Euroleague, Top 16: Roter Stern - Alba 86:69

Chancenlos in Belgrads kleiner Hölle

Von Max Marbeiter
Donnerstag, 29.01.2015 | 22:39 Uhr
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Albas Auf-und-Ab setzt sich fort. Nach dem wichtigen Erfolg in Istanbul verlieren die Berliner bei Roter Stern Belgrad deutlich mit 69:86 (BOXSCORE). Der deutsche Pokalsieger kommt nie im Spiel an, leistet sich viele einfache Fehler und findet sich noch dazu in ungewohnter Rollenverteilung wieder.

Sasa Obradovic übermannten bereits vor Spielbeginn die Emotionen. Albas Coach hatte seinen Karriere bei Roter Stern begonnen und wurde an seinem Geburtstag von den Serben gebührend geehrt. So gebührend sogar, dass dem sonst so harten Obradovic die Tränen kamen. Schauplatz der Szenen war im Übrigen nicht wie gewohnt die Kombak Arena. Roter Sterns eigentliche Heimhalle war belegt, sodass man in die deutlich kleinere Pionir Arena ausweichen musste.

8.000 statt 16.000 Zuschauer, also. Leise war es dennoch nicht. Überhaupt nicht. Und Alba ließ sich beeindrucken. Von der Atmosphäre, vor allem aber vom aggressiven Spiel der Gastgeber. Schnell war Roter Stern auf zehn Punkte enteilt, ähnlich schnell bauten die Serben ihre Führung weiter aus. Berlins Offense fand überhaupt keinen Rhythmus, einzig der starke Jamel McLean lieferte regelmäßig Punkte.

So lag Alba bereits zur Halbzeit mit 18 Punkten zurück und kam auch während der zweiten Hälfte nie ernsthaft in die Lage, vielleicht doch noch einmal ein Comeback zu starten. Irgendwann war Belgrads Vorsprung sogar auf über 20 Punkte angestiegen, der Sieg der Serben zu keiner Zeit in Gefahr. Topscorer der Partie war Boban Marjanovic, der zudem ein Double-Double auflegte (17 Punkte, 12 Rebounds). Maik Zirbes kam in gut 11 Minuten auf 1 Punkt und 1 Rebound. Für Alba erzielte Jamel McLean 14 Zähler.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Belgrad beginnt mit Marcus Williams, Nemanja Dangubic, Charles Jenkins, Luka Mitrovic und Boban Marjanovic. Bei Alba feiert Jonathan Tabu sein Debüt. Dazu stehen Cliff Hammonds, Reggie Redding, Jamel McLean und Leon Radosevic in der er ersten Fünf.

5.: Es wird laut! Jenkins zieht zum Korb und trifft den schwierigen Layup. Kurz darauf wird Marjanovic beim Dunk gefoult, trifft allerdings nur einen von zwei Freiwürfen. Dennoch führt Belgrad mit 6.

9.: Undankbare Aufgabe für Alba: Den hohen Pass in die Zone fängt Marjanovic locker und legt den Ball trotz Foul durch die Reuse. Auch der Bonusfreiwurf sitzt - 18:10 Belgrad!

13.: McLean hält als einzige Berliner richtig dagegen und trifft bereits seinen vierten Wurf - bei fünf Versuchen. Sonst läuft allerdings relativ wenig zusammen bei Alba. Beispiel gefällig? Jovic trifft den nächsten Dreier. Doch Hoffnung in Sicht. Auch Giffey versenkt den Wurf von Downtown - 29:20 Roter Stern.

18.: Kommt Alba jetzt? Erst trifft Renfroe nach schönem Drive mit Ablauf der Shotclock, dann versenkt Redding den Dreier. Belgrad nimmt die Auszeit, führt allerdings immer noch mit 42:29.

20.: Nichts wird's mit dem Comeback. Seit Reddings Dreier ist Albas Offense wieder völlig kalt. Belgrad scort dafür beständig über Marjanovic und führt zur Halbzeit mit 18.

24.: Der nächste unnötige Ballverlust. Die nächsten leichten Punkte in Transition. Redding wirft den Ball weg, Roter Stern bedankt sich artig und führt mittlerweile mit 56:35.

28.: Unfassbar! Blasic schmeisst beim Einwurf den Ball weg, genauer: in Vargas' Arme. Der Berliner nimmt das Geschenke nur allzu gern an und verkürzt von draußen auf 14. Geht doch noch was?

35.: Demnächst fliegt das Dach wohl vollends weg. Unglaubliche Atmosphäre in Belgrad. Kalinic' Dreier schraubt noch mal am Lärmpegel, den auch Renfroes Antwort von draußen nicht wirklich drücken kann. Kurz darauf begeht Albas Aufbau ohnehin das Unsportliche Foul, Jenkins trifft beide Freiwürfe - 79:56 Belgrad.

Roter Stern Belgrad - Alba Berlin: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Boban Marjanovic ist groß, überraschend beweglich - und damit unglaublich schwer zu verteidigen. Der Präsenz des Centers ist einfach kaum beizukommen. Und dennoch startete Marjanovic eher ruhig. Als Belgrads Würfe nicht mehr ganz so sicher fallen wollten wie noch zu Beginn, drehte der Big Man jedoch auf. Seine Mitspieler suchten ihn und Marjanovic sorgte dafür, dass der Vorsprung weiter anwuchs.

Der Flop des Spiels: Es wäre nicht fair, einen Berliner aus einem insgesamt schwachen Kollektiv herauszupicken. Alba spielte insgesamt einfach nicht gut, fand nie zu seinem Spiel und leistete sich noch dazu ungewohnt viele Fehler. Einzig Jamel McLean erreichte ansatzweise Normalform.

Das fiel auf:

  • Eigentlich ist Alba dafür bekannt, dem jeweiligen Gegner gerade in den ersten Minuten durch aggressive Defense die Sicherheit zu rauben. Diesmal fanden sich die Berliner jedoch in ungewohnter Rolle wieder. Nicht Alba selbst, Roter Stern übte zu Beginn unglaublichen Druck aus und ließ die Offense der Gäste überhaupt nicht ihren Rhythmus finden.
  • Das Ergebnis: Die Berliner spielten ihre Angriffe zu keiner Zeit wie angedacht aus. Der Ball wurde schlecht bewegt, selten einmal geduldig in den Lowpost gespielt oder das Pick-and-Roll gelaufen. Genau das bemängelte Coach Obradovic während der ersten Auszeit. Nur geholfen hat es nichts. Albas Offense wirkte sehr fahrig und unkonzentriert. In der Konsequenz leisteten sich die Berliner unglaublich viele einfache Ballverluste (18 Turnover), die Belgrad wiederum für leichte Punkte in Transition nutzte.
  • Verstärkt wurde die Problematik durch Albas diesmal schwache Defense. Roter Stern versuchte ständig, das Tempo hochzuhalten und erwischte Alba so häufig unsortiert. Auch die Dreierlinie verteidigte der BBL-Tabellenführer schlecht. Gefühlt jeder Dreier der Belgrader war weit offen, was die Serben selbstverständlich nur allzu gern nutzten.
  • Als der Wurf dann doch einmal nicht wie gewünscht fiel, verlegte sich Roter Stern eben auf seine zweite - im wahrsten Sinne - große Stärke. Boban Marjanovic' 2,21 Meter bieten im Post natürlich ein einfaches Ziel - und genau dieses Ziel suchten die Serben gerade immer wieder. Meist war der Center, wenn überhaupt, nur mit einem Foul zu stoppen, in den Griff bekamen die Berliner Marjanovic jedoch nicht.

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