Boxen

"Urteile müssen transparenter werden"

SID
Nach der Punktniederlage von Felix Sturm (l.) gegen Sam Soliman (r.) gab es lautstarke Proteste
© Getty

Nach den jüngsten umstrittenen Urteilen im Profi-Boxen geht Geschäftsführer Christian Meyer vom Sauerland-Boxstall in die Offensive und fordert Änderungen. "Wir müssen erreichen, dass die Bewertungen der Punktrichter für alle am Ring transparenter und nachvollziehbarer werden"

"Nur so haben wir eine Chance, dass die Proteste abnehmen", begründet Meyer seine Forderung. Nach seiner Einschätzung gebe es keinen neuen Trend zu knappen Kampfurteilen.

Allerdings zeichne sich ab, dass sich unterlegene Kämpfer und Trainer nach einem Kampf immer heftiger über die Ausgänge beschweren. "Das hat deutlich zugenommen und ist sicherlich keine gute Entwicklung", meinte der Geschäftsführer.

Sowohl bei der Punktniederlage von Mittelgewichtler Felix Sturm am Freitag in Düsseldorf gegen den Australier Sam Soliman als auch bei Jürgen Brähmers EM-Sieg am Samstag in Berlin im Halbschwergewicht gegen Eduard Gutknecht hatte sich die unterlegene Ecke lautstark beschwert.

Gutknechts Trainer Ulli Wegner sprach davon, dass "beschissen" werde. Der Meistertrainer erhob den schweren Vorwurf, der Kampf zwischen den beiden Sauerland-Kämpfern sei abgesprochen gewesen und Gutknecht hätte nur durch K.o gewinnen können.

"Es wird nie Absprachen geben"

"Das ist absoluter Quatsch. Es gab nie Absprachen, und es wird nie Absprachen bei uns geben. Wir sind für einen sauberen Sport", sagte Meyer dazu. Auch in Zukunft wolle man an stallinternen Kämpfen festhalten. "Man macht das ja, weil beide Boxer einen Namen haben und das Interesse bei den Zuschauern da ist."

Allerdings sei es auch für ihn eine gewisse Schwierigkeit, zwei seiner Schützlinge gegeneinander antreten zu lassen: "Man ist ja bei beiden mit dem Herz dabei und kann sich dann nicht so richtig für eine Seite entscheiden."

Nicht erfreut war Meyer über Wegners Kritik, der bei Sauerland unter Vertrag steht und mit dem Vorwurf der Absprache den eigenen Arbeitgeber in Verruf brachte. "Es kann natürlich nicht sein, dass ein Trainer seinen Promoter öffentlich angreift", so Meyer. Wegner hat sich mittlerweile entschuldigt.

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