicht habe. Ich habe eine gute WM gespielt", so Taylor. Gegen Anderson nutzte die Nummer zwei der Welt nur die Möglichkeiten nicht konsequent aus.

Die Doppelquote von 32,93 Prozent ist für einen Spieler vom Kaliber Taylors äußerst mäßig. "Die Fehler auf die Doppel-8 und Doppel-16 waren das größte Problem", analysierte The Power: "Um ehrlich zu sein: Es war teilweise grausam." Kurioserweise wurde so ausgerechnet Andersons altes Problem, die Würfe auf die Doppelfelder, zu Taylors Schwäche.

Teilnehmerfeld für Premier League steht fest

WM nicht mehr im Ally Pally?

Werden wir Taylor, der für seinen zweiten Rang immerhin noch gut 150.000 Euro kassierte, noch einmal in einem WM-Finale sehen? Auszuschließen ist das nicht. Genauso wenig wie die Möglichkeit, dass es eines der letzten WM-Finals im Ally Pally überhaupt war.

PDC-Boss Barry Hearn bestätigte nämlich Überlegungen, in Zukunft in eine größere Halle zu wechseln, um dem steigenden Zuspruch der Zuschauer gerecht zu werden. Allerdings ist sich Hearn der Bedeutung des Ally Pally für den Dartssport bewusst. Mit dem Finale zwischen Anderson und Taylor kam ein legendäres Kapitel hinzu.

Wer übrigens dachte, der Flying Scotsman würde wenigstens im Nachhinein die Puppen tanzen lassen, täuschte sich gewaltig. "Viel gefeiert wird nicht. Ich werde jetzt meinen Kaffee trinken und dann schnell nach Hause. Schließlich will ich zu meinem kleinen Jungen, den habe ich seit Weihnachten nicht mehr gesehen", sagte Anderson bei "Sport1".

Felix Götz

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Felix Götz(Redaktion)

Felix Götz, Jahrgang 1982, kehrte nach einjährigem Zwischenstopp bei Sport1 im März 2013 zurück zu SPOX, wo er bereits zuvor sein Volontariat absolvierte. Geboren und aufgewachsen in Ehingen an der Donau, studierte er in Freiburg an der Pädagogischen Hochschule, ehe es ihn 2008 nach München zog. Aktuell kümmert er sich als verantwortlicher Redakteur um den Sportsbereich mit dem Schwerpunkt Handball, die NFL und die Newsredaktion bei Perform Deutschland. Für SPOX berichtete Götz unter anderem von der Handball-WM in Katar, der Handball-EM in Polen und den Olympischen Spielen in Rio.

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