Sonntag, 20.11.2016

Boxen: Andre Ward besiegt Sergey Kovalev knapp nach Punkten

Umstrittener Punktsieg: Ward neuer Weltmeister

Andre Ward (31-0, 15 KOs) hat sich mit einem Sieg gegen Sergey Kovalev (30-1-1, 26 KOs) zum dreifachen Weltmeister im Halbschwergewicht gekrönt. Der US-Amerikaner nahm dem bisherigen Titelträger der Verbände WBA, IBF und WBO die Gürtel nach knapper Entscheidung der Punktrichter ab.

Alle drei Offiziellen werteten den Kampf vor 13.310 Zuschauern in der T-Mobile Arena von Las Vegas 114:113 für Ward. Die Entscheidung war umstritten. Kovalev schien auf dem Weg zum Punktsieg, nachdem Ward schon in der zweiten Runde einen Niederschlag eingesteckt hatte und mehrmals wackelig auf den Beinen wirkte.

"Es ist die falsche Entscheidung. Ich will meine Meinung gar nicht sagen", erklärte Kovalev anschließend: "Die Zeugen sind hier. Sie haben es gesehen! Es ist mein Job. Es war der Fight meines Lebens. Ich bin enttäuscht von der Entscheidung der Punktrichter."

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Zwar erklärte Kovalev, dass Ward einige Runden für sich entschieden habe, insgesamt sah er sich jedoch vorn. "Ich habe die Kontrolle behalten. Ich habe im ganzen Kampf vielleicht drei Runden abgegeben", sagte er und sah den Grund für die Niederlage im Austragungsort: "Es sind die USA und alle Punktrichter sind aus den USA. Es ist ein Sport. Man sollte keine Politik draus machen. Es ist Sport und ich habe den Kampf gewonnen."

Entscheidung in der letzten Runde

Hätten Punktrichter John McKaie und Glenn Trowbridge die letzte Runde seiner neunten Titelverteidigung für Kovalev gewertet, hätte der bisherige Titelträger seine Gürtel nach Split Decision behalten. Burt Clemens wertete die finale Runde zwar für den Russen, auf seinem Punktzettel hatte Ward aber schon zuvor einen Vorsprung.

Der neue Champion freute sich unterdessen über seinen Erfolg. "Wir haben es geschafft, Baby", rief er, als er die Titel übergeben bekam: "Surreal. Das war unser Ziel. Ich bin fünffacher Weltmeister in zwei verschiedenen Gewichtsklassen. Klingt gut: 'der neue Weltmeister im Halbschwergewicht'. Das war mein wichtigster und befriedigendster Sieg."

