Gruppe F: Griechenland - Slowenien 65:73

Hellas-Aufholjagd ohne Erfolg - Dragic zu stark

Von Marc-Oliver Robbers
Samstag, 14.09.2013 | 23:32 Uhr
Goran Dragic war gegen Griechenland mit 28 Punkten der Topscorer der Partie
© getty
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Griechenland steht bei der Europameisterschaft vor dem Aus. Im Duell gegen Gastgeber Slowenien verliert Hellas mit 75:63. Dabei lagen die Griechen zwischenzeitlich bereits mit 26 Punkten hinten, starteten aber dann ein furioses Comeback. Am Ende war die Gala von Sloweniens Superstar Goran Dragic zu viel für Griechenland.

Dragic erzielte 28 Punkte und war vor allem in der ersten Halbzeit nicht zu kontrollieren. Auch sein Bruder Zoran zeigte eine starke Leistung und kam am Ende auf 11 Punkte und 5 Rebounds. Auf Seiten der Griechen war Vassilis Spanoulis mit 21 Punkten der Topscorer. Der Guard sicherte sich zudem 8 Rebounds. Allerdings blühte der Superstar erst im Schlussviertel auf und war vorher völlig abgemeldet.

Slowenien zieht mit dem Sieg in das Viertelfinale ein. Im abschließenden Zwischenrundenspiel gegen Finnland geht es nur noch um die Platzierung in der Gruppe. Griechenland dagegen steht vor dem Aus. Hellas muss das letzte am Montag gegen Kroatien gewinnen und gleichzeitig darauf hoffen, dass Italien gegen Spanien gewinnt.

Stimmen:

Domen Lorbek (Slowenien): "Wir haben die Zone zugemacht und Spanoulis gestoppt. Ich glaube, Joksimovic hat einen großartigen Job gegen ihn gemacht. Wir haben es geschafft, seine Quote niedrig zu halten. Das war der Schlüssel im Spiel, zusammen mit den Rebounds."

Zoran Dragic (Slowenien): " Wir haben ein großartiges Spiel gespielt, mit viel Eenergie. Wir hatten drei Leute an Spanoulis dran, so dass er immer müde war. Ich glaube, der Schlüssel war unsere Defense, so dass wir ins Laufen kamen und das Tempo hochhalten konnten.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Die Griechen starten mit Spanoulis, Zisis, Printezis, Papanikolaou und Bourousis, der erst mit Tip-Off für Kavvadas reinkommt. Mavrokefalidis fehlt verletzt. Gastgeber Slowenien schickt die Dragic-Brüder, Joksimovic, Nachbar und Vidmar aufs Parkett.

2.: Das ist doch mal ein Auftakt! Goran Dragic nagelt gleich mal zwei Dreier rein und bringt die Halle zum Kochen. Dann zieht er zum Korb und macht die nächsten Punkte. Wahnsinn! 8:4 für Slowenien!

8.: Papanikolaou bringt die Halle kurz mit seinem Dreier zum Schweigen! Aber nur kurz, denn Lakovic streut auf der anderen Seite gleich den nächsten Dreier ein. 22:11 für Slowenien.

15.: Goran nutzt den Block, passt raus auf seinen Bruder und Zoran schweißt den Dreier ein. Den nächsten Dreier übernimmt er gleich selbst! Unfassbar! 31:20!

20.: Zoran Dragic schnappt sich den Offensiv-Rebound und macht dann den einfachen Korbleger. Es ist eine Dragic-Show in Ljubljana. 43:27 zur Pause!

23.: Es geht genauso weiter! Dragic spielt Papanikolaou schwindelig, passt dann auf Joksimovic und der nagelt den Dreier aus der Ecke rein. 49:29!

30.: Sloukas streut noch einen Zweier ein. Es sind nur noch 16 Punkte. 46:62! Geht da noch etwas?

34.: Was ist denn hier los? Spanoulis dreht richtig auf, erzielt 9 griechische Punkte in Serie und plötzlich steht es nur 55:64!

