Zwei wie Pech und Schwefel

Freitag, 08.08.2014 | 15:36 Uhr
Danny Garcia konnte jeden seiner 28 Kämpfe für sich entscheiden
© getty
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In der Nacht von Samstag auf Sonntag trifft Danny Garcia im Barclays Center in Brooklyn auf Rod Salka. Im Vorfeld des Halbweltergewichts-Kampfes wirft SPOX einen Blick auf den Weltmeister der WBC und WBA sowie auf dessen besondere Beziehung zu seinem Vater Angel.

Das Leben von Angel Garcia ist beileibe nicht leicht. Der gebürtige Puerto Ricaner arbeitet für 80 Dollar die Woche in einer Kleiderfabrik. Trotz unmenschlicher Arbeitszeiten reicht es nur für das Nötigste für sich und seine Familie. Die Rechnungen beginnen sich bereits zu stapeln und an Geschenke für seine über alles geliebten Söhne ist auch an Feiertagen nicht zu denken. Ein Ausweg muss her.

In seiner Verzweiflung trifft der Familienvater eine folgenschwere Entscheidung. Angel wird zu einem der Männer, die er in guter Kleidung und mit teurem Schmuck in den Straßen Phillys sieht und die das Leben von so vielen jungen Menschen auf dem Gewissen haben. Er tritt den Blue Tape Warriors bei, einer der größten Gangs der Gegend. Sein Weg zu einem besseren Leben führt über Kokain, das zum damaligen Zeitpunkt die Viertel der Stadt überschwemmt.

Zunächst scheinen sich alle Hoffnungen und Träume tatsächlich zu erfüllen. Aus weniger als einhundert Dollar werden erst hunderte, dann tausende. Doch so wie sich das Leben schlagartig zum Guten zu wenden scheint, so schnell fällt das Kartenhaus in sich zusammen. Verdeckte Ermittler hatten Angel observiert, mit ihm Geschäfte gemacht und verhaften ihn nun vor den Augen seiner Familie.

Als der Richter nach einem kurzen Prozess das Urteil verkündet, bricht für Danny Garcia eine Welt zusammen. Der Zehnjährige muss mit ansehen, wie sein Vater in Handschellen aus dem Gericht geführt und weggesperrt wird. In den nächsten zwei Jahren sehen er und sein älterer Bruder Erik ihn nur durch eine dicke Scheibe aus Sicherheitsglas. Ein harter Schlag.

Eine zweite Chance

Rückblickend rettete das Gefängnis Angel wohl das Leben. Denn vor allem die Bilder seiner Familie, die nach seiner Verhaftung alles verlor und bei einer Tante Unterschlupf suchen musste, sorgten für ein Umdenken. "Ich habe so vieles falsch gemacht", stellt Angel fest: "Ich habe hart gearbeitet, allerdings bin ich, weil ich meiner Familie mehr bieten wollte, in etwas hineingeraten. Es war die dümmste Entscheidung meines Lebens."

Nach seiner Entlassung sei er ein besserer Mensch, Ehemann und Vater geworden. "Ich wünschte ich könnte den Richter finden, der mich verurteilt hat und ihm danken. Er hat mein Leben gerettet und das meiner Familie ebenfalls", sagt er mit fester Stimme.

So viele Aspekte seines Lebens erschienen plötzlich in einem anderen Licht. Vor allem jedoch die enge Beziehung zu Sohn Danny. Zwar war Angel für seinen Jungen auch vor der Haftstrafe der absolute Fixpunkt, ohne den dieser seinen gesamten Antrieb zu verlieren schien, doch wurde der Zusammenhalt noch intensiver.

Der geteilte Traum

Ohne die Geschehnisse und seinen Vater wäre auch Danny heute nicht der, der er ist. Denn bereits vor seiner Verhaftung hatte der große Boxliebhaber Angel, der aufgrund einer Asthmaerkrankung den eigenen Traum Profi zu werden aufgeben musste, seinen Sohn mit in den Harrowgate Boxing Club im Nordosten Philadelphias genommen.

Im Alter von sieben Jahren erlebte dieser so zum ersten Mal ein Gym von innen. Offiziell durfte er damals zwar nicht trainieren, laut Gesetz ist dies erst Kindern im Alter ab zehn Jahren aufwärts gestattet, dennoch packte ihn vom ersten Moment an das Flair der Trainingshalle.

Der Gedanke irgendwann selbst im Ring zu stehen hatte von ihm Besitz ergriffen. Von klein auf war Angel deshalb mehr als nur sein Vater, er war Trainer, Mentor und bester Freund zugleich. Was er damals in seinem Sohn sah und Freunden mit den Worten "dieses Kind wird ein Kämpfer, ein großer" auch gerne wissen ließ, sollte sich bewahrheiten.

Des Schicksals zweiter Streich

Zuvor hatte das Schicksal für beide jedoch eine weitere Probe parat. Während Dannys Zeit als Amateur hatte Angel zusehends größere Probleme mit seinem Hals. Nach einiger Zeit und auf Drängen seines Sohnes suchte er einen Arzt auf. Die Diagnose war niederschmetternd, er litt an Kehlkopfkrebs. Der Krebs war weit fortgeschritten, befand sich bereits im vierten Stadium - ein Todesurteil.

