Sonntag, 26.02.2012

Schwergewicht: WM-Kampf um den WBA-Gürtel

Marco Huck scheitert an Powetkin

Der Berliner Marco Huck ist gegen Weltmeister Alexander Powetkin bei dem Versuch gescheitert, als erster Deutscher seit Max Schmeling Box-Weltmeister im Schwergewicht zu werden.

Trotz einiger Wirkungstreffer von Marco Huck (r.) bleibt Alexander Powetkin Weltmeister der WBA
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Trotz einiger Wirkungstreffer von Marco Huck (r.) bleibt Alexander Powetkin Weltmeister der WBA

Der 27-Jährige unterlag nach einem großen und dramatischen Kampf über zwölf Runden in seinem ersten Schwergewichtskampf am Samstagabend vor 7.000 Zuschauern in Stuttgart Titelverteidiger Alexander Powetkin (Russland) nach Punkten. Er behält nach seiner zweiten Niederlage im 37. Kampf allerdings den WBO-Titel im Cruisergewicht. Der 32 Jahre alte Powetkin blieb auch in seinem 24. Kampf ungeschlagen.

Das Urteil stieß jedoch auf wenig Gegenliebe, sowohl beim Publikum als auch beim Geschlagenen und seinem Coach. Uli Wegner war angefressen und lamentierte am Ende Entscheidungen des Ringrichters: "Wenn einer so oft den Kopf tief hat und keine Punktabzüge bekommt und der Ringrichter ihn nicht ermahnt...", dann könne man nur schwerlich gewinnen.

Und in der Tat tauchte Powetkin sehr häufig ab, um unfair den Schlägen seines Kontrahenten zu entgehen, welcher folglich häufig dafür ermahnt wurde, dass er den Russen heruntergedrückt hatte.

Huck zeigte sich ob des Urteils auch eher perplex: "Der Typ konnte nicht mal stehen und dann wird er zum Champion erklärt", um klarzustellen: "Viele haben mich hier als Sieger gesehen."

Powetkin äußerte sich nach dem Kampf zu seiner anscheinend mangelnden Fitness: "Vielleicht war ich nicht ernst genug eingestellt auf diesen Kampf. Aber meine Physis war vielleicht nicht auf bester Höhe." Am Urteil änderte dies jedoch gar nichts. Die Punktrichter fällten nämlich ein recht eindeutiges Urteil: Zwei Richter entschieden recht klar für den Russen, der dritte sah ein Unentschieden.

Schmeling war zwischen 1930 und 1932 der allgemein anerkannte Weltmeister. Heute gibt es dagegen vier Weltverbände mit anerkannten Weltmeistern. Die WBA führt zudem Wladimir Klitschko als "Super-Champion", sodass Powetkin eigentlich ein Weltmeister "zweiter Klasse" ist. Vor Huck hatten Karl Mildenberger, Axel Schulz, Willi Fischer und Luan Krasniqi vergebens versucht, in Schmelings Fußstapfen zu treten.

Die Wertungen im Überblick:

Stanley Christodoulou (Südafrika): 116:112

John Coyle (Vereinigtes Königreich): 116:113

Philippe Verbeke (Belgien): 114:114

Alle zwölf Runden im Überblick:

Runde 1: Sehr aggressiver Start von Huck, der gleich zu Beginn Druck macht. Er wird aber auch direkt fürs Klammern bestraft. Powetkin bleibt erstmal ruhig.

Runde 2: Powetkin mit ein paar Wirkungstreffern, gerade mit seiner Rechten. Huck hat bereits eine blutige Lippe. Powetkin scheint die Kontrolle zu haben. Der Russe geht auch konsequent auf den Körper des Gegners.

Runde 3: Powetkin durchbricht mit der Rechten die Deckung von Huck. Huck wiederum wirkt beeindruckt und eher vorsichtig. Powetkin liegt bislang vorn.

Runde 4: Huck nun besser: Er landet eine Reihe direkten Treffern im Gesicht des Russen. Dann drückt er seinen Gegner runter und wird energisch von Pabon ermahnt. Am Ende wirkt Powetkin sehr angeschlagen und wird von der Glocke zunächst gerettet.

Runde 5: Geht dem Russen die Puste aus? Er pumpt und wird nun auch wiederholt für sein Klammern ermahnt. Huck ist hier keinesfalls chancenlos.

Runde 6: Mit der Glocke setzt Powetkin noch einen Wirkungstreffer. Insgesamt hat er sich wieder etwas gefangen, Huck legt eine kleinere Pause ein, wie es scheint.

Runde 7: Powetkin duckt sich sehr häufig, wird dann zwangsläufig ein wenig von Huck runtergedrückt. Schwer für den Ringrichter, das korrekt zu bewerten. Pabon muss die beiden immer wieder trennen. Wenn es geht, versucht es Huck mit dem rechten Aufwärtshaken. Am Ende der Runde trifft Huck seinen Gegner mehrmals mit der starken Rechten, Powetkin hängt kurz in den Seilen und wirkt platt.

Runde 8: Powetkin wirkt groggy. Huck drängt ihn nach hinten mit seinen schnellen Kombinationen. Er scheint das vorzeitige Ende zu suchen.

Runde 9: Begleitet von immer lauter werdenden "Huck, Huck, Huck"-Sprechchören geht Huck einfach energischer vor als der Russe. Wieder einige Wirkungstreffer, dieses Mal hauptsächlich mit der Linken - gegen Kopf und Körper.

Runde 10: Powetkin versucht es mit dem Jab, fängt sich einen Konter. Beide jetzt sehr wild.

Runde 11: Huck mit Cuts unter beiden Augen. Sein Team versucht, so schnell wie möglich zu arbeiten. Beide landen nach der Glocke noch je einen direkten Treffer.

Runde 12: Der Kampf ist aus. Die letzte Runde geht aber aufgrund einer Wirkungstreffer an Huck. Powetkin taucht nur noch ab oder klammerte mehrmals, um einen möglichen K.o. zu verhindern. Wir warten aufs Urteil.

Seite 2: Der Kampf Huck vs. Powetkin im Re-Live

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