Sergey Kovalev vs. Andre Ward: Krusher gegen S.O.G.
Am 19. November kommt es in der T-Mobile Arena zum Kracher zwischen Sergey Kovalev und Andre Ward. Auf dem Spiel stehen nicht nur die Titel der WBA, WBO und IBF im Halbschwergewicht, sondern auch jede Menge Prestige. SPOX wirft einen Blick auf beide Boxer
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Am 19. November kommt es in der T-Mobile Arena zum Kracher zwischen Sergey Kovalev und Andre Ward. Auf dem Spiel stehen nicht nur die Titel der WBA, WBO und IBF im Halbschwergewicht, sondern auch jede Menge Prestige. SPOX wirft einen Blick auf beide Boxer
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ZAHLEN: Kovalev hat 30 Siege (26 K.o.) vorzuweisen, Ward ebenfalls (15). Beide sind ungeschlagen. Der Russe ist 183 cm groß und hat eine Reichweite von 184 cm, bei Ward sind es 183 und 180 cm. Beide wiegen 175 Pfund. Ward ist 32, Kovalev 33 Jahre alt
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ZAHLEN: Kovalev hat 30 Siege (26 K.o.) vorzuweisen, Ward ebenfalls (15). Beide sind ungeschlagen. Der Russe ist 183 cm groß und hat eine Reichweite von 184 cm, bei Ward sind es 183 und 180 cm. Beide wiegen 175 Pfund. Ward ist 32, Kovalev 33 Jahre alt
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BOXERISCHE FÄHIGKEITEN: Kovalev agiert methodisch, nutzt vor allem das Wissen über seine Power und die Angst seiner Gegnern vor selbiger aus, um sich im Kampf in vorteilhafte Positionen zu bringen. Der Russe kann variieren und Duelle somit diktieren
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BOXERISCHE FÄHIGKEITEN: Kovalev agiert methodisch, nutzt vor allem das Wissen über seine Power und die Angst seiner Gegnern vor selbiger aus, um sich im Kampf in vorteilhafte Positionen zu bringen. Der Russe kann variieren und Duelle somit diktieren
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Es gibt wohl keinen Boxer, der über die technischen Fähigkeiten Wards verfügt. Der US-Amerikaner hat zudem einen unvergleichlichen Ring-IQ und kann mehrere Schritte im Voraus bedenken. Ein weiterer Pluspunkt ist die Anpassungsfähigkeit des Herausforderers
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Es gibt wohl keinen Boxer, der über die technischen Fähigkeiten Wards verfügt. Der US-Amerikaner hat zudem einen unvergleichlichen Ring-IQ und kann mehrere Schritte im Voraus bedenken. Ein weiterer Pluspunkt ist die Anpassungsfähigkeit des Herausforderers
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FAZIT: Ward ist im direkten Vergleich technisch gesehen der bessere Boxer. Seine Fähigkeiten sind schlichtweg nicht antrainierbar. Allerdings hat sich auch Kovalev weiterentwickelt. Die boxerischen Fähigkeiten des Russen werden gerne etwas unterschätzt
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FAZIT: Ward ist im direkten Vergleich technisch gesehen der bessere Boxer. Seine Fähigkeiten sind schlichtweg nicht antrainierbar. Allerdings hat sich auch Kovalev weiterentwickelt. Die boxerischen Fähigkeiten des Russen werden gerne etwas unterschätzt
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POWER: Kovalev trägt den Spitznamen "Krusher" nicht umsonst. Wo der Russe hin schlägt, wächst kein Gras mehr. Auch die Körpertreffer der Knockout-Maschine können jederzeit das Kampfende bedeuten. Bernard Hopkins attestierte ihm den härtesten Punch
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POWER: Kovalev trägt den Spitznamen "Krusher" nicht umsonst. Wo der Russe hin schlägt, wächst kein Gras mehr. Auch die Körpertreffer der Knockout-Maschine können jederzeit das Kampfende bedeuten. Bernard Hopkins attestierte ihm den härtesten Punch
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Ward kann in diesem Bereich nicht mithalten. Der US-Amerikaner kann harte Treffer setzen, kommt bei der Power allerdings nicht ansatzweise an Kovalev heran. Von 30 Siegen feierte Ward nur 15 via Knockout. Seine Stärken liegen in anderen Bereichen
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Ward kann in diesem Bereich nicht mithalten. Der US-Amerikaner kann harte Treffer setzen, kommt bei der Power allerdings nicht ansatzweise an Kovalev heran. Von 30 Siegen feierte Ward nur 15 via Knockout. Seine Stärken liegen in anderen Bereichen
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FAZIT: In Sachen Power hat Kovalev klar die Nase vorn. Der Russe ist mit seiner schieren Schlagkraft einer der furchteinflössendsten Boxer und kann jeden Gegner ausknocken. Selbst mit seinem brutal harten Jab kann er Duelle beenden
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FAZIT: In Sachen Power hat Kovalev klar die Nase vorn. Der Russe ist mit seiner schieren Schlagkraft einer der furchteinflössendsten Boxer und kann jeden Gegner ausknocken. Selbst mit seinem brutal harten Jab kann er Duelle beenden
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DEFENSIVE: Bei der Abwehrarbeit baut Ward auf seine unheimliche Antizipationsfähigkeit sowie seine Reflexe. Ob beim Timing oder der Distanz: Ward hat stets ein Gefühl dafür, wo er zu stehen hat. Er hat zudem eine mehr als überzeugende Beinarbeit
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DEFENSIVE: Bei der Abwehrarbeit baut Ward auf seine unheimliche Antizipationsfähigkeit sowie seine Reflexe. Ob beim Timing oder der Distanz: Ward hat stets ein Gefühl dafür, wo er zu stehen hat. Er hat zudem eine mehr als überzeugende Beinarbeit
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Große Schwachstellen sucht man bei Kovalev auch hier zwar vergebens, dennoch gehört die Defensive des Russen nicht zu dessen herausstechenden Qualitäten. Die Folge? Er ist nicht das schwerste Ziel, wenn es um Treffer geht - kann diese aber wegstecken
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Große Schwachstellen sucht man bei Kovalev auch hier zwar vergebens, dennoch gehört die Defensive des Russen nicht zu dessen herausstechenden Qualitäten. Die Folge? Er ist nicht das schwerste Ziel, wenn es um Treffer geht - kann diese aber wegstecken
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FAZIT: Ward hat bei der Defensivarbeit gegenüber Kovalev die Nase vorn. Die Defensivarbeit ist gleichzeitig wohl der größte Vorteil des Herausforderers, der es tunlichst vermeiden sollte, saubere Treffer von seinem Gegenüber zu kassieren
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FAZIT: Ward hat bei der Defensivarbeit gegenüber Kovalev die Nase vorn. Die Defensivarbeit ist gleichzeitig wohl der größte Vorteil des Herausforderers, der es tunlichst vermeiden sollte, saubere Treffer von seinem Gegenüber zu kassieren
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TAKTIK: Kovalev muss facettenreich boxen, die Distanz finden und mit seinem Jab Wirkungstreffer setzen, ohne sich auskontern zu lassen. Körpertreffer sind wichtig, um Ward einzuschränken. Zudem muss er den Ring abschneiden und nicht auf einen K.o. setzen
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TAKTIK: Kovalev muss facettenreich boxen, die Distanz finden und mit seinem Jab Wirkungstreffer setzen, ohne sich auskontern zu lassen. Körpertreffer sind wichtig, um Ward einzuschränken. Zudem muss er den Ring abschneiden und nicht auf einen K.o. setzen
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Ward wird auf seine Anpassungsfähigkeit setzen. Aufgrund der Power Kovalevs muss der US-Boy den Infight suchen oder mit Nadelstichen arbeiten. Er muss aggressiv sein, Kovalev in Fehler locken und seinen Ring-IQ nutzen. Ein K.o. scheint aber ausgeschlossen
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Ward wird auf seine Anpassungsfähigkeit setzen. Aufgrund der Power Kovalevs muss der US-Boy den Infight suchen oder mit Nadelstichen arbeiten. Er muss aggressiv sein, Kovalev in Fehler locken und seinen Ring-IQ nutzen. Ein K.o. scheint aber ausgeschlossen
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FAZIT: Ein guter Game Plan ist wie so oft der Schlüssel, allerdings auch schwer umzusetzen. Jeder Grundgedanke steht und fällt mit dem ersten eingesteckten Treffer. Ward ist technisch überlegen, Kovalev eine Zerstörungsmaschine. Beide sind auf Augenhöhe
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FAZIT: Ein guter Game Plan ist wie so oft der Schlüssel, allerdings auch schwer umzusetzen. Jeder Grundgedanke steht und fällt mit dem ersten eingesteckten Treffer. Ward ist technisch überlegen, Kovalev eine Zerstörungsmaschine. Beide sind auf Augenhöhe
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GESAMTFAZIT: Es gibt nur wenige Fights, die kaum zu tippen sind. Das Duell zwischen Ward, der den Spitznamen "Sohn Gottes" trägt, und Kovalev ist ein solches. Im Endeffekt wird sich jedoch die Power der russischen Höllenmaschine durchsetzen
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GESAMTFAZIT: Es gibt nur wenige Fights, die kaum zu tippen sind. Das Duell zwischen Ward, der den Spitznamen "Sohn Gottes" trägt, und Kovalev ist ein solches. Im Endeffekt wird sich jedoch die Power der russischen Höllenmaschine durchsetzen
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Ward dreht Kampf nach Niederschlag

