"Stallone hat mich verfolgt"

Von Interview: Bastian Strobl
Freitag, 01.02.2013 | 17:10 Uhr
Sam Soliman (r.) ist mit Sylvester Stallone befreundet
© Getty
Advertisement
NBA
Di29.05.
Rockets vs. GSW: Spiel 7! Wer zieht in die Finals ein?
FIA World Rallycross Championship
Live
4. Lauf: Silverstone
Allsvenskan
Live
Malmö -
Dalkurd
Rugby Union Internationals
Live
England -
Barbarians
League One
Live
Rotherham -
Shrewsbury
BSL
Tofas -
Anadolu Efes (Spiel 1)
IndyCar Series
Indy 500
Liga ACB
Baskonia -
Malaga (Spiel 1)
MLB
Angels @ Yankees
Ligue 1
Toulouse -
AC Ajaccio
MLB
Padres @ Dodgers
MLB
Twins @ Mariners
MLB
Giants @ Cubs
NBA
Cavaliers @ Celtics (Spiel 7)
League Two
Coventry -
Exeter
MLB
Astros @ Yankees
MLB
Angels @ Tigers
MLB
Cubs @ Pirates
Friendlies
Portugal -
Tunesien
MLB
Twins @ Royals
NHL
Capitals @ Golden Knights (Spiel 1)
NBA
Warriors @ Rockets (Spiel 7)
Liga ACB
Malaga -
Baskonia (Spiel 2)
Friendlies
Argentinien -
Haiti
MLB
Astros @ Yankees
MLB
Cubs @ Pirates
MLB
Angels @ Tigers
MLB
Twins @ Royals
MLB
Blue Jays @ Red Sox
BSL
Fenerbahce -
Banvit (Spiel 1)
World Rugby U20 Championship
Frankreich -
Irland
World Rugby U20 Championship
Neuseeland -
Japan
Liga ACB
Gran Canaria -
Valencia
MLB
Astros @ Yankees
MLB
Cubs @ Pirates
MLB
Angels @ Tigers
NHL
Capitals @ Golden Knights (Spiel 2)
MLB
Angels @ Tigers
BSL
Anadolu Efes -
Tofas (Spiel 2)
PDC World Cup of Darts
World Cup of Darts: Tag 1
MLB
Cubs @ Mets
MLB
Red Sox @ Astros
MLB
Indians @ Twins
PDC World Cup of Darts
World Cup of Darts: Tag 2
MLB
Yankees @ Orioles
MLB
Cubs @ Mets
MLB
Indians @ Twins
MLB
Rangers @ Angels
PDC World Cup of Darts
World Cup of Darts: Tag 3 -
Session 1
Friendlies
England -
Nigeria
Glory Kickboxing
Glory SuperFight Series: Birmingham
PDC World Cup of Darts
World Cup of Darts: Tag 3 -
Session 2
IndyCar Series
IndyCar Series: Dual in Detroit, Rennen 1
Friendlies
Island -
Norwegen
MLB
Yankees @ Orioles
MLB
Indians @ Twins
Glory Kickboxing
Glory 54: Birmingham
MLB
Cubs @ Mets
NHL
Golden Knights @ Capitals (Spiel 3)
MLB
Rangers @ Angels
World Rugby U20 Championship
Australien -
Japan
PDC World Cup of Darts
World Cup of Darts: Tag 4 -
Session 1
Friendlies
Brasilien -
Kroatien
World Rugby U20 Championship
Neuseeland -
Wales
MLB
Yankees @ Orioles
MLB
Cubs @ Mets
PDC World Cup of Darts
World Cup of Darts: Tag 4 -
Session 2
MLB
Indians @ Twins
Serie B
Venedig -
Perugia
IndyCar Series
IndyCar Series: Dual in Detroit, Rennen 2
MLB
Rangers @ Angels
MLB
Yankees @ Tigers
NHL
Golden Knights @ Capitals (Spiel 4)
MLB
Royals @ Angels
MLB
Braves @ Padres
MLB
Diamondbacks @ Giants
MLB
White Sox @ Twins
MLB
Yankees @ Blue Jays
MLB
Phillies @ Cubs
MLB
Royals @ Angels
Friendlies
Norwegen -
Panama
MLB
Orioles @ Mets
MLB
Yankees @ Blue Jays
MLB
Phillies @ Cubs
MLB
Royals @ Angels
World Rugby U20 Championship
Wales -
Japan
MLB
White Sox @ Twins
MLB
Phillies @ Cubs
World Rugby U20 Championship
England -
Schottland
World Rugby U20 Championship
Neuseeland -
Australien
Friendlies
England -
Costa Rica
Friendlies
Portugal -
Algerien
Friendlies
Island -
Ghana
MLB
Tigers @ Red Sox
MLB
Astros @ Rangers
Friendlies
Schweiz -
Japan
MLB
Pirates @ Cubs
MLB
White Sox @ Red Sox
MLB
Angels @ Twins
MLB
Angels @ Twins
MLB
Pirates @ Cubs
Friendlies
Dänemark -
Mexiko
Rugby Union Internationals
Argentinien -
Wales
MLB
Diamondbacks @ Rockies
MLB
Yankees @ Mets

Sam Soliman hat sich gegen Felix Sturm seinen Traum erfüllt und ist neuer Pflichtherausforderer auf den WM-Gürtel seines Landmannes Daniel Geale. Im Interview spricht er über den Wettlauf gegen die Zeit, seine Motivationsvorträge und Sylvester Stallone.

