Geschichte eines Scheiterns

Ex-Profi Ulrich arbeitet jetzt als Trainer

SID
Freitag, 08.06.2012 | 13:56 Uhr
Am 5. Mai war es vorbei mit der Profikarriere des Berliner Boxers
© Getty
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Der neue Trainer hat seinen Job am 1. Juni begonnen. Wie man hört, macht er sich gut. Treibt die Fitnesssuchenden an, muntert auf, motiviert. Geschäftsleute, die Boxen als Sport für sich entdeckt haben, das Gym in Berlin boomt.

Mittendrin Thomas Ulrich, Bronzemedaillengewinner 1996 und gescheiterter Profi. Und jetzt Trainer. Wenigstens das.

Sechs schwere K.O. - Niederlagen

Am 5. Mai war es endgültig vorbei mit der Profikarriere des blonden Berliners. Vor 5.500 Zuschauern kniete der Halbschwergewichtler in einem Ring in Erfurt, streckte die Arme hilflos in die Höhe und schnappte nach Luft.

Der junge Dustin Dircks (23) hatte ihn mit einem klassischen Leberhaken außer Gefecht gesetzt. K.o. in der vierten Runde. Es war bereits der sechste schwere Knockout in seiner Profilaufbahn, in der nur wenig so lief, wie es vorgesehen war.

"Er wird einmal ein Großer"

Jung, gut aussehend, deutsch. So kam er von den Olympischen Spielen in Atlanta zurück. Der damalige Bundestrainer Ulli Wegner schwärmte: "Thomas ist das geborene Bewegungstalent und wird einmal ein Großer."

Der Profivertrag beim Universum-Stall in Hamburg war schnell unterschrieben. Gleichzeitig heuerten dort zwei Schwergewichtler aus der Ukraine an, der Weg nach oben war geebnet.

Steiler Aufstieg

Es ging steil bergauf. Er gewann am Stück 20 Kämpfe und 18 davon durch K.o. Promoter Klaus-Peter Kohl rieb sich die Hände, alles schien nach Plan zu laufen.

Bis zu jenem 28. Juli 2001 als Ulrich in der sechsten Runde gegen Glen Johnson vorzeitig verlor. Er kam noch einmal zurück, wurde Europameister, bezwang 2003 Graciano Rocchigiani in dessen letztem Kampf vor einem Millionenpublikum im "ZDF".

In seinem 29. Kampf griff Ulrich schließlich gegen den Polen Tomasz Adamek zur WM im Halbschwergewicht. Es war furchtbar. Ende in Runde sechs.

Schwere Niederlagen

Von den folgenden neun Kämpfen verlor er fünf. Meist schwer gezeichnet. Die Elite der deutschen Trainer hat sich an dem sensiblen Berliner versucht. Von Fritz Sdunek über Torsten Schmitz bis zu Graciano Rocchigiani und zuletzt Ali Yildirim, durchschlagenden Erfolg hatte keiner.

Ulrich wollte nicht in Hamburg trainieren, er sagte einen Kampf ab, weil sein Kaninchen gestorben war, er sagte einen Kampf ab, weil der Gegner keinen Aids-Test vorweisen konnte. Am Ende begab er sich in psychologische Behandlung. "Ich selbst habe mir immer die schlimmsten Steine in den Weg gelegt", sagte er.

Vorliebe für dicke Autos

2010 kehrt er in den Ring zurück. All das Geld aus 14 Jahren Profileben war weg. "Zu mir kam er vor zwei Jahren mit völlig leeren Taschen" sagte der Hamburger Manager Ismael Özem, der Ulrich eine letzte Chance gab. Warum all das Geld verschwunden ist, weiß außer Ulrich keiner.

Er ließ sich zwar teure Autos auf 800 PS trimmen und steuerte dicke Motorräder, weitere teure Laster aber wurden nie bekannt. "Wir haben ihn mit kleinem Geld vor Hartz IV bewahrt", sagt Özem.

Neuanfang als Trainer

Auch der letzte Anlauf aber ging schief. "Mit Ulrichs Boxkarriere ist Schluss. Er hat sein Kämpferherz verloren. Jetzt ist es nur noch gefährlich" sagt Trainer Ali Yildirim: "Ich mache ein neues Gym in Charlottenburg auf, da kann ich ihn als Co-Trainer gut gebrauchen." Ein Neuanfang, und wohl die letzte Chance für einen gescheiterten Boxer, sein Leben in den Griff zu bekommen.

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