Ulli Wegner im Interview

Wegner: "Powetkin war nervlich am Boden"

Von Für SPOX in Stuttgart: Haruka Gruber
Sonntag, 26.02.2012 | 15:35 Uhr
Ulli Wegner und sein Schützling Marco Huck nach dem WM-Kampf in Stuttgart
© Getty
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Der WM-Kampf war auch die große Versöhnung zwischen Marco Huck und seinem Coach Ulli Wegner. Dennoch hatte Wegner was zu bemängeln - an Huck, an Alexander Powetkin, vor allem am Ringrichter. Nach der umstrittenen Punkt-Niederlage seines Schützlings stellte sich Wegner den Fragen der Journalisten.

Frage: Waren Sie auch so überrascht von der fehlenden Fitness des alten und neuen Weltmeisters Alexander Powetkin?

Ulli Wegner: Nein, dass der keine Kondition hat, wusste ich schon vorher. Er besitzt eben nicht die Wucht und Athletik von Marco. Irgendwann war der auch nervlich am Boden.

Frage: Weswegen Powetkin vor allem in der zweiten Kampfhälfte versuchte, sich mit Wegducken über die Runden zu retten.

Wegner: Immer dieses Kopf runter, und das als Olympiasieger und Weltmeister. Das steht einem Mann wie ihm nicht gut zu Gesicht.

Frage: Dennoch besiegte Powetkin Ihren Schützling.

Wegner: Das ist eindeutig die Schuld des Ringrichters. Er war unser Gegner. Wenn einer von Runde zu Runde so oft tief steht und keine Verwarnung bekommt... Das geht gar nicht! Er hätte zwei Verwarnungen, er hätte eine Disqualifikation kassieren müssen!

Frage: Wie bewerten Sie Hucks Leistung?

Wegner: Überlegen Sie mal: Der Gegner ist Olympiasieger, Weltmeister, Europameister. Und dann kämpft der kleine Junge mit diesem Gewicht dagegen an und zeigt so einen Kampf, obwohl er keine Amateurkarriere hatte. Henry Maske hatte 30, 40 Turniere, vier Europameisterschaften. Sven Ottke drei Olympische Spiele und vier Europameisterschaften. Und was hatte Marco? Kickboxen? Das ist doch kein Boxen, das ist eine Schlägerei! Da könnte ich auch in den Ring steigen und haue alle weg, weil ich physisch stärker bin. Marco war ein totaler Anfänger, als er zu mir kam und macht dann so ein Ding gegen den Olympiasieger.

Frage: So zufrieden hört man Sie selten.

Wegner: Das heißt aber nicht, dass er das und das nicht hätte besser machen können. Jetzt ist es wichtig, dass wir nicht anfangen, uns zu bedauern. Wir werden uns nicht über das Urteil unterhalten, sondern genau analysieren, was Marco schlecht umgesetzt hat. Er muss verinnerlichen, wie er solche Kämpfe souveräner löst. Vor allem bei taktischen Fragen müssen wir uns noch verbessern.

Frage: Was genau?

Wegner: Wenn der Gegner mit dem Kopf stößt, sollte er ein bisschen Luft geben, einen Schritt rausgehen und erst dann den Haken konsequent ansetzen. So hätte der Gegner weg vom Fenster sein können. Leider setzte das Marco nicht so um. Er traf dauernd mit der Führhand und bereitete so den entscheidenden Schlag gut vor, aber er muss ihn auch machen. Mit ein bisschen mehr Konzentration wäre das eingetroffen, von dem ich geträumt habe.

Frage: Sie lehnten sich weit aus dem Fenster und trauten Huck nach anfänglicher Skepsis sogar einen K.o. zu.

Wegner: Ich habe das dem Jungen gesagt: "Wenn du dich konsequent an die taktischen Vorgabe hält, schlägst du ihn K.o.!" Davon war ich überzeugt. Aber den Plan hat er nicht mit der letzten Konsequenz durchgezogen. Das muss man so sagen.

Frage: Dennoch: Haben Sie Huck eine solche Leistung zugetraut?

Wegner: Ja. Ich mache immer eine Analyse und das Ergebnis war klar: Wenn Marco wieder an seine drei besten Leistungen anknüpfen kann, hat er eine Chance. Er machte gegen Victor Ramirez einen tollen Kampf , der vorher Supermann Alexejew besiegt hat. Afolabi ist ein klasse Mann. Genauso Tokarew. Ich weiß noch: Als ich damals am Video Tokarew beobachtete wegen Huck, kam meine Frau und dachte, jetzt dreht der Wegner ganz durch. Ich dachte auch: Das schafft der Marco nicht. Ich habe jedoch gelernt, meinem Bauchgefühl zu vertrauen. So war das auch vor dem Kampf jetzt. Die Kämpfe, die zwischendurch kamen, streichen wir mal weg. (lacht)

Frage: Haben sie sich wieder versöhnt?

Wegner: Er sagte mir vorher, dass er noch nie so wenig unter mir trainiert hätte. Nach dem Kampf habe ich ihm erklärt, woran das lag: Wir trainierten gar nicht weniger, Marco zog einfach so gut mit und nahm alles an, so dass ich viel seltener meckern musste. Marco grübelte kurz und antwortete nur: "Das stimmt."

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