Boxer-Shorts

Weder Sex noch Sieg!

Von Bärbel Mees
Mittwoch, 28.04.2010 | 13:52 Uhr
Rachael Cordingley freut sich mit Carl Froch über den Sieg über Andre Dirrell
© Getty
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Carl Froch hat eine schwere Bürde zu tragen, Jürgen Brähmers Auto brennt, Susi Kentikian verkauft Obdachlosen-Magazine und Sebastian Zbik prügelt sich mit seinen Verwandten auf Omas Geburtstag. In der Boxwelt hat sich wieder einiges getan und wir bringen Euch wie gewohnt auf den neuesten Stand. Deshalb: Ring frei für die Boxer-Shorts.

Froch hat es schwer

Mikkel Kessler ist beim Super-Six-Turnier zurück in der Spur und Carl Froch musste die erste Niederlage in seiner achtjährigen Profikarriere einstecken. Für den Briten ein harter Schlag, wollte er den Viking Warrior doch eigentlich in Stücke reißen, zumindest aber ausknocken. Das hat so nicht ganz geklappt.

Traurig, vor allem weil nicht nur er sein Leben auf das Super-Six-Turnier ausrichtet. Auch seine Freundin muss zurückstecken: "Ich richte mein Sexleben nach Carls Trainingsplan aus. Das ist nicht immer einfach", beklagte sich das Model Rachael Cordingley in der "Bild"-Zeitung.

Dabei müsste sie für die sportlichen Höchstleistungen ihres Freundes eigentlich Verständnis haben, war sie doch selbst früher Schwimmerin und Cross-Country-Läuferin. Und was ihren Freund angeht: Kein Sex und dann noch nicht einmal ein Sieg - Froch hat es schon schwer.

Plan B in der Schublade

Mit einem Wahnsinnstempo und einem riesigen Kämpferherz - so wollte Eddy Gutknecht Robert Stieglitz seinen WBO-Titel im Supermittelgewicht abluchsen. Lange hatte er auf diese WM-Chance gewartet und kurz davor noch verkündet, ihm lägen diese "Alles-oder-Nichts"-Situationen.

Und doch reichte es nicht: Deutlich verlor Eddy gegen seinen Sandkastenfreund, mit dem er einst das Magdeburger Nachtleben unsicher gemacht hat und mit dem er noch heute regelmäßig chattet und telefoniert.

Trotzdem: Sollte es mit dem großen Erfolg im Boxen nichts werden, hat er noch einen Plan B in der Schublade. Nämlich seine abgeschlossene Berufsausbildung als Industriemechanikermeister und technischer Fachwirt. Die lässt ihn positiv in seine Zukunft blicken. "Ich habe das Gefühl, dass mir nichts passieren kann", sagte er dem "Hamburger Abendblatt".

Für Robert Stieglitz war der Kampf gegen Gutknecht hingegen nur ein kleiner Schritt auf dem Weg nach oben. Er will nun Arthur Abraham vor die Fäuste bekommen: "Abraham ist eine hochgepushte Kunstfigur. Wer die Nummer eins ist, entscheidet keine Show, nur ein Kampf."

Weder Fisch noch Fleisch

Die Laune von Sebastian Zbik ist zwiegespalten: Einerseits freut er sich riesig über seinen erneuten Sieg über Dominic Spada, andererseits nervt ihn sein Interimstitel. "Mit meinem Status als Interims-Weltmeister kann ich nicht zufrieden sein. Das ist nicht Fisch und nicht Fleisch", sagt Zbiker.

Trotzdem: Zbik lieferte eine ordentliche Leistung ab, übte sich anschließend aber auch in Selbstkritik: "Wie ich den Kampf erlebt habe? Mit viel Licht und sehr viel Schatten. Die Cuts haben mich etwas durcheinander gebracht und ich habe wieder mal meine Linie verloren. Da musste ich mich erst mal wieder sortieren. Es war mein erster Live-Kampf und ich wollte eine bessere Leistung zeigen, die ich leider nicht abrufen konnte. Die neuen Akzente sind schon zu sehen, aber jetzt müssen wir weiterhin daran feilen."

