Freitag, 26.12.2014

Erfolgreiche deutsche WM-Teilnehmer

"Königsmörder" und Außenseiter

Die Feiertage genoss Max Hopp in Deutschland - und wie. Mit seinem Überraschungssieg in der ersten Runde der Darts-Weltmeisterschaft hatte sich der 18-Jährige sein schönstes Weihnachtsgeschenk selbst beschert. 28 Kilo leichter als im Vorjahr siegte der "Maximiser" 3:2 gegen den Weltranglisten-Zehnten Mervyn King und trifft am Montag (ab 19.30 Uhr im LIVE-TICKER) auf den Niederländer Vincent van der Voort.

Max Hopp (l.) besiegte in der ersten Runde Mervyn King
© getty
Max Hopp (l.) besiegte in der ersten Runde Mervyn King

"Das ist der größte Erfolg meiner bisherigen Karriere", hatte Hopp direkt nach dem Spiel gesagt. Anders als in den vergangenen beiden Jahren, als der hochgelobte Teenie die großen Erwartungen nicht erfüllen konnte, wirkte der Idsteiner gegen King gereift, gelassen und fokussiert. Dass seine Freundin ihm im Adventskalender die Prophezeiung "Heute wirst du den König stürzen" machte - ein weiterer Baustein.

Nach dem Überraschungserfolg von Sascha "Stoiner" Stein gegen Stuart Kellet (England) am vergangenen Samstag stehen beim wichtigsten Darts-Turnier der Welt erstmals zwei deutsche Spieler in der zweiten Runde. Ein Meilenstein für den Sport im international zurückhängenden Deutschland - und für Hopp auch Grund zur Hoffnung auf Besserung: "Das ist toll. Vielleicht gibt das dem Dart-Sport in Deutschland einen Schub."

Hopp gegen den Weltranglistenersten

Zumindest ist die Medien-Präsenz bereits gestiegen. Denn wenn der Heppenheimer Stein am Samstag (ab 21.40/Sport1) auf den weltweit wohl besten Spieler Michael van Gerwen aus den Niederlanden trifft, ist das die allergrößte Bühne, die es gibt. "Ich habe keinen Druck", sagte Stein dem Mannheimer Morgen (Samstag-Ausgabe): "Michael van Gerwen ist der Weltmeister und Titelverteidiger, er muss gewinnen." Nach seinem Sieg gegen Kellet hatte Stein "so viele Kommentare bei Facebook, die konnte ich gar nicht alle lesen. Da fühlt man sich schon ein bisschen prominent."

Die 3000 zumeist britischen Zuschauer im liebevoll "Ally Pally" genannten Alexandra Palace in London feuern freude- und biertrunken gerne auch mal den Außenseiter an - zumal van Gerwen dem nächsten Sieg des Commonwealth-Regenten und Rekord-Weltmeister Phil Taylor am ehesten im Weg steht. "Es ist der Wahnsinn, was im Ally Pally abgeht", sagte Stein: "Eine Gänsehaut ist programmiert."

"Viel Wert auf Fitness gelegt"

Für den ganz großen Sieg wird es bei Stein und auch bei Hopp wohl noch nicht reichen, eine erste beachtliche Duftmarke haben sie aber gesetzt. Hopps zehn Durchgänge mit dem Maximum von 180 Punkten waren die Erstrunden-Bestmarke, ein Punkte-Durchschnitt von fast 100 mehr als solide.

So kann der erschlankte "Maximiser" auch gegen den Niederländer van der Voort bestehen. "Ich habe viel Wert auf Fitness und mentale Stärke gelegt, das hat sich ausgezahlt", sagt der Younster, der jetzt jedes Spiel "wie ein Finale" angehen will. Und vielleicht verlängern sich die Feiertage für Hopp ja bis ins neue Jahr.


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