WM-Titelvereinigung: Felix Sturm vs. Daniel Geale

Im Gedanken beim König

Von Bastian Strobl
Freitag, 31.08.2012 | 16:02 Uhr
Felix Sturm verteidigte seinen Titel zuletzt gegen Sebastian Zbik
© Getty
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Am Samstag (22.45 Uhr im LIVE-TICKER) steht für WBA-Super-Champion Felix Sturm der Kampf seines Lebens an. Gegen IBF-Weltmeister Daniel Geale will der gebürtige Leverkusener die Titel im Mittelgewicht vereinigen. Doch das Gespenst Arthur Abraham lässt ihm keine Ruhe. Der Gegner erinnert derweil an Mack The Knife.

"Der ist doch nur mit seinen Patschehändchen durch den Ring gelaufen, ohne einmal zu treffen." Der Ärger von Wilfried Sauerland war im Jahnsportforum von Neubrandenburg nicht zu überhören. Einmal in Rage konnte er sich kaum beruhigen, sprach immer wieder vom "Sven Ottke für arme Leute".

Dieses zweifelhafte Kompliment war an Daniel Geale gerichtet. Im Mai 2011 entthronte der Australier Sauerland-Schützling Sebastian Sylvester und kürte sich zum Mittelgewichts-Weltmeister nach Version der IBF.

Geale: "Habe Rose immer bewundert"

Es sollte ein bittersüßes Erlebnis werden. Während sich Geale seinen Traum erfüllte, starb mit Lionel Rose gleichzeitig einer der beliebtesten Sportler Australiens mit gerade einmal 62 Jahren. Der einstige Bantamgewichts-Weltmeister war eine Ikone in Down Under, weil er als erster Aborigine einen WM-Gürtel im Boxen erobern konnte.

Dadurch wurde Rose vor allem bei den Ureinwohnern zu einer Art Volksheld, auch außerhalb des Rings. Seinen letzten, seinen vielleicht wichtigsten Kampf verlor er trotzdem. Vier lange Jahre wehrte sich Rose gegen die Folgen eines Schlaganfalls.

Es schien fast so, als hätte Rose so lange gekämpft, bis er die Zeichen der Zeit erkannt hatte. Bis ein Nachfolger endlich gefunden war. "Ich habe Lionel Rose immer bewundert. Er war ein fantastischer Sportler, ein großartiger Kerl und ein Vorbild für mich", erklärte Geale nach seinem Titelgewinn gegen Sylvester.

Arthur Abraham geistert um die Arena

Seitdem hat er dessen Erbe zweimal erfolgreich verteidigt. Am Samstag kehrt er nun zurück nach Deutschland - für sein nächstes Meisterstück. "Ich bin dankbar für diese Möglichkeit. Mein Promoter Gary Shaw hat mir die größten Kämpfe versprochen, und er hat Wort gehalten", so der 31-Jährige vor dem Vereinigungskampf gegen WBA-Super-Champion Felix Sturm.

Dabei nimmt Geale im Vorfeld nicht mehr als eine Außenseiterrolle ein. Würde sein Gesicht nicht auf einigen Plakaten prangen, würde man den 32-Jährigen nicht von einem Mitarbeiter einer örtlichen Tankstelle unterscheiden können. Etwas schlaksig, schlecht rasiert, die Haare lockig, die Nase gerade, frei von Skandalen - Geale ist nicht gerade eine Goldgrube für jeden PR-Berater.

Vielleicht auch deswegen scheint der Kampf für Sturm nicht mehr als ein Lückenfüller, eine Zwischenstation zu sein. Der Name Arthur Abraham geistert wie ein böser Albtraum rund um die König-Pilsener-Arena in Oberhausen.

Vermeintlich größte Hürde ist keine mehr

Zwar versucht der Super-Champion, den "Kampf meines Lebens" gegen Geale in den Mittelpunkt zu rücken. Sturm lässt jedoch keine Spitze gegen König Arthur aus: "Ich wäre bereit, aber der hat in der Weltspitze eigentlich gar nichts zu suchen."

Ein Duell zwischen den beiden besten deutschen Mittelgewichtlern der letzten Jahre ist ein lang gehegter Traum von Fans und Experten. Doch bis auf einige verbale Scharmützel wurde es nie richtig ernst.

Es hatte fast den Anschein, als würden Sturm und Abraham ihre - wenn auch nicht ganz so intensive und hochklassige - Version der schier endlos erscheinenden Mayweather-Pacquiao-Saga schreiben. Doch nun ist die vermeintlich größte Hürde - die Verträge mit unterschiedlichen TV-Sendern - offenbar keine mehr.

"Klar ist: Für viele Boxfans wäre ein Kampf zwischen Felix Sturm und Arthur Abraham ein absoluter Kracher, den jeder TV-Sender gern zeigen würde", erklärte "SAT.1"-Sportchef Sven Froberg gegenüber dem "SID". "So ein Box-Highlight würde nicht zwingend an den verschiedenen TV-Partnern scheitern. Man kann über vieles sprechen."

Sturm: "Bit fit wie nie zuvor"

Auch die "ARD", die durch den Vertrag mit Sauerland die Abraham-Kämpfe überträgt, ist offenbar gesprächsbereit. "Selbstverständlich sind wir an der Übertragung hochkarätiger Boxkämpfe interessiert. Dies gilt mit Sicherheit auch für einen Kampf zwischen Arthur Abraham und Felix Sturm", so "ARD"-Sportkoordinator Axel Balkausky.

Der lachende Dritte bei dieser Diskussion könnte dabei ausgerechnet Geale sein. Der Eindruck, dass Sturm mit den Gedanken bereits bei seinem Intimfeind ist, kommt nicht von ungefähr.

Die Abwesenheit von Fritz Sdunek, der lange bei Witali Klitschko und dessen Vorbereitung für das Duell mit Manuel Charr weilte, zeugt nicht unbedingt von einem optimalen Trainingscamp. "Ich habe mich größtenteils alleine vorbereitet, bin aber fit wie nie zuvor", versuchte Sturm, diese Zweifel vom Tisch zu wischen.

Trotzdem: Bei zwei seiner letzten drei Auftritte konnte er nicht gerade überzeugen. Insbesondere das Duell mit Matthew Macklin vor einem guten Jahr dürfte Geale genauestens studiert haben.

In jedem Bereich überlegen

Der Ire dominierte den Kampf mit zahllosen Schlagkombinationen und ließ Sturm kaum Zeit zum Atmen. Auch Geale gilt eher als so genannter Pressure-Fighter, der die Offensive und den offenen Schlagabtausch sucht.

Die große Frage ist nur: Kann Sturm seine unbestrittenen exzellenten Konter-Fähigkeiten ausspielen, die eigentlich prädestiniert gegen einen solchen Boxstil sind? Oder vergisst er wie beim Macklin-Fight jegliche Taktik und lässt sich auf eine wilde Prügelei ein?

Nüchtern betrachtet ist der 33-Jährige dem Australier in jedem Bereich überlegen, sowohl technisch als auch in der Defensive. In Sachen Punching-Power nehmen sich dagegen beide nicht viel. Auf einen Knockout dürfte man also vergebens warten.

Unterschätzen sollte Sturm seinen Gegner trotzdem nicht, Abraham hin oder her. Sonst könnte er feststellen: Auch Patschehändchen hinterlassen ihre Wirkung.

Die Ranglisten der vier Verbände

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