Dienstag, 25.11.2014

Tibor Pleiß im Interview

"OKC schreibt mir regelmäßig"

Mit seinem Wechsel zum FC Barcelona unternahm Tibor Pleiß den nächsten Schritt Richtung NBA, dabei hätte er den Sprung in die USA gern bereits im Sommer gewagt. Im SPOX-Interview spricht der Nationalspieler über die Pläne der Oklahoma City Thunder, die schwierige Situation im Sommer und seine neue Rolle in Barcelona.

Tibor Pleiß (r.) wechselte im Sommer von Laboral Kutxa zum FC Barcelona
© getty
Tibor Pleiß (r.) wechselte im Sommer von Laboral Kutxa zum FC Barcelona

SPOX: Herr Pleiß, erst der Weg nach Spanien, nun zum FC Barcelona, einem der größten Vereine Europas. Die Herausforderung scheint Ihnen zu gefallen. Woher kommt der Ehrgeiz, sich allem zu stellen?

Tibor Pleiß: Es ist eigentlich weniger die Herausforderung. Ich versuche grundsätzlich, Schritt für Schritt zu denken. Ich möchte nichts überstürzen. Vor meinem Wechsel nach Spanien hatte ich die Möglichkeit, in die NBA zu gehen, entschied mich dann aber für die Zwischenstation bei Laboral Kutxa - einfach, um mich weiter zu verbessern und dann als reiferer Spieler in die USA zu gehen. Nach zwei Jahren in Vitoria wollte ich den nächsten Schritt machen und da war Barcelona sicher nicht die schlechteste Wahl (lacht). Es ist ein weiterer Schritt nach vorne und ich versuche, mich dort durchzukämpfen und weiterzuentwickeln. Alles zu seiner Zeit. Für diesen Weg habe ich mich entschieden.

SPOX: Es gibt also einen fixen Karriereplan?

Pleiß: Einen Plan nicht direkt. Ich möchte mir einfach immer kleinere Ziele setzen, die ich am Ende auch erreichen kann, anstatt einem großen Ziel hinterherzulaufen, das mich am Ende unglücklich macht, da ich es noch nicht erreichen kann. Ich versuche einfach, mich in meiner jeweiligen Situation durchzukämpfen. Da sind diese kleinen Ziele wichtig. Man kann auch mal einen kleinen Schritt zurückgehen, um am Ende einen großen nach vorne zu machen. Setzt man sich die Ziele zu hoch, kann man schlussendlich auch sehr tief fallen.

SPOX: Ein kleines Ziel zu erreichen, hilft wahrscheinlich auch, den nächsten Schritt positiver anzugehen...

Pleiß: Ganz genau. Wenn man gerade etwas erreicht hat, ist man einfach selbstbewusster und bereit für den nächsten Schritt.

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SPOX: Nachdem nach Barca in Europa nicht mehr allzu viel kommt, wäre der nächste Schritt in Ihrem Fall die NBA. Bereits im Sommer gab es Gerüchte, dass Ihnen der Sprung gelingen könnte. Wie nah waren Sie im Endeffekt dran an einem Wechsel in die USA?

Pleiß: Eigentlich war mein Ziel, bereits in diesem Sommer rüberzugehen. Die Thunder hatten aber andere Pläne für mich und noch keinen Platz im Team. Andererseits wollten sie mich auch nicht abgeben. Deshalb musste ich mich dann für einen Klub in Europa entscheiden und da kam mir das Angebot von Barca sehr gelegen. Ich wollte diesen weiteren Schritt nach oben machen, deshalb habe ich mich schlussendlich für Barcelona entschieden.

SPOX: Haben die Thunder Ihnen dennoch ihre genauen Pläne mitgeteilt? Stehen Sie regelmäßig in Kontakt?

Pleiß: Über die exakten Pläne haben wir nicht gesprochen. Das wird wahrscheinlich eher kurzfristig ablaufen. Zumal sie ihre Pläne für das Team der kommenden Saison wohl erst im nächsten Jahr endgültig ausarbeiten werden. Aber wir stehen natürlich regelmäßig in Kontakt. General Manager Sam Presti hat sich bereits ein Spiel angesehen, dazu kommen alle zwei Wochen Scouts, um mich zu beobachten. Sie rufen mich an, schreiben mir regelmäßig. Der Kontakt besteht definitiv und damit hoffentlich auch das Interesse, mich doch noch rüberzuholen (lacht).

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Seite 2: Pleß über seine schwierige Offseason und die neue Rolle bei Barca

Interview: Max Marbeiter

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Max Marbeiter(Redaktion)

Max Marbeiter, Jahrgang 1984, ist seit 2012 bei SPOX.com. Während seines Anglistik- und Politikstudiums in Erlangen knapp 3 Jahre lang freier Mitarbeiter bei kicker.de und im Anschluss an ein Praktikum auch einige Monate in der Lokalsportredaktion der Süddeutschen Zeitung. Bei SPOX.com festes Mitglied im Basketball-Ressort. Neben Texten zur NBA zählt der europäische Basketball zum Hauptaufgabenbereich.

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