Dienstag, 28.09.2010

Boxer-Shorts

Hatton: Box-Lizenz entzogen, 31.000 Dollar Strafe

Während es für Ricky Hatton weiter bergab geht, ist Sebastian Sylvester ein begehrter Mann. Oscar de la Hoya lobpreist derweil einen Mexikaner. Es hat sich wieder einiges in der Box-Welt getan, deshalb: Ring frei für die Boxer-Shorts.

Ricky Hatton gewann 45 der 47 Boxkämpfe seiner Karriere
© Getty
Ricky Hatton gewann 45 der 47 Boxkämpfe seiner Karriere

Comeback aus finanziellen Gründen

Am 9. Oktober feiert Thomas Ulrich sein Comeback im Ring. Warum? Weil er pleite ist und dringend Geld braucht. Nicht unbedingt die besten Gründe, um wieder in den Ring zu steigen. "Wenn es nicht klappt, kann ich einpacken. Ich weiß, dass es meine allerletzte Chance ist", erklärt Ulrich in der "BILD".

In der Tat: Vier seiner letzten sieben Kämpfe hat der Halbschwergewichtler verloren, davon gleich drei durch K.o. Die Millionen, die er beim Boxstall Universum verdiente, sind längst ausgegeben. Und: Ulrich geht einmal wöchentlich zum Psychologen, um seine Probleme in den Griff zu kriegen. "Durch den Psychologen überwinde ich die privaten Probleme. Jetzt bin ich alle Laster los, frei im Kopf." Das wird er auch sein müssen, wenn es ihm mit einer zweiten Karriere ernst ist.

Ein Termin nach dem nächsten

Sebastian Sylvester ist ein gefragter Mann: Hier ein Interview, da eine Autogrammstunde - der Hurrikan ist präsenter als je zuvor. Seinen Trainer Karsten Röwers stimmt das ein wenig bedenklich.

"Wenn die Sparringsphase beginnt, wird sich Sebastian einschränken müssen. Gegen Mahir Oral wird es kein Spaziergang, sondern ein mitreißender Kampf. Da dürfen wir in der Vorbereitung nicht nachlässig sein", warnt er auf "boxen.com".

Sein Schützling aber zeigt sich einsichtig: "So lange der Erfolg da ist, ist das Interesse riesengroß. Die Grundlage dafür sind aber nach wie vor meine Leistungen im Boxring. Das Training für den Kampf in Rostock hat deshalb Priorität, viele Einladungen schlage ich auch schon aus."

De la Hoya stolz auf Alvarez

Weltergewichtler Saul Alvarez wird von den Mexikanern bereits als Star gefeiert. Der Grund: Der erst 20-Jährige walzt alle Gegner nieder, die sich ihm in den Weg stellen, zuletzt den erfahrenen Box-Veteranen Carlos Baldomir. Nun hat Alvarez seinen Vertrag mit Golden Boy Promotion verlängert - sehr zur Freude von Oscar de la Hoya.

"Wer noch nicht überzeugt war, dass Alvarez ein künftiger Weltmeister ist, der müsste es jetzt sein. Mit nur 20 Jahren hat er einen früheren Weltmeister ausgeknockt, der in 64 Kämpfen nur einmal frühzeitig verloren hatte - und das war vor 16 Jahren. Alvarez wird in diesem Sport ein Star werden und wir sind stolz, ihn in unserem Team zu haben", sagte de la Hoya auf "ESPN".

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Unaufhaltsamer Fall

Für Ricky Hatton geht es weiter bergab. Nicht genug, dass alle Welt bestens über seine Depression, die Alkoholprobleme und den Kokaingebrauch informiert ist - nun wurde ihm auch noch seine Box-Lizenz entzogen. Außerdem flatterte dem Halbweltergewichtler ein Bußgeldbescheid über 23.000 Euro ins Haus.

Sein Verhalten stünde im Gegensatz zu den Zielen des Boxens und hätte den Sport in Verruf gebracht, verkündete das "British Boxing Board of Control". Kümmern wird Hatton das derzeit dennoch wenig, ist er doch gerade in einer Rehabilitationsklinik.

Richard Schaefers Masterplan

Golden-Boy-Promotion-Boss Richard Schaefer hat mit seinem Schützling Amir Khan Großes vor: Einen Weltergewichts-Fight gegen Floyd Mayweather Jr. "Wenn er im Dezember gegen Marcos Maidana gewinnt, soll er gegen den Sieger des Alexander-Bradley-Fights kämpfen. Danach noch zwei Kämpfe und dann ist er bereit für Mayweather", erklärt Schaefer bei "eastsideboxing" seinen Masterplan.

Doch schon die erste Hürde ist nicht zu unterschätzen: "Der Kampf gegen Maidana ist für Khan enorm gefährlich. Maidana ist ohne Zweifel der gefährlichste Puncher in dieser Gewichtsklasse. Aber da es eine Pflichtverteidigung ist, gab es keine Möglichkeit, den Kampf abzulehnen. Würde Khan nicht antreten, verlöre er den Gürtel außerhalb des Rings - für einen Champion gibt es nichts Schlimmeres."

Revanche ist fix

Es ist fix: Am 20. November hat Sergio Martinez die Chance, sich bei Paul Williams für die Niederlage von 2009 zu revanchieren.

Damals gingen beide Boxer bereits in der ersten Runde zu Boden und lieferten sich einen packenden Kampf. "Für die Fans ist das der beste Kampf des Jahres", freute sich Martinez-Promoter Lou DiBella bei "ESPN" auf den erneuten Showdown im Mittelgewicht.

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Bärbel Mees

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