Freitag, 17.10.2014

Euroleague: 1. Spieltag

Alba unterliegt zum Auftakt

Alba Berlin verliert sein erstes Heimspiel der neuen Euroleague-Saison gegen ZSKA Moskau mit 68:84. Real Madrid müht sich lange gegen Zalgiris Kaunas, geht am Ende aber dennoch als Sieger vom Feld. Fenerbahce ringt Milan nieder. Titelverteidiger Maccabi Tel Aviv siegt zum Auftakt ungefährdet. Unicaja Malaga und Anadolu Efes triumphieren ebenfalls, Galatasaray verliert.

Reggie Redding (l.) verlor mit Alba Berlin zum Euroleague-Auftakt gegen ZSKA Moskau
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Reggie Redding (l.) verlor mit Alba Berlin zum Euroleague-Auftakt gegen ZSKA Moskau

Gruppe A

Anadolu Efes - UNICS Kazan 82:76 BOXSCORE

BC Nizhny Novgorod - Dinamo Sassari 88:86 BOXSCORE

Real Madrid - Zalgiris Kaunas 80:71 BOXSCORE

Der MVP war in Spiellaune. Allein in der ersten Hälfte packte Sergio Rodriguez gleich zweimal den Half-Court-No-Look-Pass aus. Während Felipe Reyes den ersten noch per Layup inklusive Foul veredelte, scheiterte Ioannis Bourousis kurz darauf allerdings beim Versuc,h den Ball locker durch den Ring zu legen. Und auch sonst hatte Real mit Zalgiris deutlich mehr Probleme als erwartet.

Ohne den zu den Chicago Bulls abgewanderten Nikola Mirotic fehlt dem Final-Teilnehmer natürlich ein essentieller Bestandteil der vergangenen Jahre, mit Andres Nocioni und Gustavo Ayon wurde andererseits jedoch einiges an Qualität verpflichtet - wenngleich beide natürlich nicht dieselben Offensivqualitäten wie der Neu-Bull mitbringen.

So tat sich Real gerade zu Beginn am vorderen Ende des Courts noch merklich schwer. Lediglich 32 Prozent der madrilenischen Würfe von diesseits des Perimeter fanden in der ersten Hälfte ihr Ziel, von draußen waren es immerhin 40 Prozent. Zalgiris führte dagegen mal wieder vor, was litauische Mannschaften beinahe schon grundsätzlich auszeichnet. Kaunas traf hochprozentig (57 Prozent 3FG in der ersten Hälfte) und ging deshalb auch mit einer knappen Führung in die finalen 20 Minuten.

Doch Real hatte verstanden. Mit Beginn des dritten Viertels brachten die Iberer ihre Offense langsam ins Laufen. Die Quoten, speziell von draußen (27 Prozent 3FG), blieben zwar überschaubar, allerdings erzwang Real nun immer wieder Ballverluste (16 Turnover Kaunas) und konnte so sein effektiveres Transitionspiel aufziehen. Am Ende fuhr der Favorit deshalb doch noch einen halbwegs souveränen Auftaktsieg ein. Topscorer der Partie war Zalgiris' James Anderson (19), für die Mardilenen kamen Gustavo Ayon und Felipe Reyes auf jeweils 11 Zähler.

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Gruppe B

Cedevita - Unicaja Malaga 63:78 BOXSCORE

Maccabi Tel Aviv - CSP Limoges 92:76 BOXSCORE

Die Gäste hielten, angeführt von Adrien Moerman (17 Punkte, 12 Rebounds), über weite Strecken gut mit und lagen nach einem Korb von Jamar Smith vier Minuten vor Ende des dritten Viertels sogar gleichauf (48:48). Dann drehte Maccabi allerdings auf, legte bis zur Sirene einen 21:7-Lauf hin und hatte das Spiel danach im Griff.

