BBL-Themenwoche, Teil 5, Andrea Trinchieri im Interview

"Ich mag es, ein Bauer zu sein"

Freitag, 02.10.2015 | 11:00 Uhr
Andrea Trinchieri gewann in seiner ersten Saison in Bamberg die Meisterschaft
© imago
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Zum Abschluss der Themenwoche kommt Bamberg-Trainer Andrea Trinchieri zu Wort. Der Italiener reflektiert seine erste Saison bei den Brose Baskets und bereut dabei eine Äußerung gegen den Rivalen aus München. Trinchieri über Schmährufe der Bayern, Anschuldigungen vom DBB und die Crux der 6+6-Regel.

SPOX: Herr Trinchieri, als SPOX im Vorjahr mit Ihnen sprach, waren Sie sehr enthusiastisch und hatten hohe Erwartungen an die BBL. Was denken Sie nun, nachdem Sie ein Jahr hier arbeiten?

Andrea Trinchieri: Ich hatte gar nicht so hohe Erwartungen, aber ich war enthusiastisch, weil ich das immer bin, wenn ich meinen Job machen kann und auch alle Möglichkeiten dafür habe. Bamberg ist ein super Ort dafür. Ich hatte mir persönlich hohe Ziele gesteckt und diese auch meinen Spielern vermittelt. Aber ich war mir am Anfang der Saison nicht sicher, was wir erreichen können. Mit Fortlaufen der Saison habe ich dann aber ein Gefühl dafür bekommen, was wir erreichen können. Die Saison endete dann nicht auf die schlechteste Weise.

SPOX: Das stimmt. Die Frage zielte nicht nur auf Bamberg allein ab. Sie zeigten sich von den Möglichkeiten und Aussichten der BBL beeindruckt. Sie schwärmten geradezu.

Trinchieri: Das ist richtig. Ich habe ein paar Erfahrungen in verschiedenen Ligen sammeln können und die BBL entwickelt sich unglaublich schnell. Es gibt hier tolle Hallen und an vielen Orten herrscht eine super Stimmung. Lassen Sie mich ein wenig ausholen. Es gibt Länder, wie mein Heimatland, in dem es ein Kern an sehr enthusiastischen Fans gibt, aber es ist sehr schwierig, diesen Kern zu vergrößern. Du bist ein Held, wenn du gewinnst und der größte Trottel auf der Welt, wenn du verlierst. Das gilt im Grunde für die ganzen Mittelmeerländer: Italien, Griechenland, Spanien, Türkei. Im Jahr 2015 sollten wir aber in eine andere Richtung gehen. Wir müssen die Basis vergrößern und genau das passiert in Deutschland. Für die Menschen hier ist der Besuch eines Spiels wie ein Theaterbesuch oder ein Gang ins Kino. Sie wollen die Show auf dem Feld und die Show abseits des Spiels. Sie wollen etwas Essen und das Spiel genießen. Das ist der Vorteil der Liga hier. Sie bietet ein anderes Paket.

SPOX: Kommen wir aufs Sportliche zu sprechen. Was ist schwieriger? Ein neues Team von Grund auf aufzubauen, wie Sie es im Vorjahr machen mussten oder den Erfolg jetzt mit dem Team bestätigen zu müssen?

Trinchieri: Das kann man überhaupt nicht vergleichen. Den Erfolg zu wiederholen ist viel schwieriger. Es ist das Schwierigste. Um die Spitze zu erreichen, brauchst du Talent. Um aber an der Spitze zu bleiben, brauchst du Talent und Charakter.

SPOX: Der Kern des Teams ist der Gleiche, Sie müssen aber dennoch neun neue Spieler einbauen. Wie wird sich dadurch das Spiel verändern?

Trinchieri: Ich bin ein Zimmermann, Bamberg gibt mir die Materialien und ich muss daraus dann etwas zimmern. Ich glaube schon, dass wir ein wenig anders spielen werden. Wir haben jetzt einen höheren Basketball-IQ und müssen unser Spiel daher ein wenig verändern.

SPOX: Wie wird das aussehen?

Trinchieri: Wir sind sehr vielseitig. Jeder Spieler im Kader kann mindestens zwei Positionen spielen. Dazu werden wir in der Defensive aggressiver auftreten, weil wir einen tieferen Kader haben. Offensiv werden wir häufiger von der Dreierlinie den Abschluss suchen.

SPOX: Nikos Zisis ist sicher Bambergs Königstransfer. Was erwarten Sie von ihm?

Trinchieri: Nichts, was ich noch nicht von ihm gesehen habe. Ganz einfach: Er ist ein Spieler, der ein Team besser macht.

SPOX: Mit Nicolo Melli haben Sie einen Landsmann in die Liga gelockt. Wie konnten Sie ihm ein Engagement in der BBL schmackhaft machen? Es gab in der Vergangenheit nicht viele Italiener in der Liga.

Trinchieri: Das ist ganz einfach. Wir sprechen nicht mit einem italienischen Spieler, sondern mit einem Spieler, den wir mögen. Wir hätten uns auch für Melli entschieden, wenn er aus der Dominikanischen Republik, Brasilien oder den USA kommen würde. Ich glaube einfach, dass er sehr gut bei uns reinpasst. Er ist jemand, der uns auf viele Arten weiterhelfen kann.

SPOX: Zeigt die Tatsache, dass Melli und Zisis sich für Bamberg entschieden haben, auch den höheren Stellenwert, den die BBL mittlerweile genießt?

Trinchieri: Das hoffe ich doch. Erst einmal ist es aber ein Zeichen, dass Bamberg seine Sache vernünftig machen will.

Seite 1: Trinchieri über die Kunst, den Erfolg zu bestätigen und den Königstransfer

Seite 2: Trinchieri über die Vorwürfe vom DBB und das Problem der 6+6-Regel

Seite 3: Trinchieri über die Rivalität mit den Bayern und seine Meinung zur NBA

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