Olympia-Quali wird zum Streitfall

Hamburg möglicher Gastgeber

SID
Montag, 14.09.2015 | 12:05 Uhr
Dirk Nowitzki & Co streben die Quali für Olympia 2016 in Rio an
© getty
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In der Bundesliga regt sich Widerstand gegen eine mögliche deutsche Bewerbung um ein Olympia-Qualifikationsturnier. Der DBB will aber an seinen Planungen festhalten und prüft neben einer Bewerbung mit Berlin auch eine mit dem Olympia-Kandidaten Hamburg.

"Auch wenn ich der breiten Öffentlichkeit gegen das Schienbein trete: Ich finde, der DBB sollte das Geld besser in die Jugendarbeit investieren", sagte Wolfgang Wiedlich, Geschäftsführer der Telekom Baskets Bonn, dem Deutschlandfunk.

Auch Henning Harnisch, Vizepräsident von Alba Berlin, ist skeptisch. "Woher soll das Geld denn kommen?", fragte der Europameister von 1993 ebenfalls im Deutschlandfunk. Es bringe nichts, sich für ein solches Event derart zu strecken. "Ein sportliches Großereignis wie Olympische Spiele, bei denen man dabei ist, entfacht noch keinen neuen Basketballboom", sagte Harnisch. Das gehe nur mit konsequenter Basisarbeit.

DBB-Präsident Ingo Weiss stellte klar: "Wir haben gesagt, dass wir uns nur bewerben, wenn alle Konstellationen passen. Das heißt, wenn wir als DBB Geld im siebenstelligen Bereich investieren müssten, werden wir uns nicht bewerben", sagte Weiss auf SID-Anfrage.

DBB auf Sponsorensuche

Der Verband will sich für eine mögliche Bewerbung Sponsoren ins Boot holen. "Wenn Partner Geld geben, dann ist es auch an dieses Event gebunden", sagte Weiss und entkräftete damit Wiedlichs Jugendarbeit-Argument.

Nach dem Aus in der EM-Vorrunde können sich die deutschen Basketballer nur noch durch die Hintertür für die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Rio qualifizieren. Als Gastgeber dürfte die DBB-Auswahl an einem der drei Qualifikationsturniere Anfang Juli 2016 teilnehmen, bei denen die drei Sieger die letzten der insgesamt zwölf Rio-Tickets sichern werden.

Massive Kosten als Ausrichter

Der Haken für den DBB: Das Turnier, das im Falle einer Bewerbung wie die EM-Vorrunde in Berlin stattfinden soll, würde etwa 1,8 Millionen Euro kosten. Der DBB wird voraussichtlich bei einer Präsidiumssitzung Mitte Oktober über eine Bewerbung entscheiden. Der Weltverband FIBA vergibt die Turniere im November.

Dass sich der DBB auf jeden Fall mit dem EM-Spielort Berlin bewerben würde, ist laut Weiß noch nicht gesichert, weil auch Hamburg Interesse bekundet haben soll. "Berlin ist und bleibt unser erster Ansprechpartner, aber wir werden auch mit Hamburg reden", sagte Weiss: "Klar ist aber, dass es keinen Bieterstreit geben wird. Wir werden die sinnvollste Entscheidung fällen."

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