Boxen

Der Bulle vom Bosporus ist tot

SID
Sinan Samil Sam stand zuletzt 2008 in Ankara im Ring
© getty

Die Box-Szene trauert um Sinan Samil Sam. Der Bulle vom Bosporus ist am frühen Freitagmorgen im Alter von 41 Jahren in der Istanbuler Klinik "Via Hospital" gestorben und hinterlässt seine Frau und eine Tochter. Er hatte seit Jahren auf eine funktionierende Spender-Leber gewartet.

Sinan Samil Sam kämpfte bereits seit 2005 mit Alkoholproblemen, die schon 2010 zu einer Leber-Zirrhose geführt hatten. Damals konnte er dank mehrerer Blutwäsche-Behandlungen gerettet werden, doch in den vergangenen Jahren verschlechterte sich sein Zustand immer mehr.

Zuletzt konnten ihm auch die Organe seiner Schwester und seiner Cousine nicht mehr helfen, da sein Körper sie abstieß. Bereits vergangene Woche war die ganze Familie des gebürtigen Frankfurters in die Türkei gereist, um Abschied zu nehmen.

Große Erfolge unter Sdunek

Bekannt wurde Sam 1999, als er sich in Houston sensationell zum Amateur-Weltmeister im Superschwergewicht kämpfte. Sein Manager Ahmet Öner brachte ihn danach zum Universum-Boxstall, wo er von der verstorbenen Trainer-Legende Fritz Sdunek betreut wurde.

Unter Sdunek wurde Sam 2002 Profi-Europameister und damit endgültig zum türkischen Volkshelden. Insgesamt bestritt er 35-Profi-Kämpfe, von denen er 31 gewann.

Letztmals stand Sam 2008 in Ankara gegen den Italiener Paolo Vidoz im Ring, siegte umstritten im Fight um den vakanten EM-Titel und trat kurz danach zurück.

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