40.: Spanoulis leistet sich den zweiten fatalen Fehlpass. Goran Dragic läuft den Fastbreak und sorgt 41 Sekunden vor dem Ende mit seinem Korbleger für die Entscheidung. 70:62!

Der Star des Spiels: Goran Dragic. Einfach nur wow! Die Performance des Point Guards war vor allem im ersten Durchgang weltklasse. Dragic machte die ersten 11 Punkte der Slowenen und war von den Griechen eigentlich nie zu stoppen. Dragic scorte vom Perimeter, zog zum Korb und führte auch noch klug Regie. Am Ende stand der Spielmacher der Phoenix Suns bei 28 Punkten. 5 Rebounds und 4 Assists. Auch stark: Bruder Zoran Dragic (11 Punkte, 5 Rebounds).

Der Flop des Spiels: Vassilis Spanoulis. Drei Viertel war der Superstar der Griechen von Joksimovic völlig abgemeldet, dann startete er die große Aufholjagd und führte sein Team wieder ran. Spanoulis hätte der umjubelte Held werden können, wurde dann aber der tragische. Der Guard leistete sich zwei folgenschwere Fehlpässe und sorgte damit unfreiwillig für die Entscheidung zugunsten der Slowenen.

Analyse: Dass es ein Hexenkessel in Ljubljana werden würde, war vor dem Spiel klar, aber Goran Dragic brachte diesen gleich mal richtig zum Kochen. Der Point Guard überrannte die Griechen förmlich und erzielte die ersten elf Punkte der Slowenen.

Der Gastgeber agierte mit einer unglaublichen Intensität und hatte deutliche Vorteile unter den Brettern. Slowenien machte das Spiel richtig schnell und schaltete nach Ballgewinnen sofort ins Transition Game um.

Aus dem Set-Play lief anfangs auf beiden Seiten nicht viel. Spanoulis wurde von Joksimovic völlig abgemeldet, so dass die Offensivlast vor allem auf den Schultern von Zisis lag. Aber auch der hatte mit der starken Team-Defense der Slowenen Probleme. Griechenland fand kaum einfache Würfe. Die Quote (28 Prozent) war daher überschaubar.

Und auf der anderen Seite hatte der Gastgeber Goran Dragic. Der Suns-Spielmacher drehte nach seiner Rückkehr aufs Feld direkt wieder auf. Zur Halbzeit stand er bereits bei 18 Punkten. Da macht es auch nichts, dass die Quote der Slowenen (36 Prozent) ebenfalls nicht gerade berauschend war.

Die Griechen versuchten immer wieder, das Spiel zu beruhigen, aber Slowenien hatte eigentlich immer eine Antwort und nahm so auch direkt wieder die Halle mit. Zur Hälfte führten die Gastgeber mit 16 Punkten.

Wer auf eine griechische Reaktion im zweiten Durchgang gehofft hatte, sah sich zuerst getäuscht. Es ging genauso weiter. Der slowenische Vorsprung wuchs schnell auf zeitweise 26 Punkte an. Die Griechen resignierten und haderten zudem mit Schiedsrichtern. Spanoulis wirkte völlig entnervt.

Griechenland bekam einfach keinen Zugriff in der Reboundarbeit. Mit 47:39 (Griechenland holte in den Schlussminuten auch hier auf) ging die Statistik klar an Slowenien. Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Papanikolaou am Sprunggelenk und konnte die Partie nicht beenden.

Slowenien ließ es dann gegen Ende des dritten Viertels zu locker angehen und plötzlich war Hellas wieder da. Der über drei Viertel völlig abgemeldete Spanoulis übernahm das Ruder und führte Griechenland bis auf 6 Punkte ran. Aber er leistete er sich in der Crunch Time auch zwei Ballverluste, vor allem der letzte brachte die Entscheidung zugunsten der Slowenen.

Die starke Aufholjagd der Griechen bleibt am Ende unbelohnt. Hellas muss nun das abschließende Gruppenspiel gegen Kroatien gewinnen und gleichzeitig auf Schützenhilfe von Italien gegen Spanien hoffen. Slowenien ist mit dem Sieg im Viertelfinale.

Der Spielplan der EuroBasket 2013

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