Montag, 20.10.2014

"Jeder muss in den Spiegel gucken"

Böser Ausrutscher der Bayern

Svetislav Pesic ließ kein gutes Haar an seiner Mannschaft. Die völlig unerwartete Pleite gegen Aufsteiger BG Göttingen ärgerte den Trainer von Meister Bayern München gewaltig. "Wir haben scheinbar geglaubt, dass wir unbesiegbar sind", sagte der enttäuschte Serbe. Früh in der neuen Saison hat sich der Titelfavorit einen bösen Ausrutscher erlaubt.

Svetislav Pesic kassierte mit den Bayern gegen einen Aufsteiger die erste Niederlage
© getty
Svetislav Pesic kassierte mit den Bayern gegen einen Aufsteiger die erste Niederlage
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Keine 48 Stunden nach dem starken Auftakt in der Euroleague beim spanischen Champion FC Barcelona (81:83) zeigten die Bayern ein ganz anderes Gesicht. Die Einstellung stimmte im Gegensatz zum Auftritt beim Krimi im Palau Blaugrana überhaupt nicht. Verdient zog der haushohe Favorit gegen den Außenseiter mit 81:95 (39:44) den Kürzeren.

"Jeder einzelne von uns muss in den Spiegel gucken. Vor unserem Publikum dürfen wir uns so nicht präsentieren", sagte Nationalmannschaftskapitän Heiko Schaffartzik bei "Beko-BBL.TV", "die Leistung war nicht ausreichend." Die Doppelbelastung und die kurze Erholungszeit dürften dafür aber keine Ausrede sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Münchner nach einem rauschenden Europapokalabend im Tagesgeschäft stolpern. Schon im März hatten die Bayern die Königlichen von Real Madrid sensationell besiegt (85:83) und dann nur drei Tage später in der Liga bei den Frankfurt Skyliners verloren (62:67). Nun wurden Erinnerungen ans Frühjahr wach.

Pesic hatte vor dem Spiel gegen Rückkehrer Göttingen noch gehofft, dass sein Team positive Energie aus der Leistung von Barcelona ziehen würde. "Die Spieler sind zufrieden, weil sie gezeigt haben, dass sie mit einer der besten Mannschaften in Europa mithalten können", erklärte der 65-Jährige. Es war wohl etwas zu viel Zufriedenheit.

Göttingen auf Platz 13

Dem Chefcoach wird es leichte Sorgen bereiten, dass sich die Bayern im Spiel gegen den früheren Europapokalsieger aus Niedersachsen bereits zum zweiten Mal in der laufenden Saison weit unter Wert verkauften. Schon im Spiel um den Champions Cup war München bei Pokalsieger Alba Berlin zeitweise vorgeführt worden (68:76). Gegen Göttingen war die Mannschaft wieder nicht richtig bei der Sache.

Trotz der Niederlage bleibt der FC Bayern Tabellenzweiter hinter den Berlinern, die nach fünf Spieltagen als einzige Mannschaft ungeschlagen sind. Göttingen verbesserte sich durch seinen zweiten Sieg um drei Positionen auf Platz 13 und genoss den Moment. Die "Veilchen" konnten kaum glauben, dass sie den Bayern ein blaues Auge verpasst hatten.

"Da hat keiner mit gerechnet"

"Ich will nicht wissen, wie die Quoten waren. Da hat keiner mit gerechnet. Vielleicht hat am Ende auch bei den großen Bayern die Kraft gefehlt", sagte Forward Dominik Spohr: "Das war eine großartige Geschichte. Wir fahren mit einem Grinsen im Gesicht zurück nach Göttingen."

Die BG hat einige Tage Zeit zum Feiern, für die Bayern geht es schon unter der Woche mit einem schweren Brocken in der Euroleague weiter. Am Donnerstag (20.45 Uhr) kommt der 34-malige griechische Meister Panathinaikos Athen.

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