SPOX: Herr Soliman, Australien ist in dieser Woche im Boxfieber. Am Mittwoch verteidigte Daniel Geale seinen WM-Gürtel gegen Anthony Mundine. Sie kämpfen wiederum gegen Felix Sturm um den Posten des Pflichtherausforderers.

Sam Soliman: Das stimmt, in dieser Woche sind wir die Nummer eins im Land. Das ist zur Abwechslung auch mal ganz schön. Ich will mir gegen Sturm endlich meinen Titelkampf holen, der mir im letzten Jahr gestohlen wurde. Aber das ist einfach der Boxsport. Solange man nicht im Ring steht, zählen irgendwelche Absprachen nicht. Im Hintergrund läuft so viel Politik ab. Dagegen hat man meistens keine Chance.

SPOX: Deutschland als Austragungsort gilt bei den meisten ausländischen Boxern als riskante Angelegenheit. Stichwort: Punktrichter. Gehen Sie mit gemischten Gefühlen in den Kampf?

Soliman: Natürlich hoffe ich, dass alles in geregelten Bahnen verläuft. Aber darüber darf ich mir gar nicht so viele Gedanken machen. Mein Fokus muss Sturm gelten, ansonsten bräuchte ich gar nicht anzutreten.

SPOX: Ihr Landsmann Geale hat im September 2011 das Kapitel Sturm bereits erfolgreich hinter sich gebracht, indem er sein Heil in der Offensive suchte. Darf man von Ihnen eine ähnliche Taktik erwarten?

Soliman: Nein, das würde auch wenig Sinn machen. Jeder Boxer hat seinen eigenen Stil. Geales Taktik zu kopieren, wäre falsch. Man kann niemanden nachahmen. Wenn ich das versuchen würde, hätte Sturm schon gewonnen.

SPOX: Sturm gilt als exzellenter Konter-Boxer. Werden Sie auch in seine Falle tappen?

Soliman: Es mag sein, dass er dort seine Stärken hat. Aber Sturm hat meine Konter-Qualitäten noch gar nicht gesehen. Ich werde versuchen, immer wieder das Tempo zu verändern, damit er seinen Rhythmus nicht findet. Über die Distanz sehe ich sowieso Vorteile bei mir.

SPOX: Das sind starke Worte eines mittlerweile 39-Jährigen.

Soliman: Ach, was bedeutet schon das Alter? Wenn ich an Bernard Hopkins denke, der mit 46 Jahren noch Weltmeister geworden ist. Oder Randy Couture, der mit 43 Jahren noch mal UFC-Champion geworden ist.

SPOX: Sie fühlen sich also nicht in einem Wettlauf gegen die Zeit?

Soliman: Nein, warum auch! Ich fühle mich genauso fit wie vor zehn Jahren. Das habe ich vor allem meinem Lebensstil zu verdanken. Ich habe in der Vergangenheit einige Zugeständnisse gemacht. Während meine Freunde feiern gegangen sind, war ich im Gym. Während sie auf Konzerten waren, habe ich mir Videos meines nächsten Gegners angeschaut. Aber genau da trennt sich die Spreu vom Weizen. 90 Prozent der Boxer verlieren mit der Zeit ihren Antrieb. Die anderen 10 Prozent sind meistens Weltmeister. Wenn ich zurückgetreten bin, kann ich immer noch genügend Spaß in meinem Leben haben.

SPOX: Das klingt sehr selbstreflektierend und passt zu einem Boxer, der in der Szene als freundlich, ehrlich und offen gilt. Woher kommen diese Charakterzüge?

Soliman: Das habe ich meinen Eltern zu verdanken. Mein Vater hat mir vor seinem Tod immer wieder eingetrichtert: "Behandele andere Menschen so, wie du selbst behandelt werden willst." Daran habe ich mich versucht zu halten.

SPOX: Das war wohl nicht immer so, gerade in Ihrer Kindheit in Brunswick.

Soliman: Das war ein ganz schlimmes Viertel in Melbourne. Zum Glück habe ich früh gelernt, nein zu sagen. Aber ich war sicherlich kein Kind von Traurigkeit. Das ging damals nach dem Motto: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Jede Postleitzahl hatte seine eigene Gang. Auf dem Schulhof kam es dann meistens zum Aufeinandertreffen. Suspendierungen vom Unterricht waren deswegen an der Tagesordnung.

SPOX: Und Sie mittendrin?

Soliman: Nein, so würde ich das nicht sagen. (schmunzelt) Aber natürlich gibt es auch von mir ein paar Geschichten. Einmal wurde ich von zwei Typen angegriffen und habe mich gewehrt. Am Ende wurde aber nur ich bestraft, weil der Lehrer meinen Schlag gesehen hat. Das war eine Lektion für mich. Außerdem werde ich nie das enttäuschte Gesicht meiner Mutter vergessen, als sie von meiner Suspendierung erfahren hat.