Gerade die Art und Weise seines Erfolgs musste ihn zufriedenstellen. Von Beginn an hatte Kovalev die Oberhand. Schon in der ersten Runde traf ein harter Jab mit der Linken, Ward musste sich an Kovalevs Hüfte stützen. In der zweiten Runde begann der US-amerikanische Goldmedaillengewinner der Olympischen Spiele 2004 schon aus der Nase zu bluten, nach einer Links-Rechts-Kombination ging Ward in die Seile, eine harte Rechte an die Stirn schickte ihn auf die Bretter. Noch in der dritten Runde beschränkte sich Ward auf Passivität und klammerte.

Erst in der siebten Runde drehte Ward wirklich auf. Ein harter Jab ins Ziel ließ das Publikum jubeln. Anschließend kämpften beide Boxer auf Augenhöhe, die Entscheidung der Punktrechner schwer. Was das Kovalev-Lager aufregte, war Wards Kampfstil. Der Amerikaner klammerte ihnen zu oft. Immer wieder musste Referee Robert Byrd die Kämpfer trennen.

"Ward könnte eine große Karriere in der UFC haben. Ich habe seit Conor McGregor letzte Woche nicht mehr so viel Ringen gesehen", sagte Kovalev-Promoterin Kathy Duva. Sie kündigte an, die Rückkampfklausel sofort ziehen zu wollen. Ihr Klient stimmte zu: "Natürlich will ich ein Rematch. Ich will ihm in den Arsch treten. Ich will gutes Boxen zeigen." Wards lagert bügelte die Forderung zunächst ab.

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