Donnerstag, 05.07.2012

Vor dem WM-Kampf in Bern

Klitschko und Thompson auf dem Gipfel

Auf dem Bundesplatz mitten in Bern drängten sich hunderte Zuschauer. Wo sonst politische Parteien ihre Kundgebungen abhalten und die Schweizerische Eidgenossenschaft ihre Staatsgäste empfängt, demonstrierten diesmal Wladimir Klitschko und Tony Thompson. Ihre Boxkünste. Und machten damit letzte Werbung für ihren WM-Kampf am Samstag (22.30 Uhr im LIVE-TICKER) im Stade de Suisse in der Schweizer Hauptstadt.

Wladimir Klitschko kämpft am Samstag in Bern gegen Tony Thompson
© Getty
Wladimir Klitschko kämpft am Samstag in Bern gegen Tony Thompson

Das Interesse an dem Fight um die Titel der IBF, WTA und WBO ist groß, 20.000 Karten sind schon verkauft, die lokalen Medien trommeln ordentlich mit. Der Kampf wird in 150 Länder weltweit übertragen, in Deutschland zeigt wieder RTL die Bilder. Die PR-Maschinerie läuft bereits seit Wochen. Gemeinsam "übten" Klitschko und Thompson auf dem Jungfrau-Joch und ließen sich beim "Bergsteigen" ablichten. Eine Seilschaft.

Thompson Nummer zwei der IBF

Die natürlich das gemeinsame Interesse größtmöglichen kommerziellen Erfolges hat, auch wenn sie sich im Kampf als Gegner gegenüberstehen. Bruder Witali trat 2009 auch schon erfolgreich in Bern auf, in Deutschland sind die meisten Arenen mit Klitschko bereits bespielt.

Natürlich werden wieder rund zehn Millionen Fans das Fernsehen anschalten. Es mehren sich aber stückchenweise in Deutschland auch kritische Stimmen angesichts der Überlegenheit der boxenden Brüder. "Fallobst" und "handverlesen" sei auch dieser Gegner, argwöhnen viele Schreiber in Foren.

Natürlich nicht, sagt das Klitschko-Lager. Thompson ist die Nummer zwei im IBF-Ranking und wer sich die Weltranglisten anschaut, der wird niemanden entdecken, der potenziell einen gleichstarken Gegner für den 36 Jahre alten "kleinen" Klitschko abgibt. "Tony kennt mich besser als jeder andere Gegner", sagt Klitschko, "er war 2003 mein Sparringspartner, 2008 haben wir gegeneinander gekämpft."

Das war in Hamburg und Klitschko gewann in der elften Runde durch K.o. und war bis dahin von seinem mit 1.96 Metern fast gleich langen Herausforderer ernsthaft gefordert worden. Er trug sogar eine blau-rote Schwellung unter dem linken Auge davon und sagte: "Jetzt sehe ich wie ein richtiger Boxer aus." Die Erinnerung daran hat Klitschko noch und erwartet deshalb gegen den mittlerweile 40 Jahre alten Thompson "einen intensiven, klassischen Fight."

Coach Steward kommt nur zum "Finetuning"

Im April 2004 hat Wladimir Klitschko zuletzt verloren, gegen Lamon Brewster. Als "Loser" sei er danach beschimpft worden, habe aber seine Lektion für das Leben gelernt, sagte er in einem Interview mit "Welt online": "Sonst würde ich nicht da stehen, wo ich bin."

Unter anderem organisiere er sein Training seither selbst, Coach Emmanuel Steward kommt vier Wochen vor einem Kampf nur noch zum "Finetuning".

Wichtigste Bezugsperson ist eben Bruder Witali, der normalerweise auch immer in der Ringecke sitzt. Der 40-Jährige tourt allerdings momentan als Wahlkämpfer für seine Partie UDAR durch seine ukrainische Heimat und bekam grade bei einer Demonstration die Durchsetzungsfähigkeit der örtlichen Exekutive mittels Tränengas und Schlagstock zu spüren. Auf dem Bundesplatz in Bern ging es da weitaus friedlicher zu. Trotz der Schläge.

Die Weltmeister der Verbände in der Übersicht

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Klitschko fokussiert sich während der ukrainischen Hymne auf den bevorstehenden Kampf, der dann jedoch eher einer Farce glich.
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Denn Mormeck traute sich kaum zuzuschlagen und wirkte von der ersten Sekunde an überfordert mit dem körperlich und boxerisch überlegenen Klitschko.
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Immer wieder versuchte der Franzose zu klammern. Hier stolpert Klitschko über den 17 Zentimeter kleineren Kontrahenten.
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Der Moment des Knockouts: In der vierten Runde geht Mormeck nach drei guten Treffern zu Boden.
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Wladimir Klitschko ließ sich in Düsseldorf feiern. Ganz glücklich dürfte er über den letztlich peinlich agierenden Gegner dennoch nicht gewesen sein
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