Ratlos ins Duell mit dem Erzrivalen

Von Max Marbeiter
Samstag, 07.09.2013 | 13:02 Uhr
Hidayet Turkoglu (l.) bangt mit der Türkei um den Einzug in die Zwischenrunde der EuroBasket
© getty
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Die beiden Pleiten zum Auftakt haben bei den Türken Ratlosigkeit hinterlassen. Soll die Zwischenrunde nicht gänzlich aus den Augen verloren werden, muss nun unbedingt ein Sieg her. Und das ausgerechnet gegen den bislang souverän auftretenden Erzrivalen aus Griechenland (ab 21 Uhr im LIVE-STREAM).

Ratlosigkeit macht sich breit. Eigentlich war man in der Türkei davon ausgegangen, in Slowenien um den Titel mitspielen zu können. Zumindest eine Medaille sollte in Angriff genommen werden. Dass der Einzug in die Zwischenrunde zur schwer überwindbaren Hürde werden könnte, hatte jedenfalls niemand vermutet.

Genau an diesem Punkt sind die Türken nun jedoch angekommen. Zwei Spiele. Zwei Pleiten. Deutliche Pleiten. Es will einfach nicht laufen in Slowenien. "Wir sind momentan einfach nicht gut", sagt deshalb auch Hedo Turkoglu, der sich seine achte Europameisterschaft mit der Türkei sicherlich anders vorgestellt hat.

"Wenn wir anfangen zu spielen, sind wir richtig gut. Aber ich weiß nicht, weshalb wir nicht unsere Leistung bringen. Hoffentlich kommen wir bald drauf. Diese beiden Spiele haben uns in eine unangenehme Situation gebracht."

Auch Coach Tanjevic ratlos

Das derzeitige Szenario vermag tatsächlich niemandem ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Die Niederlagen gegen Finnland und Italien haben die Türkei in dieselbe unangenehme Lage gebracht, in der sich auch Russland und Schweden befinden. Während man selbst bereits zwei Spiele verloren hat, hat die Gruppenkonkurrenz um Finnland, Griechenland und Italien ihre Auftaktpartien gewonnen - und ist damit schon durchaus ansehnlich enteilt.

Dass es überhaupt erst soweit gekommen ist, hat diverse Gründe. Vielleicht sogar zu viele. Nach der 75:90-Pleite gegen Italien wirkte Coach Bogdan Tanjevic jedenfalls ein wenig ratlos, fand am Ende aber doch einen Ansatz: "Das erste Problem sind 90 Punkte. Normalerweise gibt man in so einem Spiel 60 oder 70 Punkte ab. Wir haben defensiv also versagt", so Tanjevic.

Nun präsentieren sich die Italiener trotz der Ausfälle von Danilo Gallinari, Andrea Bargnani und Daniel Hackett deutlich stärker als erwartet. Eine derart deutliche Niederlage birgt aber dennoch einigen Anlass zur Sorge. Sorge, der Sinan Güler auf der Pressekonferenz nach dem Spiel Ausdruck verlieh.

"Wenn wir immer noch nicht im Turnier sind, ist es eigentlich zu spät", erklärte der Shooting Guard. "Es wirkt, als würde uns irgendetwas hemmen. Wir wollen Toughness zeigen, hart spielen, brechen an einem bestimmten Punkt aber immer wieder ein und erholen uns dann nicht mehr."

Schwache Quoten gegen Finnland

Ob die unerwartete Auftaktniederlage gegen den Außenseiter aus Finnland eine Art Schockstarre ausgelöst hat, ist nicht endgültig zu belegen. Rein vom Selbstverständnis, aber auch vom Talent her, hätte die Türkei ihr erstes Spiel allerdings niemals abgeben dürfen.

Umso paradoxer wirkt es, dass das Team um die NBA-erfahrenen Ömer Asik, Ersan Ilyasova und Hedo Turkoglu gerade zu Beginn daherkam, wie eine Ansammlung nervöser Nachwuchsspieler. Gegen die Mannschaft von Ex-Bundestrainer Henrik Dettmann fand keiner der ersten 9 (!) Würfe sein Ziel. Auch die ersten 4 Versuche von der Linie gingen daneben.

So lag der Favorit zwischenzeitlich mit 19 Punkten zurück, kämpfte sich dank eines 19:3-Runs noch einmal bis auf 5 Zähler heran, nur um den Gegner am Ende doch noch einmal davonziehen zu lassen. Dabei schossen die Finnen nicht einmal besser aus dem Feld - beide Teams bewegten sich in Sachen Quote im Bereich unterirdischer 30 Prozent.

Spanoulis wohl fit

Das Problem: Während nur 4 der 22 türkischen Dreier schlussendlich im Ring landeten, traf Finnland 35,5 Prozent seiner Versuche von Downtown. Kaum überragend, aber genug. Gegen Italien bekam man dann zwar den Wurf in den Griff, nicht aber Tanjevics besagte Defense.

Speziell Marco Belinelli (17 Punkte) war den Türken zu schnell, zu gerissen, zu abgezockt - zu gut? Gut, oder besser, sehr gut ist Vassilis Spanoulis. Der Guard ist Griechenlands Superstar, amtierender Euroleague-Final-Four-MVP, vor allem aber: einsatzfähig. Spanoulis' Sprunggelenksverletzung aus dem Russland-Spiel ist offenbar nur halb so schlimm.

Und das ist aus griechischer Sicht von enormer Bedeutung, kann Hellas die ordnende Hand seines besten Spielers doch gerade in hitzigen Spielen bestens gebrauchen. Und hitzig dürfte es in Koper definitiv werden. Schließlich stehen sich Griechenland und die Türkei geschichtlich bedingt nicht gerade freundschaftlich gegenüber. Ein Länderspiel, gerade bei einer EM, erhält so zusätzliche Bedeutung, wird zum intensiven Feuertanz.

Griechen wollen Leistung bestätigen

Doch Rivalität hin oder her, primär wird es den Griechen darum gehen, ihrer bislang überzeugenden Vorstellung in Slowenien ein weiteres Kapitel hinzuzufügen. Zwei Mal trat Hellas bislang an, zwei Mal wurde überzeugend gewonnen. Griechenland schießt bislang stark aus dem Feld (57,4 Prozent FG gegen Schweden, 51,7 Prozent gegen Russland), Griechenland reboundet effektiv und Griechenland legt diese ureigene Abgezocktheit an den Tag.

Und genau das könnte den großen Unterschied gegen die Türken ausmachen. Denn während sich die Griechen ihrer Stärke bewusst sind und entsprechend auftreten, herrscht beim Gegner Verunsicherung vor. Vielleicht haben die Türken den Ruhetag aber genutzt, um die Blockade in den Köpfen zu lösen. Ein Sieg gegen den Erzrivalen würde die Hoffnungen auf die Zwischenrunde wieder ein wenig nähren - und wohl auch die Ratlosigkeit wenigstens etwas lindern.

Der Spielplan der EuroBasket 2013

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