Donnerstag, 28.04.2016

Pressekonferenz Klitschko vs. Fury

"Nennt mich Clown, nicht Klitschko"

Motiviert und extrem zuversichtlich blickt Wladimir Klitschko auf den Rückkampf gegen Tyson Fury am 9. Juli in Manchester. Dagegen will der Titelverteidiger das deutsche Publikum für immer von einem "Langweiler" befreien.

Wladimir Klitschko (l.) tritt am 9. Juli zum Rückkampf gegen Tyson Fury an
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Wladimir Klitschko (l.) tritt am 9. Juli zum Rückkampf gegen Tyson Fury an
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Der Bauchspeck von Tyson Fury hat Wladimir Klitschko nur kurz beeindruckt. "Der Körper spiegelt seinen Lebensstil wider, so ist er", sagte der 40 Jahre alte Ukrainer in einem Pressegespräch vor dem Rückkampf um die Boxkrone im Schwergewicht am 9. Juli in Manchester gegen den Champion aus England.

Fury hatte am Vortag auf der ersten Presserunde in seiner Heimatstadt Manchester sein T-Shirt gelüftet und einen exorbitanten Bauch präsentiert. Klitschko schwante daher vor dem erneuten Aufeinandertreffen am Donnerstag bei seinem Haussender RTL in Köln Böses: "Hoffentlich zieht er nicht die Hose runter."

Das tat Tyson Fury nicht, dafür spielt der Brite wieder gekonnt mit dem Publikum. Mit glänzenden Augen rief er der Menge zu: "Hört euch Wladimir an. Er hat dasselbe gestern schon gesagt, er ist langweilig. Ich will das deutsche Publikum befreien vor einem solchen Langweiler."

Man dürfe ihn ruhig Clown nennen, eine Zirkusnummer oder was auch immer, "aber ihr dürft mich nicht Wladimir Klitschko nennen. Das nicht!"

"Habe keine Lust aufs Boxen"

Lässig, beinahe gelangweilt hatte sich der 27-Jährige, der Klitschko am 28. November in Düsseldorf überraschend mit einem Punktsieg entthront hatte, zuvor selbst in kleinerer Runde präsentiert.

"Das Gewicht ist kein Problem. Ich muss nur zwölf Kilo abnehmen, vor meinem ersten Kampf waren es 14. Also kein Problem", sagte der Champion, der wie am Vortag von seinen Motivationsproblemen berichtete.

"Ich habe keine Lust aufs Boxen. Wenn ich die nicht habe, dann kann ich auch keine Leistung wie im ersten Kampf abliefern. Wenn aber doch, dann wird es ein fantastischer Fight."

Klitschko gefällt die neue Rolle

"Repeat or revenge" (Rückkampf oder Revanche) - so lautet das Motto von "Fury vs. Klitschko II". Für Klitschko ist die Wahl klar: "Das ist eine Revanche."