SPOX: Ihre Mutter war auch nicht sonderlich angetan, als Sie mit dem Kampfsport begannen.

Soliman: Sie hat es gehasst. Boxen hatte für sie immer etwas Gewalttätiges an sich. "Gewalt löst keine Probleme", hat sie immer gesagt. Bei meinen ersten sechs Amateur-Kämpfen wollte sie deswegen auch nie dabei sein, dabei habe ich kaum Kratzer abbekommen. Irgendwann hat sie sich dann doch überreden lassen. Auch mein Vater war kein großer Fan davon. Das hielt ihn aber nicht davon ab, nach einem Kampf in die Umkleidekabine zu rennen und zu brüllen: "Ich habe es Euch ja gesagt, mein Sohn ist der Beste."

SPOX: Sie haben sich über die Jahre entwickelt, besonders in persönlicher Sicht. Sie arbeiten mittlerweile als Botschafter für das Programm "Choices: The Good, the Bad and the Ugly." Was machen Sie genau und welche Bedeutung hat dieser Titel?

Soliman: Es geht darum, Jugendlichen zu helfen, die richtige Entscheidung zu treffen. Ein Beispiel: Sie sind in einen Streit verwickelt. "The Good" wäre in diesem Fall, den Konflikt mit Worten zu lösen oder ihm einfach aus dem Weg zu gehen. "The Bad" wäre, in eine Schlägerei verwickelt zu werden und am Ende eine Anzeige zu kassieren oder dergleichen. Im schlimmsten Fall prügelt man seinen Gegenüber windelweich, so dass dieser mit dem Kopf auf den Bordstein aufschlägt und vielleicht sogar stirbt. Man gewinnt dann zwar den Fight, verliert aber etwas viel Wertvolleres: seine Freiheit. Wer will schon gerne ins Gefängnis? Das wäre "The Ugly". Ich will den Kindern zeigen, dass sie ihr Schicksal in den eigenen Händen haben.

SPOX: Sie werden selbst von Australian-Football-Vereinen eingeladen, um vor den Spielern einen Vortrag zu halten. Worum geht es in diesen Reden?

Soliman: Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Das gilt für Jugendliche, aber auch für diese Sportler. Für die Footy-Spieler bedeutet das: Wie ernähre ich mich richtig? Wie schlafe ich richtig? Wie betreibe ich einen angemessenen Lebensstil? Sie sollen die Konzentration auf ihren Job, ihre Leidenschaft legen. Sie sollen lernen, welches Privileg es ist, ihren Traum zu leben. In diesem Zusammenhang sollte es ganz normal sein, einigen Verlockungen zu widerstehen.

SPOX: Apropos Traum: Sie haben sich einen kleinen Traum erfüllt, als sie Sugar Ray Leonard kennen lernen durften. Wie kam es dazu?

Soliman: Ich habe bei "The Contender" teilgenommen. Das war eine Reality-TV-Show in den USA, bei der mehrere Boxer in einem Haus lebten, trainierten und dann im K.o.-Modus gegeneinander antraten. Und Sugar Ray war der Moderator. Das war unglaublich. Mit so einer Legende Zeit zu verbringen, werde ich nie vergessen. Ich hatte Gänsehaut.

SPOX: Ein Haus voller Boxer? Kann das bei so viel Testosteron überhaupt gut gehen?

Soliman: Es war schon eine komische Situation. Am Nachmittag hängst du mit den anderen Boxern ab, redest mit ihnen über Gott und die Welt. Und am Abend schlägst du ihnen dann die Fresse ein. Im Endeffekt war es aber eine tolle Erfahrung und hat mir vor allem einen gewissen Bekanntheitsgrad in den Staaten verschafft.

SPOX: Das klingt ein wenig nach Hollywood. Da passt es gut, dass ein berühmter Schauspieler einmal über Sie gesagt hat: "Sam Soliman ist einer meiner Lieblingskämpfer. Er ist ein echter Champion und..."

Soliman: Sylvester Stallone!

SPOX: Korrekt! Woher kennen Sie Sly?

Soliman: So blöd es klingen mag: Er hat mich einige Zeit lang verfolgt. Er hat 2005 meinen Kampf gegen Winky Wright gesehen und wollte mich seitdem treffen. Offenbar hat ihn imponiert, wie ich als klarer Außenseiter die Gunst des Publikums gewonnen habe. Er hat mir mal erzählt: "Das war wie in einem Rocky-Film. Niemand hat dir eine Chance gegeben, aber du hast trotzdem nie aufgeben." Als er mich dann auch noch zu einer Premiere eingeladen hat, war ich komplett sprachlos. Mit Sly über den roten Teppich? Das hätte ich mir nie erträumen lassen. Als ich dann auch noch erzählt habe, dass ich meinen Pudel nach Rockys Frau Adrian genannt habe, war das Eis endgültig gebrochen.

Die Ranglisten der vier großen Boxverbände im Überblick

Werbung
Werbung
Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com
Werbung
Werbung