Der stille Genießer

Freitag, 13.12.2013 | 21:43 Uhr
Jürgen Brähmer (M.) kämpft am Samstag um den WM-Titel
© imago
Advertisement
MLB
Live
All-Star Futures Game: USA -
World
MLB
Live
Athletics @ Giants
MLB
Live
Angels @ Dodgers
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Tag 1
CSL
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Tag 2
Club Friendlies
Besiktas -
Reading
MLB
All-Star Game: National League -
American League
Copa Sudamericana
Lanus -
Junior
J1 League
Hiroshima -
Gamba Osaka
J1 League
Nagasaki -
Kobe
CSL
Guangzhou Evergrande -
Zhicheng
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Tag 3
Club Friendlies
Sion -
Inter Mailand
Club Friendlies
Dynamo Dresden -
Huddersfield
Bucharest Open Women Single
WTA Bukarest: Tag 4
Club Friendlies
Wolverhampton -
Ajax
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Tag 4
Club Friendlies
Blackburn -
Liverpool
MLB
Cardinals @ Cubs
Swedish Open Men Single
ATP Bastad: Viertelfinale
Bucharest Open Women Single
WTA Bukarest: Viertelfinale
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Viertelfinale
Club Friendlies
Besiktas -
Krasnodar
Hall of Fame Tennis Championships Men Single
ATP Newport: Viertelfinale
MLB
Cardinals @ Cubs
Glory Kickboxing
Glory Super Fight Series: New York
MLB
Mets @ Yankees
MLB
Twins @ Royals
Glory Kickboxing
Glory 55: New York
International Champions Cup
Man City -
Borussia Dortmund
MLB
Astros @ Angels
Swedish Open Men Single
ATP Bastad: Halbfinale
CSL
Shanghai SIPG -
Guangzhou Evergrande
Bucharest Open Women Single
WTA Bukarest: Halbfinale
International Champions Cup
FC Bayern München -
PSG
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Halbfinale
Club Friendlies
Benfica -
FC Sevilla
Club Friendlies
Marseille -
Villarreal
MLB
Cardinals @ Cubs
MLB
Mets @ Yankees
World Matchplay
World Matchplay: Tag 1
Hall of Fame Tennis Championships Men Single
ATP Newport: Halbfinale
MLB
Red Sox @ Tigers
MLB
Astros @ Angels
J1 League
Kobe -
Shonan
J1 League
Tosu -
Sendai
Swedish Open Men Single
ATP Bastad: Finale
CSL
Hebei CFFC -
Jiangsu
World Matchplay
World Matchplay: Tag 2 -
Session 1
Allsvenskan
AIK -
Brommapojkarna
Bucharest Open Women Single
WTA Bukarest: Finale
Vegeta Croatia Open Umag Men Single
ATP Umag: Finale
MLB
Twins @ Royals
MLB
Cardinals @ Cubs
World Matchplay
World Matchplay: Tag 2 -
Session 2
Hall of Fame Tennis Championships Men Single
ATP Newport: Finale
International Champions Cup
Liverpool -
Borussia Dortmund
MLB
Astros @ Angels
MLB
Mets @ Yankees
World Matchplay
World Matchplay: Tag 3
MLB
Twins @ Blue Jays
MLB
Yankees @ Rays
MLB
Diamondbacks @ Cubs
MLB
White Sox @ Angels
World Matchplay
World Matchplay: Tag 4
MLB
Red Sox @ Orioles
MLB
Yankees @ Rays
MLB
Diamondbacks @ Cubs
MLB
White Sox @ Angels
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: 3. Tag
MLB
Yankees @ Rays
MLB
Dodgers @ Phillies
World Matchplay
World Matchplay: Tag 5
Club Friendlies
Huddersfield -
Lyon
Club Friendlies
Marseille -
Real Betis
MLB
Red Sox @ Orioles
International Champions Cup
Juventus -
FC Bayern München
International Champions Cup
Borussia Dortmund -
Benfica
International Champions Cup
Man City -
Liverpool
International Champions Cup
AS Rom -
Tottenham
MLB
White Sox @ Angels
International Champions Cup
AC Mailand -
Man United
Moscow Ladies Open Women Single
WTA Moskau: Tag 4
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: 4. Tag
International Champions Cup
Atletico Madrid -
Arsenal
World Matchplay
World Matchplay: Tag 6
Club Friendlies
Blackburn -
Everton
MLB
White Sox @ Angels
MLB
Royals @ Yankees
MLB
Twins @ Red Sox
MLB
Athletics @ Rangers
Copa Sudamericana
San Lorenzo -
Temuco
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: Viertelfinale
Moscow Ladies Open Women Single
WTA Moskau: Viertelfinale
BB&T Atlanta Open Men Single
ATP Atlanta: Viertelfinale
World Matchplay
World Matchplay: Tag 7
MLB
Royals @ Yankees
MLB
Twins @ Red Sox
MLB
Blue Jays @ White Sox
MLB
Mariners @ Angels
FIVB Beach Volleyball World Tour
Tokio: Tag 4
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: Halbfinale
J1 League
Kobe -
Kashiwa
J1 League
Hiroshima -
Urawa
J1 League
Tosu -
Iwata
Moscow Ladies Open Women Single
WTA Moskau: Halbfinale
CSL
Jiangsu -
Shandong Luneng
International Champions Cup
Arsenal -
PSG
Club Friendlies
St. Pauli -
Stoke
MLB
Royals @ Yankees
International Champions Cup
Benfica -
Juventus
World Matchplay
World Matchplay: Tag 8
International Champions Cup
Chelsea -
Inter Mailand
BB&T Atlanta Open Men Single
ATP Atlanta: Halbfinale
MLB
Cubs @ Cardinals
International Champions Cup
Man United -
Liverpool
International Champions Cup
FC Bayern München -
Man City
MLB
Twins @ Red Sox
FIVB Beach Volleyball World Tour
Tokio: Tag 5
MLB
Mariners @ Angels
International Champions Cup
FC Barcelona – Tottenham
Jiangxi Open Women Single
WTA Nanchang: Finale
CSL
Guangzhou Evergrande -
Chongqing
Moscow Ladies Open Women Single
WTA Moskau: Finale
Club Friendlies
FC Groningen -
Werder Bremen
Allsvenskan
AIK -
Kalmar
MLB
Royals @ Yankees
MLB
Twins @ Red Sox
World Matchplay
World Matchplay: Tag 9
MLB
Mariners @ Angels
BB&T Atlanta Open Men Single
ATP Atlanta: Finale

