Freitag, 23.04.2010

Boxen

Kentikian kämpft gegen Feuer und um Quoten

Die Titelverteidigung ihrer drei WM-Gürtel im Fliegengewicht gegen Nadia Raoui hat für Susi Kentikian Finalcharakter. Die 22-Jährige tritt zum letzten Mal im ZDF an.

Freut sich auf den Kampf gegen Nadia Raoui (l.): Titelverteidigerin Susi Kentikian (r.)
© sid
Freut sich auf den Kampf gegen Nadia Raoui (l.): Titelverteidigerin Susi Kentikian (r.)

Gegen 23.20 Uhr Samstagnacht wird sie zu den Klängen des Queen-Klassikers "Killer Queen" Richtung Ring schreiten.

Susianna Kentikian, die alle nur Susi nennen, tritt bei der Verteidigung ihrer drei WM-Gürtel im Fliegengewicht gegen Nadia Raoui (Herne) in Hamburg erstmals als Hauptkämpferin bei einem Kampfabend der Universum Box-Promotion live im ZDF an. Und zum letzten Mal.

Chefredakteur Frey: "Kein Boxen im ZDF auf absehbare Zeit"

Das Zweite Deutsche Fernsehen hat sich endgültig entschieden, Boxen aus dem Programm zu streichen. Die Zusammenarbeit mit Universum läuft am 9. Juli aus. "Auf absehbare Zeit wird es kein Boxen mehr im ZDF geben", sagte der neue Chefredakteur Peter Frey.

Die finanziellen Möglichkeiten reichten dafür nicht aus. Mit einem abgespeckten Programm aber wollte sich Universum-Boss Klaus-Peter Kohl nicht zufriedengeben: "Wir brauchen ein gewisses Volumen." Rund 20 Millionen Euro jährlich soll der Vertrag mit dem ZDF Universum gebracht haben.

Kohl muss sich also nach anderen Einnahmequellen umsehen. Eine exklusive Partnerschaft, wie sie die ARD noch mit seinem Kontrahenten Wilfried Sauerland pflegt, wird es nicht mehr geben. Einzelvermarktung von großen Kämpfen ist wahrscheinlicher.

Kentikian kämpft um die Quoten

Da käme dann möglicherweise Sat.1 ins Spiel, dessen Comeback mit ran-Boxen am 27. März trotz der Niederlage von Steffen Kretschmann durchaus vielversprechend war. Auch der Pay-TV-Sender Sky dachte schon mal über Boxen nach.

Das Alltagsgeschäft liefe dann bei Spartensendern - und im Internet. Gedankenspiele, mit denen sich Kohl beschäftigt. "Man muss sich immer den Zeiten anpassen", sagt er, "ich bin sicher, wir gehen gestärkt aus der Situation hervor."

Bilder des Tages - 23. April
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Jeff Green (l.) von den Oklahoma City Thunder hebt ab zum Korb beim Playoff-Spiel gegen die L.A. Lakers
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Craig Anderson von der Colorado Avalanche streckt sich vergeblich beim Playoff-Spiel gegen die San Jose Sharks
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Die in Armenien geborene Hamburgerin Kentikian muss bei ihrem Kampf gegen Raoui also nicht nur um ihren Titel kämpfen, sondern vor allem auch für sich persönlich und ihren Arbeitgeber werben und zur Quotenkönigin werden.

Als neue "Milchschnitte" hat die in 26 Kämpfen ungeschlagene 22-Jährige schon einen wichtigen Schritt zur öffentlichen Bekanntheit gemacht. "Es ist etwas Besonderes und schön für mich, Hauptkämpferin im ZDF zu sein. Besonderen Druck spüre ich aber nicht, denn ich bin vor jedem Kampf nervös", sagt Kentikian.

Raoui: "Es wird ein krasses Duell"

"Ich freue mich, dass eine Gegnerin kommt, die kämpfen wird", sagt sie: "Dieser Kampf ist Feuer gegen Feuer, und ich muss mehr Feuer haben."

Ihre 24 Jahre alte Gegnerin, "das schöne Biest", ist in zwölf Kämpfen ebenfalls ungeschlagen, scheiterte bei ihrem ersten Griff nach einem WM-Titel im Dezember 2008 nur durch ein umstrittenes Unentschieden gegen Eileen Olszewski (USA). "Es wird ein krasses Duell", verspricht die Herausforderin.

Dass dieser Kampf überhaupt so prominent ins Rampenlicht gerückt wird, liegt vor allem daran, dass das ZDF Jürgen Brähmer nicht als Hauptattraktion präsentieren möchte.

Der Schweriner, der seinen WBO-Titel im Halbschwergewicht gegen den Argentinier Mariano Plotinsky verteidigt, ist wegen Körperverletzung und Beleidigung zu einer 16-monatigen, aber noch nicht rechtskräftigen Haftstrafe verurteilt. Sein Fight wird deshalb als Aufzeichnung spät nachts versteckt. Auch dieses moralische Problem hat das ZDF bald nicht mehr.

Diashow: Sexy Box-Ladys: Von Menzer bis Kentikian


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