Sturm vor dem Stieglitz-Kampf

Die letzte Renaissance

Freitag, 07.11.2014 | 20:19 Uhr
Felix Sturm trifft am Samstag in Stuttgart auf Robert Stieglitz
© imago
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Felix Sturm steht am Scheideweg - nicht zum ersten Mal in seiner Karriere. Am Samstagabend in Stuttgart will der ehemalige Mittelgewichts-Weltmeister gegen Robert Stieglitz (Sa., 22.30 Uhr im LIVE-TICKER) nun noch einmal die Uhr zurückdrehen. Der Lohn? Ein Duell mit Arthur Abraham.

Fünf Minuten und neun Sekunden. Normalerweise dauert es länger, bis Geschichte geschrieben wird. Stunden, Tage, vielleicht auch Wochen. Doch an diesem 7. Dezember 2013 reichen eben diese magischen 309 Sekunden.

Das prägendste Bild in der Stuttgarter Porsche Arena bleibt wohl das, welches wenige Momente später zu sehen ist. Es ist das Bild eines Mannes, der wie von der Tarantel gestochen in seine Ecke stürmt, ein wenig das Gleichgewicht verliert, mit seinen Füßen aber gerade noch die Ringseile erwischt und sich nach oben reckt.

Oben. An die Spitze. Genau dorthin kehrte Felix Sturm an diesem Tag zurück. Er gewann gegen den Briten Darren Barker zum vierten Mal einen WM-Titel im Mittelgewicht. Eine Leistung, die noch keinem anderen deutschen Boxer zuvor gelungen war.

Und trotzdem stand für den neuen Weltmeister damals etwas anderes an erster Stelle. "Ich denke, ich habe es allen Leuten gezeigt, die von sich behaupten, Ahnung vom Boxen zu haben."

Sturm am Scheideweg

Zu viel war auf Sturm eingeprasselt, nachdem er seinen WBA-Gürtel im September 2012 gegen Daniel Geale verloren hatte. Das Alter habe ihn eingeholt, er sei nicht mehr mit dem nötigen Biss an der Sache, seine eigene Promotion verschlinge zu viel von seiner Zeit waren die häufigsten Kritikpunkte.

Fast zwölf Monate später steht Sturm erneut am Scheideweg. Wieder ist der WM-Titel weg, wieder muss sich Sturm in Stuttgart beweisen. Gegen Robert Stieglitz geht es wohl um seine boxerische Zukunft, auch wenn Sturm betont: "Ich habe noch drei, vier gute Jahre vor mir."

Beispiele wie die von Floyd Mayweather, der mit 37 Jahren immer noch der beste Pound-for-Pound-Boxer der Welt ist, und Bernard Hopkins, der ebenfalls am Wochenende als ältester Weltmeister aller Zeiten nach dem dritten Titel im Halbschwergewicht greift (So., 4.45 Uhr im LIVE-TICKER), mögen ihm Recht geben.

Kampf gegen de la Hoya

Dennoch bleiben Zweifel, ob Sturm noch genügend im Tank hat. Zu viel scheint in den letzten Jahren passiert sein rund um den 35-Jährigen, von dem Promoter Klaus-Peter Kohl einst sagte: "Er bringt alles mit. Schnelligkeit, einen harten Punch, exzellente Technik."

Kohl und Sturm, das war in den 2000ern ein erfolgreiches Duo. Gemeinsam eroberte man bei Universum den Box-Olymp. Volle Hallen, das "ZDF" als lukrativen TV-Partner, dazu eine erfolgreiche Titelverteidigung nach der anderen.

Dass ausgerechnet eine Niederlage den Namen Felix Sturm weltbekannt machte und seinen Ruf als einer der besten Mittelgewichtler der Welt festigte, passt da eigentlich nicht ins Bild. Das war aber nicht weiter tragisch, denn bei der Pleite gegen Oscar de la Hoya im legendären MGM Grand von Las Vegas gewann Sturm viel mehr. Den Respekt und die Anerkennung der Box-Welt

"Alleine wegen der umstrittenen Niederlage wird bis heute über mich gesprochen. Das war mein großer Durchbruch", erinnerte sich Sturm im SPOX-Interview. "Das war der größte Kampf, den ich jemals hatte. Vom Feeling her kommt da nichts ran."

