Live and let die: Das Duell der Gegensätze

Von Bastian Strobl
Samstag, 17.09.2011 | 14:06 Uhr
Erstes Abschnuppern zwischen Mayweather (l.) und Ortiz auf der offiziellen Pressekonferenz
© Getty
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Der Pretty Boy ist zurück. Floyd Mayweather kehrt am Samstag nach 16 Monaten in den Ring zurück. Der Kampf gegen Victor Ortiz, den WBC-Weltmeister im Weltergewicht, ist dabei das klassische Duell zweier unterschiedlicher Philosophien. Während der eine vom Maybach und seiner "Money-Gang" träumt, zieht es den anderen zur nächsten Frittenbude.

Ist es der überlebensgroße Löwe am Eingang? Oder doch die Namensgebung nach einem großen Filmstudio? Seit jeher hat das MGM Grand Hotel in Las Vegas eine magische Anziehungskraft auf Hollywood.

In den 90er Jahren stolperte einst Chevy Chase als charmanter Trottel Clark Griswold in "Die schrillen Vier in Las Vegas" mehr schlecht als recht durch die berühmten Hallen. Im neuen Jahrtausend waren es dann George Clooney und seine Horde von Gaunern, die in "Oceans 11" ganz Sin-City-untypisch dem Casino die lange Nase zeigen konnten.

Vielleicht saugte auch Floyd Mayweather am Dienstag einen Hauch von Hollywood in sich auf. Vielleicht hatte er ihn aber auch seit Geburt an im Blut. Seine pompöse Ankunft im Hotel am Las Vegas Boulevard lässt es zumindest vermuten.

Pompöser Auftritt von Mayweather

Mit einem weißen Maybach 62S für schlappe 500.000 Dollar ließ sich Mayweather vor den Haupteingang kutschieren. Die Sonnenbrille auf dem Kopf, Designerklamotten am Körper, die selbst ernannte "Money-Gang" (seine Gefolgschaft) im Anhang, bahnte er sich anschließend einen Weg durch die anwesenden Fans zur Pressekonferenz. "Geld ist dazu da, um ausgegeben zu werden", erklärte Mayweather seinen Auftritt schmunzelnd.

Eine Stunde zuvor konnte man das Kontrastprogramm betrachten. Die Ankunft von WBC-Weltergewicht-Champion Victor Ortiz, Mayweathers Gegner am Samstag, lief weit weniger spektakulär ab. Dass lag dabei nicht mal an der wartenden Meute, die sich zugegebenermaßen nicht ganz so enthusiastisch zeigte wie kurze Zeit später.

Der Hauptgrund war Ortiz selbst. Oder besser gesagt: seine Art, zu denken, zu handeln, zu leben. Statt Maybach gab es einen Cadillac Escalade zu bestaunen. Immer noch ein Wagen für die Oberschicht. Und dennoch bei weitem nicht so exklusiv wie das Gefährt von Mayweather.

Basecap statt Designer-Sonnenbrille

Statt einer stylischen Sonnenbrille beließ es Ortiz zudem bei einer umgedrehten Basecap, und seine Designer-Sachen waren wohl in der Wäsche. Aber für einen Jungen aus Kansas passt ein weißer Hoodie vermutlich auch besser.

Doch Mayweather sollte sich nicht täuschen lassen. Vicious Victor ist jung, wild und hungrig. Und hat das Herz eines Kämpfers. Was blieb dem Sohn mexikanischer Immigranten sein Leben lang auch anderes übrig?

Die Mutter verließ die Familie, als er gerade sieben war. Ein herber Verlust, möchte man meinen. Doch nicht für Ortiz: "Ich habe die Frau gehasst. Ich habe ihr mal eine Karte mit einer Rose darauf gezeichnet. Aber meine Mutter hat sie nur auf den Boden geschmissen und gefragt, was sie mit dem Mist anfangen soll."

Aufgewachsen bei Pflegeeltern

Doch das sollte nicht der letzte Nackenschlag sein. Fünf Jahre später machte sich auch der alkoholsüchtige Vater, der die Kinder regelmäßig geschlagen hatte, vom Acker. Ortiz und seine fünf Geschwister waren auf sich gestellt und suchten Unterschlupf bei Pflegeeltern.

Um sich seinerzeit gegen die Übergriffe seines Dads zu wehren, begann Ortiz mit dem Boxen. Und dealte nebenher mit Drogen. Bis zum Sieg bei der Kansas Golden Gloves Championship , einem traditionsreichen Amateurwettkampf. Am nächsten Tag sah er ein Bild von sich in der Zeitung und merkte: "Ich brauche diesen Scheiß nicht, um etwas aus mir zu machen."

Sieg über Andre Berto

Eine weise Entscheidung, denn einige Jahre später hat er kein weißes, sondern echtes Gold um die Hüften. Hart umkämpftes Gold, wenn man seinen WM-Kampf gegen Andre Berto im April dieses Jahres Revue passieren lässt.

Beide Fighter schenkten sich zwölf Runden lang rein gar nichts und küssten in schöner Regelmäßigkeit den Ringboden. Mit dem besseren Ende für Ortiz, der sich einstimmig nach Punkten zum neuen WBC-Weltmeister krönen konnte.

