Dienstag, 17.03.2015

Klitschko blickt auf Brewster-Pleite zurück

"Das hätte mich beinahe umgebracht"

Wladimir Klitschko wird am 25. April im New Yorker Madison Square Garden seine Titel der großen Verbände WBA, WBO und IBF gegen den acht Jahre jüngeren US-Profi Bryant Jennings verteidigen. Gegenüber der französischen Sporttageszeitung L'Equipe blickte er nun auf eine seiner bittersten Stunden zurück.

Wladimir Klitschko trifft Ende Mai auf US-Boy Bryant Jennings
© getty
Wladimir Klitschko trifft Ende Mai auf US-Boy Bryant Jennings

Atlanta-Olympiasieger Klitschko ist seit elf Jahren unbesiegt, zuletzt hatte er am 10. April 2004 in Las Vegas gegen den Amerikaner Lamon Brewster verloren.

Diese Niederlage schmerzt ihn noch heute. "Ich war am Boden zerstört. Das hätte mich beinahe umgebracht", sagte Klitschko der L'Equipe. Seitdem folgten 21 Siege. Von seinen insgesamt 66 Profikämpfen gewann er 63, davon 53 vorzeitig. Nur dreimal ging er als Verlierer aus dem Ring.

Klitschko gewährte auch Einblicke in die Beziehung zu seinem Bruder Vitali. Es habe stets einen Wettkampf zwischen ihnen gegeben, "wer ist der Netteste, wer ist beliebter?" Für ihn sei das schwierig gewesen. "Als ich auf die Welt kam, war Vitali schon da, ich war immer der Nachzügler", sagte Wladimir, der seit Dezember 2014 Vater eine Tochter ist.

Wendepunkt bei Olympia 1996

Geändert habe sich dies in Atlanta 1996. Klitschko schilderte: "Wir wollten beide bei Olympia Gold gewinnen. Er sollte im Superschwergewicht, ich im Schwergewicht boxen. Er konnte aber nicht antreten, und da habe ich in der höchsten Klasse Gold gewonnen. Da konnte ihm sagen: Siehst du Bruder, ich bin besser als du."

Endgültig habe er 2004 zu seiner Selbstständigkeit gefunden. "Nach der Niederlage gegen Lamon Brewster hat Vitali mir helfen wollen, aber ich wollte seine Hilfe nicht", sagte Klitschko: "Ich musste meine eigenen Lösungen finden. Wir lieben uns als Brüder, aber ich habe ihm gesagt: Vitali, du musst damit aufhören. Das ist mein Leben, meine Karriere. Ich muss da alleine durch. Durch diese Konfrontation bin ich gewachsen."

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