Zerwürfnis mit Kohl

Geliebt wurde Sturm von der breiten Masse dennoch nicht - aller sportlichen Qualitäten zum Trotz. Auch weil über die Jahre die Kritik an seinem defensiven Stil zunahm. Während Arthur Abraham die Fans mit seiner Urgewalt begeisterte, agierte Sturm im Ring bedacht und strategisch.

"Felix ist so stark, dass ihn vermutlich nach Punkten niemand bezwingen kann", fasste Kohl das Grundübel - wenn auch ungewollt und etwas übertrieben - zusammen. Dass der Promoter selbst irgendwann zum Grundübel - zumindest aus Sturms Sicht - werden sollte, hatte damals wohl noch niemand geahnt.

2009 kam es zum Zerwürfnis zwischen den einstigen erfolgreichen Partnern. Sturm warf Kohl vor, ihm große Kämpfe vorenthalten und ihn auch finanziell übers Ohr gehauen zu haben.

"Mir wurde immer erzählt: Wir machen den Kampf gegen Kelly Pavlik. Aber am Ende des Tages ist man immer nur die sichere Variante gegangen. So konnte ich mein Ziel, gegen die Besten zu boxen, nicht verwirklichen", erzählte Sturm dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Der Traum von der Selbstständigkeit

Der Promoter bestand seinerseits auf den gültigen Vertrag mit seinem Schützling. Das Ende vom Lied war eine langwierige Gerichtsverhandlung sowie eine Abfindung von rund 900.000 Euro, die Sturm an Kohl zahlen musste.

Und vielleicht noch bitterer: Der Streit kostete ihn 14 Monate seiner Karriere. Eine Zeit, die nicht mehr zurückkommt. Doch Sturm nahm das in Kauf, denn er hatte Größeres im Sinn: die Selbstständigkeit.

"Ich bin mein eigener Boss, genau das wollte ich immer. Es ging darum, selber zu entscheiden, wann und wo ich gegen wen boxe. Das ist der große Unterschied zu meiner Zeit bei Universum. Ich wollte mir nichts mehr vordiktieren lassen."

Wenn Sturm über seinen wahrgewordenen Traum spricht, glühen seine Augen. Er ist selber zum Big Player geworden, samt eigener Promotion, Gym und TV-Partner.

Kommt das Duell mit Abraham?

Da ist es vielleicht auch verständlich, dass der Boxer Felix Sturm in den letzten Jahren ein wenig auf der Strecke geblieben ist, auch wenn er betont: "Für das Tagesgeschäft ist mein Manager Roland Bebak verantwortlich. Ich stehe vor allem mit meinem Namen vor dem ganzen Projekt."

Die sportliche Achterbahnfahrt der letzten Jahre - aus welchen Gründen auch immer - kann man jedoch nicht ganz von der Hand weisen. Sturm konnte nur noch selten komplett überzeugen, gute Leistungen wie gegen Barker wechselten sich mit enttäuschenden Vorstellungen ab - zwei Titel-Verluste inklusive, der letzte im Mai 2014 gegen Sam Soliman.

So versucht sich Sturm im Duell mit Stieglitz, das im Catchweight (75,5 Kilogramm) stattfinden wird, an der der nächsten Renaissance. Vielleicht an seiner letzten. Mit seinem neuen Trainer Magomed Schaburow, der Fritz Sdunek ablöste, soll sich der Blick wieder in Richtung Weltspitze richten.

Ein WM-Titel wie gegen Barker kann Sturm diesmal allerdings nicht gewinnen. Dafür wartet auf den Sieger ein Aufeinandertreffen mit Abraham - und damit bei einem Triumph Sturms auch der seit vielen Jahren ersehnte deutsche Traumkampf. Ein kleines Stückchen Geschichte kann er in Stuttgart also wieder schreiben.

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