Noch mehr als der Titel sorgte allerdings die sechste Runde für Aufsehen. Diese drei Minuten im Berto-Kampf stehen sinnbildlich für alles, was Ortiz ausmacht. Genau als er seine linke Hand etwas sinken ließ, traf ihn eine harte Rechte an die Schläfe und schickte ihn zu Boden. Ein folgenschwerer Fehler, allerdings eher für den Gegner. Denn noch am Boden liegend besann sich Ortiz eines Besseren und schlug Berto trotz wackliger Beine noch in derselben Runde nieder.

Ortiz wirkt nervös

Von diesem meisterhaften Verhalten war bei der Pressekonferenz am Dienstag allerdings nur noch wenig zu sehen. Ortiz wirkte nervös angesichts des medialen Interesses. Denn eines ist auch gewiss: Ortiz hat in seiner Karriere noch nichts Vergleichbares erlebt. Keiner seiner bisherigen Gegner kann sich mit Mayweather messen lassen, weder sportlich noch von den Zugpferd-Qualitäten.

Auch in Sachen Trash-Talk stahl der Pretty Boy seinem Gegner die Show. Während Mayweather stolz davon erzählte, wie er beim Monday Night Game in der NFL 100.000 Dollar gewonnen hatte, lieferte Ortiz mal wieder eine Geschichte des netten Jungen von nebenan. Offenbar bettelte er seinen Trainer kurz zuvor förmlich an, ihn zum nächsten Fast-Food-Laden gehen zu lassen.

Mayweather braucht Publicity

Doch Mayweather zeigt seine Spielereien nicht ohne Hintergedanken. Er braucht die Presse. Er will gesehen werden. Er will sich seines Platzes in der Geschichte des Boxens sicher sein. Gerade zu Zeiten, in denen er mehr durch laufende Gerichtsverfahren und das Anzünden von 100-Dollar-Scheinen in Diskotheken von sich Reden macht. Passenderweise betonte er in diesem Zusammenhang: "Meine Hauptaufgabe ist es, die Leute innerhalb und außerhalb des Ringes zu unterhalten."

Dass er damit auch mal über das Ziel hinaus schießt, ist im Sinne des Erfinders. Bestes Beispiel: Gerüchten zufolge plant Mayweathers Promoter Leonard Ellerbe, Victor Ortiz senior, den Vater des Weltmeisters, zum Kampf einzuladen.

Beide haben viel zu verlieren

Auch mit solchen Psycho-Tricks wird Ortiz zu kämpfen haben. Wer nun aber glaubt, dass Mayweather im Gegensatz dazu gar nichts zu verlieren hat, liegt falsch. Der einstige Weltmeister in fünf verschiedenen Gewichtsklassen muss immerhin um seinen makellosen Rekord fürchten.

Zu Recht, sagen einige. Denn seit seinem letzten Kampf gegen Shane Mosley sind 16 Monate vergangen. Eine lange Zeit, die an jedem Boxer nagt. Und gerade, wenn jemand in diesem Maße von seiner Schnelligkeit und Beweglichkeit lebt, wie es Mayweather tut.

Stimmen aus seinem Camp sprechen trotzdem eine andere Sprache. "Kein Ticken langsamer" sei der Pretty Boy geworden. Außerdem schlage er "so hart zu, wie noch nie zuvor." Aussagen, die überraschenderweise auch seinem Gegner gefallen haben: "Ich will den echten Mayweather, keine schlechte Kopie, die an Power und Speed verloren hat."

Power der Schlüssel zum Erfolg

Vor allem das erst genannte Attribut verkörpert dabei allerdings vor allem auch Ortiz selbst. Zusammen mit der "jugendlichen" Unbekümmertheit wird das der Schlüssel zum Sieg sein.

"Ich wäre nicht überrascht, wenn wir ihn in der ersten Runde umhauen würden", erklärte Danny Garcia, der Trainer von Ortiz, selbstbewusst.

Allerdings kann man den Altersaspekt genauso gut umdrehen. Mayweather kann seinerseits mit einem großen Erfahrungsschatz sowie der fast schon berühmt-berüchtigten Mayweather-Defensive punkten.

Mayweather favorisiert

Floyd wird am Samstag allerdings noch ein Ass im Ärmel haben. Dessen Name: Joe Cortez. Der Ringrichter wird den Fight leiten. Und lässt bei Mayweather-Feinden unrühmliche Erinnerungen erwachen. Denn Cortez war bereits beim Mayweather-Fight gegen Ricky Hatton der Chef im Ring und spielte eine ungeahnt große Rolle ein.

Indem er so gut wie nie den Clinch zuließ, beraubte er Hatton einer seiner Erfolgstaktiken. Zudem verwarnte Cortez Mayweather nicht, wenn dieser mal wieder zu energisch seine Ellbogen einsetzte.

Es bleibt zu hoffen, dass der Ringrichter am Samstag nur eine Nebenrolle einnimmt. Denn auch ohne ihn ist Mayweather bei den Buchmachern und den meisten Experten der große Favorit. Oder wie es Jim Lampley vom übertragenden TV-Sender "HBO" ausdrückte: "Wenn Floyd gegen Gott kämpfen würde, wäre er immer noch Favorit und würde vermutlich nach Punkten gewinnen."

Mayweather selbst gibt sich bei der Frage nach dem Kampfausgang dagegen eher martialisch, wenn auch mit einem Augenzwinkern: "Leben oder sterben, das ist hier die Frage." Hollywood lässt grüßen.

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