Bund Deutscher Berufsboxer unbeeindruckt

Herabstufung durch EBU: "Ja und?"

SID
Montag, 11.01.2016 | 14:39 Uhr
Feigenbutz verlor am Samstag seinen Kampf
© getty
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Den Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) lässt die vorübergehende Herabstufung durch die European Boxing Union (EBU) auf ein "vorläufiges Mitglied" völlig kalt.

"Ja und? Im Prinzip ändert sich nichts, wir haben in den letzten zwei, drei Jahren vielleicht dreimal mit der EBU zusammengearbeitet", sagte BDB-Präsident Thomas Pütz dem SID: "Ich habe kein Problem mit der EBU, lasse mich von denen aber auch nicht wie eine Sau durchs Dorf treiben."

Hintergrund der Sanktion ist der Umgang des BDB mit dem Fall Erkan Teper. Der Schwergewichtsboxer soll bei zwei internationalen Kämpfen positiv getestet worden sein. Bei den Fights soll es sich um EBU-Europameisterschaftskämpfe von Teper 2014 in München und 2015 in Ludwigsburg gehandelt haben.

Der BDB hatte Teper nach dem ersten positiven Test für ein halbes Jahr gesperrt und, so der Vorwurf der EBU, den europäischen Verband von dem Fall nicht informiert.

Gegen den Vorwurf der Vertuschung aber wehrt sich Pütz. "Wir haben sofort die Promoter, den Sportler und die NADA informiert", sagte der BDB-Präsident.

Ermittlungen gegen Teper

Für das Kontrollverfahren bei Teper verantwortlich ist nicht die Nationale Anti Doping-Agentur (NADA), sondern der BDB selbst. Dass sich der Verband nicht den NADA-Richtlinien unterordnet, hat laut Pütz nur einen Grund: "Die Mehrzahl der Mitglieder des BDB will das nicht."

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Teper wegen des Verdachts des unerlaubten Besitzes von Arzneimitteln in nicht geringer Menge zu Dopingzwecken im Sport. Dem Athleten droht bei einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.

Teper selbst hat über sein Management "Z!-Promotion" eine Klage über eine Million Euro gegen den BDB eingereicht. Die EBU verklagt der Boxer auf eine halbe Million Euro. "Ja, dem ist so", bestätigte Hagen Döring, Mitglied der Geschäftsführung bei "Z!-Promotion", auf SID-Anfrage. Zu weiteren Fragen wollte sich Döring mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.

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