Danny riss es zum zweiten Mal den Boden unter den Füßen weg. Die Vergangenheit holte ihn ein, alles schien erneut seinen Sinn zu verlieren. Zwar trainierte er weiter, an einen Abend im Ring war jedoch nicht zu denken. In dieser Zeit kamen viele Trainer auf ihn zu, wollten ihn trainieren, er lehnte ab. "Sie sahen in mir einen Topf voll Gold, nicht mehr", erinnert sich Danny. Acht Monate vergingen ohne Kampf.

Angel, dem der Anblick seines gebrochenen Sohnes zu schaffen machte, jedoch tat es, er kämpfte. Er wollte nicht einfach aufgeben und unterzog sich einer aggressiven Chemotherapie. Schwer gezeichnet schwand die Hoffnung auf eine Genesung von Tag zu Tag, bis das Undenkbare eintrat: Der Krebs begann tatsächlich sich zurückzubilden. Nach der Rückkehr seines Vaters an seine Seite begann der Siegeszug Garcias im Halbweltergewicht.

Vielseitigkeit als Trumpf

Heute kommt der ungeschlagene Weltmeister der WBA und WBC auf beeindruckende 28 Siege in 28 Kämpfen, 16 davon konnte er vorzeitig beenden. Ein Umstand, der sich bereits als Amateur angekündigt hatte und ohne einen Zweifel zu hinterlassen als Profi seine Fortsetzung fand. Im Ring scheinen seine Möglichkeiten nahezu unbegrenzt.

Garcia verfügt über ein sehr gutes Bewegungsgefühl, weiß exakt wann und wie er sich bewegen muss, um vor allem seine große Schlagkraft zur Geltung zu bringen. Er ist ein physisch starker, sehr selbstsicherer und geduldiger Boxer, der es versteht gegen jeden Gegner das Maximum aus seinen Chancen herauszuholen.

Vor allem sein ausgiebiger Amateurhintergrund und ein gutes Kinn erweisen sich als enorme Pluspunkte. Seine Auftritte gegen Erik Morales, Lucas Matthysse und Amir Khan unterstrichen nicht nur sein immenses Potential, sondern sorgten für Aufsehen.

Der König ist tot, lang lebe der König!

Letzterem stand Garcia in seinem bisher wichtigsten Kampf gegenüber. Auf dem Spiel standen Garcias WBC- und Khans WBA-Titel. Gegen die damalige Nummer drei der Halbweltergewichts-Rangliste des Ring Magazine, der den wenig bescheidenen Spitznahmen "King Khan" trägt, stieg er als klarer Außenseiter in den Ring. Ein Gefühl, welches Garcia im Verlauf seiner Karriere schon einige Male begegnet war.

Wie erwartet glänzte Khan zunächst mit seiner Geschwindigkeit und seinen starken Kombinationen, für Garcia schien der steile Aufstieg an diesem Abend ein jähes Ende zu finden. Jedoch blieb er ruhig, hörte auf die Anweisungen seines Vaters und schlug in der dritten Runde eiskalt zu. Nach einer weiteren Kombination seines Gegenübers konterte er diesen mit einem harten linken Haken aus und schickte ihn zu Boden. Der König war getroffen.

Zwar rettete die Ringglocke den WBC-Champion, allerdings war Khan selbst nach der Unterbrechung sichtlich angeschlagen. Garcia witterte seine Chance, er setzte nach und ließ einen wahren Schlaghagel auf seinen Kontrahenten niedergehen. Zwar versuchte dieser alles, um im Kampf zu bleiben, allerdings hatte Ringrichter Kenny Bayless nach weiteren Niederschlägen in Runde vier keine andere Wahl als den Kampf vorzeitig zu beenden.

So groß die Freude im Lager Garcias nach der gelungen Titelvereinigung auch war, so sehr bleibt sein Hunger nach weiteren Erfolgen ungestillt. Auch aufgrund seiner Vergangenheit geht Dannys Blick immer nach vorne.

Keine Zweifel

Dort wartet als nächstes Rod Salka. Der Kampf, dessen Gewichtslimit bei 142 Pfund liegt, wird jedoch um keinen von Garcias Titeln gehen und gilt bei vielen als besseres Sparring für größere Duelle. Dennoch will auch der Weltmeister die sich bietende Chance nutzen. In seinem letzten Kampf gegen Mauricio Herrera wankte er zum ersten Mal in seiner Karriere und gewann nur durch eine umstrittene Mehrheitsentscheidung der Punktrichter.

Wenn etwas im Boxsport für Schwäche steht, dann sind dies Zweifel. Und Schwächen offenbart niemand gerne. Ein klarer Sieg gegen Salka wäre zumindest eine Teilwiedergutmachung und gäbe zusätzlich Rückenwind für die Aufgaben, die Garcia in Zukunft erwarten könnten.

So wurde beispielsweise bereits ein Aufeinandertreffen mit dem wohl größten Boxer der heutigen Zeit, der Nummer eins der Pound-for-Pound-Rangliste, Floyd Mayweather Jr., in den Raum geworfen. Dieser bevorzugte jedoch zunächst einem Rückkampf gegen Marcos Maidana. Sowohl Garcia als auch Khan könnten jedoch in nicht allzu ferner Zukunft ihre Chance bekommen. Zweifel daran haben zumindest weder Sohn noch Vater.

Die Weltmeister der vier großen Verbände im Überblick

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