Er galt als Jahrhunderttalent. Und wurde zum Knastboxer. Doch Jürgen Brähmer ist erwachsen geworden. Beim WM-Kampf im Halbschwergewicht gegen Marcus Oliveira will er sein Comeback nun krönen (Sa., 22.10 Uhr im LIVE-TICKER).

Ganz alleine stand er auf dem Podium. Kaum eine Kamera war auf ihn gerichtet, kein Mikro wurde ihm unter die Nase gehalten. Und trotzdem huschte für einige Momente ein kleines, verschmitztes Grinsen über sein Gesicht.

Jürgen Brähmer genoss den Moment im Gartensaal des Berliner Kempinski-Hotels. Nicht wie Don King, der nur wenige Meter entfernt von ihm in seiner unvergleichlichen Art und Weise die Medien hofierte und die Rolle seines Lebens mal wieder vorzüglich spielte. Sondern eher als stiller Genießer.

In diesen Augenblicken lässt sich die Entwicklung erahnen, die Brähmer in den letzten Jahren genommen hat. Der mittlerweile 35-Jährige ist besonnener geworden, die Zeit hat ihn verändert: "Vielleicht bin ich in der besten Phase meines Lebens."

Familie im Mittelpunkt

Auch das nahende Ende mag eine Rolle spielen. Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass der Herbst seiner Karriere längst angefangen hat. Ganz egal, welches Ende der WM-Kampf am Samstag in Neubrandenburg gegen Marcus Oliveira nehmen wird. Die Prioritäten haben sich verschoben, Frau Tatjana und Töchterchen Jasmin sind nun der Mittelpunkt in seinem Leben.

"Der WM-Titel ist nicht mehr das Wichtigste in meinem Leben, sondern die Familie", erklärte Brähmer vor nicht allzu langer Zeit. Wenn der Sport nicht mehr die erste Geige spielt, leidet meistens die Leistung darunter.

Bei Brähmer durfte man in den letzten Monaten das Gegenteil beobachten. Die Familie half ihm, ein geregeltes Leben zu führen und den Kopf für die große Leidenschaft frei zu haben.

Das Jahrhunderttalent

Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Den Anfang nahm alles mit einem kleinen Wörtchen, das ihn lange verfolgen sollte: Jahrhunderttalent.

Es war der erste "Titel", den Brähmer als Profi gewann. Es sollte der schwerste bleiben. Dabei waren sich rund um die Jahrtausendwende fast alle Experten einig, dass Brähmer genau das war.

95 Siege in 100 Amateurkämpfen. Erfolge über Felix Sturm, Carl Froch und Ricky Hatton. Der Triumph bei der Amateur-Weltmeisterschaft 1996 in Havanna. Früh galt Brähmer als "Total Package", wie die Amerikaner es gerne nennen. Flink auf den Beinen, technisch versiert, mit einem Punch in den Fäusten und einem beweglichen Oberkörper, mit dem er Schläge des Gegners auspendeln konnte.

