Box-Trainer wird 70 Jahre alt

Ulli Wegner will von Ruhestand nichts wissen

SID
Donnerstag, 26.04.2012 | 12:59 Uhr
Uli Wegner hat unter anderem Sven Ottke, Arthur Abraham und Marco Huck zum Weltmeister gemacht
© Getty
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"Ach, dieses Datum." Ulli Wegner will nichts davon wissen. 70. Also wirklich. Da schwingt so viel Ruhestand mit, Rentnertum und Altes Eisen. Aber er doch nicht. Ulli Wegner ist täglich mit seinen Boxern beschäftigt, im Max-Schmeling-Gym in Berlin, in der Sportschule Kienbaum oder auf irgendwelchen Kampf-Events quer durch die Republik. Und das soll auch so bleiben.

Für die Statistik: Am Donnerstag begeht er seinen Geburtstag, den runden, über den er so ungern redet. Mitten in der Vorbereitung für den Kampf seines Schützlings Marco Huck gegen Ola Afolabi am 5. Mai in Erfurt. Große Sause ist nicht, ein Gläschen mit Ehefrau Margret vielleicht, nett essen. Glückwünsche aber wird er entgegennehmen müssen, viele.

Abraham: "Er hat mein Leben komplett verändert"

"Ich kenne keinen Trainer, der mit so viel Herzblut dabei ist, wie Ulli Wegner. Er bleibt irgendwie immer jung und passt sich der Zeit an", sagt sein Lieblingsschüler, der langjährige Weltmeister Sven Ottke, "er ist ein echtes Arbeitstier und ein großartiger Mensch."

Den gebürtigen Armenier Arthur Abraham hat Wegner vom Sparringspartner zum Boxstar entwickelt. "Herr Wegner hat mein Leben komplett verändert. Nach außen hin wirkt er immer sehr hart, aber in Wirklichkeit ist er ein total netter Kerl mit einem weichen Herz", sagt Abraham.

Ulli Wegner ist ein Aushängeschild des Boxstalls von Manager Wilfried Sauerland, wahrscheinlich sogar das Aushängeschild. Die Box-Champions kommen, siegen und verlieren und gehen. Manche mit mehr Erfolg als andere, Wegner aber bleibt. "Er ist einer der fleißigsten Menschen, die ich kenne und schafft es dabei immer freundlich und zuvorkommend zu bleiben", sagt Wegners Chef: "Ich freue mich auf viele weiter Jahre mit ihm."

Wegners Ansprachen sind Kult

Und weil die Kämpfe seiner Boxer in der ARD ausgetragen werden, stören auch keine lästigen Werbeeinblendungen, wenn er seine Pausenansprachen hält: "Atmen! Junge, mach doch, was ich dir sage, Deckung, Aufwärtshaken, Atmen!" Wegner ist auch Kult.

Man macht sich schnell Sorgen um ihn, wenn er da so in der Ecke steht und auf seine Schützlinge einwirkt. Der Kopf ist rot, die Stimme heiser. Seit über 40 Jahren ist der gebürtige Vorpommer mit Wohnsitz Berlin in seinem Metier beruflich schon tätig. "Drei Stunden Pratzenarbeit halte ich noch durch, obwohl es gewaltig auf die Gelenke geht".

Der Job fordert den ganzen Mann, aber er gibt offenbar auch zurück. Auch sein fünf Jahre jüngerer Kontrahent Fritz Sdunek denkt noch überhaupt nicht ans Aufhören. "Für die Zukunft wünsche ich ihm ganz viel Gesundheit, schließlich brauche ich ihn noch", erklärt "Käpt'n" Huck.

Als Trainer Erziehungsarbeit übernehmen

Neben der Angst vor einer gewissen Langeweile im Ruhestand kommt bei Wegner auch ein Gefühl der Unersetzlichkeit hinzu. "Ganz ehrlich, ich mache mir auch ein bisschen Sorgen, was passiert, wenn ich aufhöre", sagt er.

Natürlich gibt es Assistenten, aber der Cheftrainer behält am liebsten alles in seiner eigenen Hand. Ausbilder des Trainernachwuchses ist er nur sehr bedingt.

Er will ja auch Werte vermitteln und nicht nur Schlagtechnik. "Ich muss als Trainer viel Erziehungsarbeit übernehmen. Die Boxer kommen aus unterschiedlichen Kulturen, haben unterschiedliche Hintergründe", erklärt Ulli Wegner, "ich muss ihnen nicht nur beibringen, dass sie gute Boxer sind, sondern sich im Leben auch nach dem Sport zurecht finden."

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