Basketball

Bamberg ringt Alba nieder und macht sechsten Pokalsieg perfekt

SID
Bambergs Nikolaos Zisis erzielte 2,4 Sekunden vor Schluss einen eminent wichtigen Dreier.

Mit den eigenen Fans im Rücken hat Brose Bamberg zum sechsten Mal den Pokal der Basketball Bundesliga (BBL) gewonnen und in einer ganz schwierigen Saison für ein Highlight gesorgt.

Im Finale des reformierten Wettbewerbs nutzte die frühere deutsche Nummer eins ihren Heimvorteil beim 83:82 (44:37) gegen Vizemeister Alba Berlin, der zum zweiten Mal nacheinander im Pokalendspiel den Kürzeren zog und es verpasste, mit Rekordsieger Bayer Giants Leverkusen (10) gleichzuziehen.

Bamberg holte den ersten Titel seit der Meisterschaft 2017 und auch den ersten unter Trainer Federico Perego, der Italiener hatte erst vor gut vier Wochen den entlassenen Ainars Bagatskis abgelöst. Dass die frühere deutsche Nummer eins zu Hause antreten durfte, war Losglück. Die Vergabepraxis ist nicht unumstritten.

Durch die Niederlage warten die Berliner, die im Viertelfinale Titelverteidiger Bayern München ausgeschaltet hatten, weiter auf ihre erste Trophäe unter dem spanischen Starcoach Aito Garcia Reneses. Alba kassierte die dritte Finalniederlage in Serie, im Vorjahr hatte es in Pokal und Meisterschaft gegen die Münchner nicht gereicht.

"Alba ist Favorit, keine Frage", hatte Perego vor dem Spiel gesagt. Doch Bamberg begann hellwach und zwang den Gegner in Fehler. Berlin agierte ungewöhnlich nervös und geriet ins Hintertreffen.

Alba kämpft sich immer wieder zurück

Die 6150 Zuschauer in der ausverkauften "Frankenhölle", darunter 700 Berliner, sahen ein hart geführtes Duell. Bamberg wurde von der lautstarken Unterstützung getragen und dominierte, Alba ließ den Rückstand aber nicht größer als acht Punkte werden. Berlin kam zwar immer besser ins Spiel, verkürzte und holte sich sogar kurzzeitig die Führung (35:34/19. Minute), ließ Bamberg aber bis zur Pause wieder davonziehen.

Die Gastgeber kamen gut aus der Kabine, Berlin lief weiter hinterher. Augustine Rubit sorgte für die erste zweistellige Führung der Bamberger (65:54/32.), Berlin kämpfte sich zurück und glich aus (78:78, 39.).

Rokas Giedraitis brachte Berlin in der spannenden Schlussphase nach vorn (82:80). 2,4 Sekunden waren noch auf der Uhr, als Nikolaos Zisis die Fans aus "Freak City" mit einem erfolgreichen Dreier aufatmen ließ.

Die Pokalsieger seit 2000

  • 2000 Frankfurt Skyliners
  • 2001 HERZOGtel Trier
  • 2002 Alba Berlin
  • 2003 Alba Berlin
  • 2004 RheinEnergie Cologne
  • 2005 RheinEnergie Köln
  • 2006 Alba Berlin
  • 2007 RheinEnergie Köln
  • 2008 Artland Dragons
  • 2009 Alba Berlin
  • 2010 Brose Baskets Bamberg
  • 2011 Brose Baskets Bamberg
  • 2012 Brose Baskets Bamberg
  • 2013 Alba Berlin
  • 2014 Alba Berlin
  • 2015 EWE Baskets Oldenburg
  • 2016 Alba Berlin
  • 2017 Brose Bamberg
  • 2018 Bayern München
  • 2019 Brose Bamberg

Neuer Modus - Bamberg mit Losglück

Bamberg, das im Herbst erst Geschäftsführer Rolf Beyer gekündigt und danach von Insolvenzgefahr berichtet hatte, hat damit unter Beyers Nachfolger Arne Dierks schnell den ersten Erfolg gefeiert. Der neue Geschäftsführer ist seit dem 1. Januar im Amt.

Das Pokalformat war nach jahrelangen Protesten der kleineren Klubs geändert worden. Statt wie bislang nur sieben Teams waren diesmal 16 dabei, das seit 1993 ausgetragene Top-Four-Turnier wurde gestrichen. Bamberg war per Los als Finalort ermittelt worden, nachdem die Endspielteilnehmer feststanden.

Nach dem Pokalfinale haben beide Mannschaften nur noch eine Zweifachbelastung und Zeit, etwas Luft zu holen. Im Europapokal geht es erst im März weiter, in der Liga am kommenden Wochenende. Alba (4.) und Bamberg (5.) sind klar auf Play-off-Kurs.

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