Beachvolleyball

Beachvolleyball - Niederlage im Finalkrimi: Thole/Wickler verpassen krönenden Abschluss bei WM-Märchen

SID
Julius Thole (r.) und Clemens Wickler haben bei der Beachvolleyball-WM das Finale verloren.

Brachiale Blocks und unerschütterlicher Kampfgeist reichten nicht für Gold: Julius Thole und Clemens Wickler haben die Krönung ihres Beachvolleyball-Märchens beim Heimspiel in Hamburg verpasst.

Trotz der Unterstützung des frenetischen Publikums unterlag das Duo in einem Finalkrimi gegen die Russen Oleg Stojanowskij/Wjatscheslaw Krasilnikow mit 1:2 (21:19, 17:21, 11:15), durfte sich aber bei seinem WM-Debüt über Silber freuen.

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"Silber kann sich sicher sehen lassen. Wir sind sehr stolz, was wir in den vergangenen Tagen geleistet haben. Es ist ein bisschen schade, aber wir müssen akzeptieren, dass die Russen besser waren", sagte Thole. "Ich glaube, morgen freuen wir uns richtig über Silber, es war phänomenal vor so einer Kulisse zu spielen", ergänzte Wickler.

Im Hexenkessel auf dem Center Court lieferten sich die Teams vor 13.000 Zuschauern ein hochklassiges Duell. Doch die Russen zeigten sich von der Kulisse vollkommen unbeeindruckt und behielten am Ende die Nerven.

Thole fand zu Beginn ebenso wie sein Partner die richtige Mischung zwischen harten Angriffen und taktischer Finesse. Wickler sorgte mit einem Ass für die Satz-Führung. Doch im zweiten Durchgang kam Stojanowskij besser in die Partie. Der 22-Jährige brachte die Deutschen mit seinen teils über 100 km/h schnellen Aufschlägen in Bedrängnis.

Im Tiebreak fehlte am Ende ein wenig die Kraft. Thole musste sich zwischenzeitlich wegen Nackenproblemen behandeln lassen. Dennoch verwandelten sie einen 4:7-Rückstand in eine 8:7-Führung. Doch beim 8:12 war die Vorentscheidung gefallen. Neben ihrer ersten Medaille bei einem Großereignis darf sich das deutsche Duo aber mit rund 40.000 Euro Preisgeld und 1440 Weltranglistenpunkten trösten.

Thole/Wickler: Erfolgsduo mit Startschwierigkeiten

Im Herbst 2017 hatte der DVV die Weichen für die gemeinsame Zukunft gestellt und die beiden zusammengebracht. Der Start war nicht einfach, bei den ersten Turnieren mussten die hochtalentierten Youngster viel Lehrgeld zahlen. Im Mai 2018 beendeten sie erstmals ein Turnier auf der World Tour unter den Top Ten.

Der internationale Durchbruch gelang ihnen ausgerechnet im Hamburg. Beim World-Tour-Finale traten Thole/Wickler mit einer Wildcard an und stürmten bis ins Halbfinale. Am Ende belegten die beiden den vierten Platz. Seitdem geht es ständig aufwärts, auch in der Weltrangliste. Vor der WM lag das Team auf Rang 13, mit Platz zwei macht das Team einen Riesensprung nach vorn.

Nach holprigem Start in die WM-Gruppenphase verbesserten sich Deutschlands größte Hoffnungen für Tokio von Spiel zu Spiel und wuchsen in den Duellen mit Olympiasieger Alison und Partner Alvaro Filho (Brasilien) ebenso über sich hinaus wie im Viertelfinale gegen Peking-Gewinner Phil Dalhausser und Nick Lucena (USA). Im Halbfinale gegen die Weltranglistenersten Anders Mol/Christian Sorum (Norwegen) lieferten Thole/Wickler eine Weltklasseleistung ab.

Thole/Wickler werden am Hamburger Olympiastützpunkt von Bundestrainer Martin Olejnak und Erfolgscoach Jürgen Wagner betreut, der auch schon Julius Brink/Jonas Reckermann und Laura Ludwig/Kira Walkenhorst zu Olympia-Gold geführt hat.

Die harte Arbeit zahlte sich aus, die beiden agierten reif und abgeklärt. Dabei halfen auch feste Rituale. Zum Programm vor einem Spiel gehört eine Portion Spaghetti Bolognese, die sich die beiden teilen. Auch der Weg durch den Haupteingang zählte bislang dazu, doch vor dem Viertelfinale überzeugte Thole seinen Partner aufgrund des Rummels am Rothenbaum den Hintereingang zu nehmen - es funktionierte bis ins Finale.

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