Sensationen der Box-Geschichte
19. Juni 1936, New York: Max Schmeling sorgt mit seinem Knockout in der 12. Runde gegen den hoch favorisierten "Brown Bomber" Joe Louis für eine Sensation
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10. Juli 1951, London: Der Engländer Randolph Turpin sorgt für eine Sensation mit seinem Punktsieg nach 15 Runden über Sugar Ray Robinson
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25. Februar 1964, Miami Beach: Cassius Clay alias Muhammad Ali schlägt Favorit Sonny Liston und ist erstmals Weltmeister. Clays Worte gingen um die Welt: "I'm the Greatest. I shook up the World"
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30. Oktober 1974, Kinshasa: Muhammad Ali entthront George Foreman durch Knockout in der 8. Runde im "Rumble in the Jungle", im vielleicht größten Sportereignis des 20. Jahrhunderts
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15. Februar 1978, Las Vegas: In seinem erst achten Kampf als Profi besiegt Leon Spinks Muhammad Ali nach Punkten und sorgt für eine historische Sensation
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6. April 1987, Las Vegas: Sugar Ray Leonard besiegt Titelverteidiger Marvin Hagler nach Punkten. Bis heute ist das Urteil des unfassbar ausgeglichenen Fights umstritten
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10. Februar 1990, Tokio: Mike Tyson verliert sensationell gegen James "Buster" Douglas durch K.o. Ärger gab's, weil Douglas nach einem Niederschlag nach 9 (oder mehr?) Sekunden auf den Brettern weitermachen durfte
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5. November 1994, Paradise/Nevada: 20 Jahre nach dem "Rumble in the Jungle" haut George Foreman Champion Michael Moorer in der 10. Runde um. Mit 45 Jahren und 360 Tagen ist "Big" der älteste Schwergewichtsweltmeister aller Zeiten
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9. November 1996, Paradise: Evander Holyfield entthront Champion Mike Tyson durch Abbruchsieg in der 11. Runde. Eine Sensation! Beim Re-Match kam's zum weltberühmten Biss ins Ohr...
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22. April 2001, Brakpan/Südafrika: Hasim "The Rock" Rahman sorgt für eine Sensation durch seinen K.o.-Sieg gegen Champion Lennox Lewis
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8. März 2003, Hannover: Der 37-jährige Südafrikaner Corrie Sanders (1966 - 2012) sorgt mit seinem t.K.o.-Sieg in der 2. Runde gegen Wladimir Klitschko für eine Sensation
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15. Mai 2004, Paradise: Antonio Tarver bringt dem großen Roy Jones jr. den ersten Knockout seiner Karriere bei. Es war die Revanche für seine umstrittene Niederlage einige Monate zuvor
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10. April 2004, Las Vegas: Im Kampf um den vakanten WBO-Titel bezwingt Lamon Brewster den favorisierten Wladimir Klitschko durch t.K.o. in der 5. Runde. Hinterher wurde über K.o.-Tropfen in Eiswürfeln diskutiert
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6. Dezember 2008, Las Vegas: Im "Dream Match" bezwingt Manny Pacquiao Oscar de la Hoya durch t.K.o. in der 8. Runde. Das Irrwitzige: Leichtgewichtler Pacquiao hatte für den Weltergewichtskampf zwei Gewichtsklassen übersprungen
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9. Juni 2012, Paradise: "Desert Storm" Timothy Bradley Jr. feiert einen so sensationellen wie umstrittenen Sieg nach Punkten gegen den Favoriten Manny Pacquiao
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29. November 2015, Düsseldorf: Der Brite Tyson Fury bezwingt Wladimir Klitschko nach Punkten. Für Klitschko ist es die erste Niederlage seit elf Jahren
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Der Olympiasieger von 1996 in Atlanta betonte, wie sehr ihm seine neue Rolle als Herausforderer gefalle. "Meine Motivation ist sehr groß, ich genieße es, der Herausforderer zu sein. Ich habe wirklich Spaß", sagte der Ukrainer. Er habe sich auf "den Weg macht. Ich habe die Niederlage abgeschüttelt."

Der Verlust seiner WM-Gürtel der WBA, IBF und WBO habe einen heilsamen Effekt gehabt. "Es ist gut, dass ich verloren habe. Fehler sind dazu da, dass man aus ihnen lernt. Das habe ich immer getan", sagte Klitschko, der von seinen 68 Kämpfen als Profi vier verloren hat. Immer kam er zurück.

Das soll auch gegen Tyson Fury so sein. "Ich habe einen Kampf verloren, aber ich bin nicht besiegt", sagte der Ex-Weltmeister.

"Wladimir will den K.o."

Das sah Tyson Fury selbstverständlich anders. Gerade die zur Schau gestellte Motivation seines Gegner spiele ihm in die Karten.

"Wladimir will den K.o., unbedingt, mehr als alles zuvor in seinem Leben. Aber wenn jemand etwas so unbedingt will, wird es nicht geschehen", sagte Fury.

Weltmeister der großen Verbände

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