Bester Schütze auf Seiten von Tel Aviv war Point Guard Jeremy Pargo (20 Punkte), der zwar nur einen seiner sechs Dreier traf, in knapp 35 Minuten auf dem Feld allerdings auch für 9 Assists verantwortlich war. Devin Smith verbuchte unter dem Korb ein Double-Double (13 Punkte, 12 Rebounds).

Vor 11.060 frenetischen Zuschauern in der Nokia Arena versenkten die Hausherren 47 Prozent ihrer Dreier (9/19), bei Limoges waren es dagegen nur 27 Prozent. Dass die Partie lange ausgeglichen verlief, war vor allem der französischen Rebound-Überlegenheit geschuldet (45:36). Unglaubliche 19 Offensiv-Boards sicherte man sich, vergab die Siegchance dann jedoch durch zu schlechte Quoten aus dem Feld.

ALBA Berlin - ZSKA Moskau 68:84 BOXSCORE

Wie die Bayern hatte auch Alba direkt zu Beginn eine durchaus interessante Aufgabe zu bewältigen. Mit ZSKA Moskau war immerhin ein Final-Four-Teilnehmer der vergangenen Saison in die Hauptstadt gereist. Noch dazu ein Team, das mit Milos Teodosic neuerdings einen Vize-Weltmeister in seinen Reihen weiß. Starten durfte der Serbe dennoch nicht. Dass den Russen zudem Ex-Spur Nando de Colo und Viktor Khryapa fehlten, dürfte Alba zusätzlich Mut gemacht haben.

Dennoch übernahm ZSKA nach dem Tipoff relativ zügig die Kontrolle. Immer wieder wanderte der Ball in den Lowpost, wo Sasha Kaun seine Masse bestens einzusetzen wusste. Auf der anderen Seite brachte sich Alba nur selten in Position für einfache Punkte. ZSKA spielte zwar keine klassische Zonen-Defense, machte den Raum rund um den Korb allerdings dennoch effektiv dicht. Kaum einmal bekamen Albas Big Men im Lowpost überhaupt den Ball.

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Eigentlich verlebte Sasha Kaun einen richtig guten Abend. Der Center scorte, er reboundete und dominierte. Dann kam das Schlussviertel...
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So wirkte die Offense des Vizemeisters zu Beginn ein wenig statisch, High-Low-Spiel war schlicht und ergreifend nicht möglich. Allerdings fingen sich die Berliner. Der Ball wurde im Laufe der Partie immer besser bewegt, man erspielte sich offene Würfe und fand so langsam aber sicher seinen Rhythmus. Speziell Alex Renfroe nutzte im zweiten Viertel ein ums andere Mal seine Geschwindigkeitsvorteile gegenüber Teodosic und verhalf der Berliner Offense so zu mehr Dynamik.

ZSKA wich dagegen ein wenig von seinem ursprünglichen Plan ab, ging häufiger ins Eins-gegen-Eins und tat Albas Defense damit einen kleinen Gefallen. Niels Giffey glich per Jumper zwischenzeitlich sogar aus (21:21). Nachdem Moskau im Anschluss wieder ein wenig davongezogen war, verkürzte Reggie Redding von draußen noch einmal auf 38:44.

Am Ende waren die Russen aber einfach zu routiniert. Während Alba für kaum Entlastung von draußen sorgte (25 Prozent 3FG), stellte Sonny Weems zudem immer wieder seine Athletik unter Beweis und war am Ende zweitbester Scorer der Partie (15 Punkte). Sasha Kaun legte noch eine Zähler mehr auf, für Alba legte Reggie Redding 11 Punkte auf.

"ZSKA ist absolut verdienter Sieger. Sie sind eines der besten Teams Europas und haben von Beginn an die Kontrolle übernommen. Wir müssen diese Niederlage schnell abhaken und gleichzeitig als eine nützliche Lektion nehmen, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben", sagte Albas Coach Sasa Obradovic im Anschluss.

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