Nicht weniger als eine neue Ära sollte er prägen, nachdem die großen Helden wie Henry Maske oder Axel Schulz die Handschuhe an den Nagel gehängt hatten. Ob er das selber wollte, wurde nie gefragt.

Der Knastboxer

Viele Wunderkinder sind unter diesem Druck zusammengebrochen. Brähmer suchte und fand ein anderes Ventil. Gemeinschaftlicher Raub, Körperverletzung, Fahren ohne Führerschein. Trotz der Erfolge im Ring rückte das Sportliche schnell in den Hintergrund, seine Akte bei den Behörden dominierte die Schlagzeilen - und brachte ihn 2002 sogar ins Gefängnis.

Das Jahrhunderttalent, das zum Knastboxer wurde. So lautete sein neuer Beiname, dem ihn der Boulevard verpasste. Dass er nach seiner Entlassung auch sportlich wieder für Schlagzeilen sorgte und 2009 zum ersten Mal Weltmeister wurde, änderte daran kaum etwas.

Denn selbst der lang ersehnte Titel schien Brähmer nicht zu Ruhe kommen zu lassen. Zu den anhaltenden Konflikten mit dem Gesetz kam auch der drohende Untergang Universums. Titelverteidigungen wurden abgesagt, Zahlungen nicht eingehalten, die Kluft zwischen Brähmer und seinem Boxstall vergrößerte sich.

Wechsel zu Sauerland

Im Sommer 2012 zog er die Reißleine und verließ Universum. "Das waren verlorene Jahre, richtige Scheißjahre. Man konnte sich einfach nicht mehr auf den Sport konzentrieren", blickte Brähmer im April 2013 gegenüber SPOX zurück. Den WM-Titel hatte er da schon längst abgeben müssen, nachdem er fast zwei Jahre lang nicht im Ring zu sehen war.

16 Monate sind seitdem vergangen. 16 Monate, in denen Brähmer scheinbar den Frieden mit sich und seinem Schicksal gemacht hat. Dass er mittlerweile ausgerechnet beim einstigen Universum-Rivalen Sauerland sein Glück gefunden hat, passt dabei irgendwie ins Bild.

"Ich habe den Spaß am Boxen zurückgewonnen" betonte Brähmer in den letzten Monaten oftmals. Ein Grund dafür ist auch Karsten Röwer, Brähmers alter Amateurtrainer, der ihn wieder unter die Fittiche genommen hat

"Er hat das Boxen nicht verlernt"

"Früher war er nur talentiert, jetzt ist er bewusst bei der Sache, mit Disziplin und Leidenschaft. Und das Boxen hat er auch nicht verlernt", lobte Röwer seinen alten und neuen Schützling im "Tagesspiegel".

Das spiegelte sich auch im Ring wider. In seinem ersten Kampf für den neuen Arbeitgeber sicherte sich Brähmer gegen Eduard Gutknecht im Januar den EM-Titel. Mit Erfolgen über Tony Averlant und Stefano Abatangelo marschierte er danach in der Weltrangliste nach oben.

Für das Hollywood-reife Happy End fehlt nur noch der erneute WM-Titel. Dabei lässt sich in den Tagen von Neubrandenburg nicht so schnell erahnen, wer denn sein Gegner im Kampf um den vakanten WBA-Gürtel im Halbschwergewicht ist.

Zu übermächtig scheint Don Kings Präsenz, mit der die Promoter-Legende die Medien in seinen Bann zieht. Sein Schützling Marcus Oliveira ist häufig nicht mehr als nettes Beiwerk.

Schlagstärke vs. Technik

Das könnte auch für den Samstagabend gelten. Zwar wirkt der Kampfrekord des Amerikaners mit 20 K.o.-Siegen imposant (25-0-1), große Namen sucht man allerdings vergeblich. Auch in der Weltrangliste der unabhängigen Internetseite "Boxrec.com" rangiert der bislang ungeschlagene Oliveira nur auf Platz 38.

Das Lager von Don King vertraut offenbar ganz allein auf die Schlagstärke seines Schützlings. Ob das ausreicht, um den gerade technisch überlegenen Brähmer unter Druck zu setzen, bleibt abzuwarten.

Stattdessen deutet einiges auf den glorreichen Höhepunkt in Brähmers Comebackjahr hin - und auf den Abschluss seiner Transformation. Der Knastboxer, der zum stillen Genießer wurde.

Die anstehenden Box-Highlights im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung