Donnerstag, 31.05.2012

Dariusz Michalczewski im Hyundai-Fan-Scout-Interview

"Und dann so ein Mist! Eine Katastrophe!"

Ein peinlicher EM-Song als Symbol: Box-Legende Dariusz Michalczewski fürchtet bei der EM 2012 eine polnische Blamage. Die Hyundai Fan Scouts trafen den "Tiger" während ihrer Polen-Tour in seiner Heimatstadt Danzig und sprachen mit ihm über Klischees, Klitschko und das Leben als Energydrink-Superstar. Die spannende Tour der Fan Scouts gibt es zum Nachlesen auf der Facebook-Seite.

Dariusz "Tiger" Michalczewski mit den beiden Fan Scouts Andre (l.) und Martin
© Hyundai Fan Scout
Dariusz "Tiger" Michalczewski mit den beiden Fan Scouts Andre (l.) und Martin

Frage: Herr Michalczewski, vor einem Monat fand der Hamburg-Marathon statt. Hatten Sie keine Lust, Ihre Zeit von 3:57 Stunden aus dem Jahr 2010 zu toppen?

Dariusz Michalczewski: Nein, ich habe ein bisschen zugenommen. Ich wollte, wenn ich antrete, unter vier Stunden laufen, aber dafür war ich nicht fit genug. Ich hatte eine Meniskusoperation und bin danach nicht rechtzeitig wieder in Form gekommen. Aber ich gehe aktuell wieder jeden Tag laufen und möchte beim nächsten Mal erneut in Hamburg antreten.

Frage: Stattdessen sorgen Sie mit Ihrem Energy-Drink "Tiger" in Polen für Furore. Ist es Ihr einziges berufliches Standbein?

Michalczewski: Nein, ich bringe neben Tiger-Energy auch Kosmetikartikel heraus, um die Marke weiter auszubauen. Mein Sohn Michael ist aus Amerika zurückgekommen und arbeitet für mich an diesen Themen.

Hyundai Fan Scouts in Polen
Die Hyundai Fan Scouts Martin und Andre haben EM-Gastgeberland Polen eine Woche lang unsicher gemacht. Die ganze Tour zum Nachlesen gibt es auf "www.facebook.com/hyundai.deutschland"
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Die Hyundai Fan Scouts Martin und Andre haben EM-Gastgeberland Polen eine Woche lang unsicher gemacht. Die ganze Tour zum Nachlesen gibt es auf "www.facebook.com/hyundai.deutschland"
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Gegenüber des Präsidentenpalasts lässt es sich mit Kielbasa-Wurst und Wodka nach Siegen der eigenen Mannschaft gut feiern.
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Gegenüber des Präsidentenpalasts lässt es sich mit Kielbasa-Wurst und Wodka nach Siegen der eigenen Mannschaft gut feiern.
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In der Breslauer Altstadt reihen sich Kneipen und Bars aneinander. Hier wird während der EM die Hölle los sein.
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In der Breslauer Altstadt reihen sich Kneipen und Bars aneinander. Hier wird während der EM die Hölle los sein.
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Im Stadion von Breslau werden während der EM drei Gruppenspiele ausgetragen.
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Im Stadion von Breslau werden während der EM drei Gruppenspiele ausgetragen.
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Chuck Norris macht keine Werbung für polnische Banken. Polnische Banken machen Werbung für Chuck Norris.
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Chuck Norris macht keine Werbung für polnische Banken. Polnische Banken machen Werbung für Chuck Norris.
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Die Breslauer Zwerge sind chancenlos gegen den berühmt-berüchtigt flatternden Superstars-Doppel-Schuss
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Die Breslauer Zwerge sind chancenlos gegen den berühmt-berüchtigt flatternden Superstars-Doppel-Schuss
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Die Fan Scouts werfen sich in Posen in Posen. Im Hintergrund das EM-Stadion der polnischen Industriestadt
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Die Fan Scouts werfen sich in Posen in Posen. Im Hintergrund das EM-Stadion der polnischen Industriestadt
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Wer immer schon mit dem Bürgermeister Posens auf einem Bild sein wollte, hat zur EM die einmalige Gelegenheit
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Wer immer schon mit dem Bürgermeister Posens auf einem Bild sein wollte, hat zur EM die einmalige Gelegenheit
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In Posens Altstadt gibt es keine Farbe, die nicht an irgendeine Hauswand gekleistert ist
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In Posens Altstadt gibt es keine Farbe, die nicht an irgendeine Hauswand gekleistert ist
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Der Traingsplatz des DFB-Teams in Danzig ist das ehemalige Stadion des Erstligisten Lechia Gdansk. Das Stadion wurde zuletzt 2008 renoviert
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Der Traingsplatz des DFB-Teams in Danzig ist das ehemalige Stadion des Erstligisten Lechia Gdansk. Das Stadion wurde zuletzt 2008 renoviert
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Das Stadion von Danzig liegt direkt an der Ostsee und versprüht mit seinem dunkelgelben Mosaik 70er-Flair
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Das Stadion von Danzig liegt direkt an der Ostsee und versprüht mit seinem dunkelgelben Mosaik 70er-Flair
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Danzigs sonnendurchflutete Innenstadt ist ein absoluter Hingucker. Schon vor der EM wimmelte es hier von deutschen Touristen
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Danzigs sonnendurchflutete Innenstadt ist ein absoluter Hingucker. Schon vor der EM wimmelte es hier von deutschen Touristen
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Ex-Box-Weltmeister Dariusz Michalczewski ist in Polen ein Star - inzwischen hat er dort seinen eigenen Energy Drink auf dem Markt
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Ex-Box-Weltmeister Dariusz Michalczewski ist in Polen ein Star - inzwischen hat er dort seinen eigenen Energy Drink auf dem Markt
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Radtouren machen in polnischen Städten nur halb so viel Spaß, wie uns die freihändig fahrende Dolmetscherin hier vormachen will
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Radtouren machen in polnischen Städten nur halb so viel Spaß, wie uns die freihändig fahrende Dolmetscherin hier vormachen will
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Die Mannschaftsbusse von Deutschland und England lieferten sich in Danzig schon vor der EM einen erbitterten Kampf um den besten Parkplatz. Die ganze Tour zum Nachlesen gibt es auf "www.facebook.com/hyundai.deutschland"
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Die Mannschaftsbusse von Deutschland und England lieferten sich in Danzig schon vor der EM einen erbitterten Kampf um den besten Parkplatz. Die ganze Tour zum Nachlesen gibt es auf "www.facebook.com/hyundai.deutschland"
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Frage: Ihr Name ist dabei sicherlich nicht von Nachteil.

Michalczewski: Viele junge Leute in Polen wissen nicht, wer der "Tiger" ist. Nicht alle Leute bringen die Marke mit mir in Verbindung. Es ist auch nicht so viel Arbeit, ich gebe nur die Lizenz. Aber es bringt Geld und wir haben Erfolg. Wir sind stark im Kommen in Rumänien, Bulgarien und Litauen - Tiger ist eine Weltmarke!

Frage: Wer weiß, vielleicht kaufen Sie eines Tages auch einen Fußballverein...

Michalczewski: Ich glaube nicht. Ich habe eine gute Karriere gehabt und jetzt eine Stiftung für junge Sportler gegründet, aber ich habe keine Ambitionen, einen eigenen Fußballverein zu besitzen. Ich habe in meiner Karriere genug Stress gehabt. Um jetzt noch einmal angespannt zu sein, ob mein Team gewinnt oder verliert, ohne selbst Einfluss darauf zu haben, habe ich keine Nerven. Ich habe ein tolles Leben, eine neue Frau, ein zwei Jahre altes Kind. Da brauche ich den Stress nicht. (lacht)

Frage: In rund einer Woche beginnt die EM in Polen. Haben Sie ein Team, dem Sie die Daumen drücken?

Michalczewski: Ich bin natürlich für Polen. Aber wenn wir ausscheiden, drücke ich den Deutschen die Daumen, sie sind der große Titelfavorit. Polen hingegen hat keine gute Mannschaft. Ich hoffe, dass Polen wenigstens die Gruppenphase übersteht, damit sich das Land nicht blamiert. Es ist meine größte Sorge, dass das Turnier eine Anti-Werbung für Polen wird. Haben Sie die polnische EM-Hymne ("Koko Euro Spoko", Anm. d. Red.) gehört? Die ist in meinen Augen eine Katastrophe! Wir wollen aus dem Spargelstecher- und Erdbeerensammler-Klischee herauskommen, und jetzt kommen da diese alten Frauen. Katastrophal! Polen ist nicht mehr so! Polen ist ein junges Land, es wird immer moderner und junge Polen arbeiten erfolgreich in der ganzen Welt. Und dann so ein Mist! Das hat mich enttäuscht.

Frage: Aber ist die EM nicht auch eine Chance für eine gute Außendarstellung, etwa durch die neuen Stadien?

Michalczewski: Na ja, wenn die Leute zwei oder drei Stunden im Stau stehen, um nach dem Spiel nach Hause zu kommen, befürchte ich gleich wieder negative Kritiken. Vielleicht bin ich zu kritisch, weil ich in Deutschland gelebt habe.

Frage: Werden Sie bei der EM auch Spiele im Stadion besuchen?

Michalczewski: Ja, ich fahre zum Eröffnungsspiel, habe Tickets für ein Halbfinale und bin zum Finale eingeladen, aber da werde ich erst mal schauen, wer spielt.

Frage: Wer hat denn Ihrer Meinung nach die größten Chancen auf das Finale?

Michalczewski: Deutschland. Natürlich drücke ich auch Polen die Daumen. Man hält immer für die Schwächeren, aber wenn man logisch denkt, wird es schwierig für Polen, die Gruppenphase zu überstehen, denn sie sind das schwächste Team der Gruppe - zumindest nach dem UEFA-Ranking.

Frage: Neben Fußball hat auch Boxen eine große Tradition in Polen mit großen Namen wie Ihnen, Tomasz Adamek oder Andrzej Golota. Welchen Platz nimmt Boxen in der Gunst der polnischen Zuschauer ein?

Michalczewski: Polen hat keine Erfolge und derzeit keinen Nachwuchs. Zum ersten Mal in unserer Geschichte hat sich kein polnischer Boxer für die Olympischen Spiele qualifiziert. Das ist ein großes Problem.

EM-Stadien 2012: Ostsee-Perlen & ukrainische Ufos
Soccer City in Johannesburg? Nein, wir sind in Polen! Nicht unweit der Ostsee steht das goldene EM-Stadion von Danzig. Knapp 44.000 Fans können hier jubeln
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Die polnischen Nationalfarben an der Außenwand sollen die Spieler zu Höchstleistungen animieren. In Warschau beginnt mit dem Eröffnungsspiel die Europameisterschaft
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Das Stadion von Breslau fasst knapp 43.000 Zuschauer und ist Austragungsort dreier Vorrundenspiele. Schlappe 200 Millionen Euro hat das Schmuckstück gekostet
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Das EM-Stadion in Posen wurde als erstes Stadion eingeweiht. Ein schönes Schmuckkästchen ist es geworden. Dreimal rollt hier während der EM der Ball
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Ufo mit Planschbecken? Das Stadion von Donezk kann schon mal 52.000 Zuschauer auf andere Gedanken bringen
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Die Arena von Charkiw lässt den Himmel blau erstrahlen. In dem renovierten Stadion können knapp 42.000 Fans drei Vorrundenspiele genießen
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Ende Oktober wurde das Stadion in Lviv feierlich eröffnet. Mit Drachen und Kleopatra
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Hübsches Ding! Im größten Stadion der EM wird der Europameister gekrönt. Wer kann in Kiew den Pokal in die Höhe stemmen?
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Frage: Mit Andrzej Wawrzyk, Mariusz Wach und Artur Szpilka hat Polen drei ungeschlagene junge Talente im Schwergewicht am Start. Kennen Sie die drei und wie schätzen Sie sie ein? Wer ist der stärkste?

Michalczewski: Darüber möchte ich nicht reden. Von Begriff "Talent" halte ich nicht viel. In jeder Altersklasse, die ich durchlief, waren zehn Jungs dabei, die größere Talente waren als ich. Es wird viel über sie geredet, aber sie haben noch nix gezeigt. Da wird der Durchbruch ausbleiben.

Frage: Fehlt Polen also eine strukturierte Nachwuchsförderung?

Michalczewski: Ja, wir haben keine Vereine, keine Gelder und die Nachwuchsboxer haben zu wenige Turniere.

Frage: Hätten Sie nicht Lust, dem Boxen in Polen auf die Beine zu helfen?

Michalczewski: Nein, ich habe die Nase voll vom Boxen, ich habe immerhin 25 Jahre geboxt. Dennoch bin ich nicht ganz weg: Ich habe meine Stiftung, in die ich jedes Jahr 250.000 Euro stecke, vergebe Stipendien und unterstütze Vereine mit Geld.

Frage: Mit Mateusz Masternak steht ein schlagstarker junger Mann in den Cruisergewichts-Rankings weit oben. Er steht bei Sauerland unter Vertrag, was trauen Sie ihm zu?

Michalczewski: Masternak ist ein guter Junge. Er ist wohl der Einzige, der die Möglichkeit hat, ein Großer zu werden.

Teil II: Tiger über Universum, Rocchigiani und die Klitschkos


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