Feilen muss er aber irgendwie auch noch an der Beziehung zu Teilen seiner Familie. Beim 80. Geburtstag seiner Oma waren sämtliche Verwandte in eine Schlägerei verwickelt. Mitten drin: Sebastian Zbik. Sage und schreibe 26 Polizei-Beamte mussten das Handgemenge schlichten.

Zbiks Schwager Bert beschrieb den Streit ausführlich in der "Bild"-Zeitung: "Christina und Sebastian hauten auf ihre Schwester ein. Christina würgte meine Frau heftig. Sebastian warf Steine nach mir. Einer traf meine Hand, die verletzt wurde." Zbiks Anwalt findet alles erstunken und erlogen - und der Boxer selbst? Der schweigt zu den Vorwürfen. Wohl nicht lange, denn gegen ihn liegt inzwischen eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung vor. Hoffen wir nicht, dass Zbiker in Brähmers Fußstapfen tritt.

Kentikian verkauft Hinz & Kunzt

Den Abend in Hamburg hatte sich Susi Kentikian irgendwie anders vorgestellt. Den Kampf gewonnen - gut und schön, doch überzeugend war das nicht. Und auch am Urteil der Kampfrichter zweifelten nicht wenige. Kentikians Gegnerin Nadia Raoui punktete mit schönen Kombinationen und präzisen Treffern - und war nach der Urteilsverkündung am Boden zerstört.

"Ich habe vorher geahnt, dass ich doppelt gewinnen muss. Ich habe doppelt gewonnen. Aber selbst das hat nicht gereicht", schluchzte Raoui anschließend. Die Killerqueen hingegen knickte trotz Pfiffen aus dem Publikum nicht ein und ist nach wie vor von ihrem Sieg überzeugt. "Dass Nadia den Kampf gewonnen hat, ist nicht so. Nadia war gut, aber eben nicht besser als ich", sagte Kentikian.

Vielleicht hat die Killerqueen den Kampf aber zu sehr auf die leichte Schulter genommen, war sie doch in den letzten Wochen durch Besuche auf dem Jahrmarkt und bei der Feuerwehr viel beschäftigt. Wenige Tage vor dem Fight verkaufte sie im Hamburger Hauptbahnhof knapp 70 Ausgaben des Obdachlosen-Magazins "Hinz & Kunzt".

"Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es ist, wenn man nicht auf der Sonnenseite des Lebens ist. Ich engagiere mich da gerne", so Kentikian. Nobel, trotzdem hätten wir gerne das nächste Mal auch im Ring wieder einen engagierteren Auftritt der Weltmeisterin.

Brähmers Auto in Flammen

Auch Jürgen Brähmer hat eine spannende Woche hinter sich. Nicht nur, dass er bis zuletzt nicht wusste, ob es sein Gegner Mariano Nicolas Plotinski noch rechtzeitig zum Kampf schafft - der saß nämlich aufgrund des Aschewolken-Chaos bis zuletzt in seinem Heimatland Argentinien fest.

Nein, auch Brähmers Auto fing an zu brennen. Dabei wollte er eigentlich nur mal schnell von Hamburg nach Schwerin fahren, um seinen Mundschutz zu holen - und strandete mit seinem brennenden BMW M6 auf dem Seitenstreifen.

"Mir ist nichts weiter passiert, die Klamotten stinken nur nach Qualm", sagt der WBO-Champ. Für das Auto sieht es allerdings nicht gut aus: Der 160.000-Euro teure Schlitten verwandelte sich in einen Totalschaden.

Doch Brähmer ließ sich nicht aus der Ruhe bringen: Er löschte sein Auto in Eigenregie und gewann seinen Kampf in der fünften Runde durch technischen K.o. Wenn sich jetzt noch die Anklage wegen Körperverletzung in Wohlgefallen auflöst, wäre in seinem Leben wieder alles in Butter.

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