Freitag, 17.10.2014

Euroleague, 1. Spieltag: Barcelona - Bayern 83:81

Bayern verpasst knapp die Sensation

Lange hat der FC Bayern München den FC Barcelona am Rande einer Niederlage, am Ende setzt sich der Favorit allerdings doch mit 83:81 durch. Trotz der Niederlage liefern die Bayern einen gelungenen Auftakt in die neue Euroleague-Saison.

Bayern München, FC Barcelona
© getty

Eine diffizilere Aufgabe hätte die Bayern zu Beginn der neuen Euroleague-Saison kaum erwarten können. Bessere Teams als Barca sucht man im europäischen Basketball schließlich größtenteils vergebens. Einschüchtern ließ sich der deutsche Meister davon allerdings nicht. Nach kurzen, offensiven Startschwierigkeiten waren die Bayern schnell im Spiel und ließen sich einfach nicht abschütteln.

Mehr noch: Sie stellten die Katalenen sowohl vorne als auch hinten vor ernsthafte Probleme. Weder das Transition-Spiel noch die Anspiele in den Lowpost funktionierten bei Barcelona ob Bayerns guter Defense über weite Strecken. Auch das Duell unter den Brettern entschieden die Münchner für sich (43:36 Rebounds).

Rechtzeitig zum Schlussviertel hatte Barca allerdings seinen Rhythmus gefunden, zog ein wenig davon und entschied das Spiel am Ende doch noch für sich. Topscorer der Partie war dennoch Nihad Djedovic mit 19 Punkten. Tibor Pleiß stand insgesamt gut 17 Minuten auf dem Feld, kam dabei auf 2 Zähler (1/4 FG) und griff sich 6 Rebounds.

Roundup: Alba unterliegt zum Auftakt

Reaktionen:

Svetislav Pesic (Trainer FC Bayern): "Ich bin nicht enttäuscht. Das war ein Spiel, in dem wir unsere Chancen auf den Sieg gehabt haben. Wie immer ist es auswärts besonders wichtig, viele Ballverluste zu vermeiden und den Rebound zu gewinnen. Das ist uns gelungen und war die Basis gegen ein Team, das so viel Qualität hat, speziell in der Offensive. Wir haben hervorragend Transition-Defense gespielt. Doch das hat uns am Ende zu viel Kraft gekostet, zumal wir ja diese Woche viele Probleme hatten. Das Kraftproblem hat man besonders an unserer Quote bei den Zweiern gesehen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Barca startet mit Marcelinho Huertas, Juan Carlos Navarro, Deshaun Thomas, Justin Doellman und Ante Tomic. Tibor Pleiß sitzt wie bereits während der ersten Spiel in der spanischen ACB zunächst auf der Bank. Die Bayern müssen weiter auf Kapitän Bryce Taylor verzichten. Für seine Starting Five wählt Coach Svetislav Pesic deshalb Anton Gavel, Nihad Djedovic, Robin Benzing, Dusko Savanovic und John Bryant aus.

3.: Djedovic startet direkt mit dem Dreipunktspiel. Der Bosnier geht unter dem Korb gegen Tomic hoch, trifft den Leger - und nach dem Foul des Kroaten auch den Bonusfreiwurf - 5:4 Bayern!

8.: Bayerns Offense funktioniert in den ersten Minuten noch nicht richtig. Zeit für Heiko Schaffartzik! Nachdem Oleson von draußen trifft, tut es der Guard seinem katalanischen Pendant gleich. Kurz darauf legt Micic nach dem Drive schön auf Bryant ab. Staiger legt den Dreier nach - 17:17!

13.: Beide Teams liefern sich ein kleines Fahrkarten-Duell von draußen. Also bringt Barca den Ball schnell nach innen. Nach dem Backdoor-Cut ist Abrines unter dem Korb völlig frei und trifft den Reverse Layup - 23:21 Barca!

17.: Navarro bringt ein wenig Eleganz ins Spiel. Der Spanier zieht zum Korb und legt den Ball im Stile eines Oberkellners durch die Reuse. Nach Pleiß' Block gegen Gavel legt Navarro den Dreier nach und veranlasst Svetislav Pesic damit zur Auszeit.

20.: Ganz stark von Djedovic! Noch vier Sekunden sind in der ersten Halbzeit zu spielen, der Bosnier zieht zum Korb und vollendet gegen Barcas versammelte Big-Man-Elite - 44:43 Barca!

Die besten Bilder des Euroleague-Final-Four
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Hin und wieder jedoch zurecht. An Sofoklis Schortsanitis (l.) bleibt nun mal niemand gern hängen. Immerhin die Frisur sitzt
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Wo Urgewalten, ungebremst walten... "Baby Shaq" (l.) verschaffte sich in der Zone ein ums andere mal kraftvoll Platz
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DEFENSE! Maccabi hielt Reals gefürchtete Offense geschickt in Schach. MVP Sergio Rodriguez (2.v.r.) hatte nur selten Platz
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Mr. Unstoppable! Tyrese Rice nahm Maccabi auf seine Schultern und lieferte das Spiel seines Lebens
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UNBELIEVABLE! 15 Punkte hatte Maccabi aufzuholen. 15 Punkte holte Maccabi auf und zog dank Tyrese Rice' (M.) Gamewinner ins Finale ein
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Und als hätten es die Fans schon vorher gewusst, war die Piazza Duomo bereits nachmittags fest in israelischer Hand
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Was draußen funktioniert, lässt sich auch in der Halle bestens zelebrieren. Maccabis Fans tauchten das Mediolanum Forum in grelles Gelb - ohrenbetäubender Lärm inklusive
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Tyrese Rice (r.) ließ sich am intensivsten von der herausragenden Stimmung anstecken. Rampensau eben...
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We did it! Devin Smith wirkt ungläubig glücklich
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Eigentlich verlebte Sasha Kaun einen richtig guten Abend. Der Center scorte, er reboundete und dominierte. Dann kam das Schlussviertel...
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Felipe Reyes sagt's: Der Dreier fiel bei Real. Insgesamt 14 Triples versenkten die Madrilnen und brachten dem ewigen Rivalen eine epische Niederlage bei
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Nicht rechts, nicht links - trapped! Bostjan Nachbar (l.) und Alejandro Abrines denken gar nicht dran, Nikola Mirotic auch nur einen Zentimeter Platz zu geben
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Stilschule mit Sergio Llull
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Erneut formvollendet, diesmal jedoch in Geberlaune. Sergio Llull gibt den Butler und serviert
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Kein Clasico ohne Physis. Muss ja nicht immer schön aussehen
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Als MVP gibt's nicht mehr ganz so viele Freiheiten. Richtig, Sergio Rodriguez?
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24.: Die Bayern starten unglaublich fokussiert in die zweite Hälfte. Hinten wird weiter gut verteidigt, vorne häufig getroffen. Nach einem Offensiv-Rebound von Pleiß trifft Doellman jedoch mit Brett. Bryant greift im Gegenzug ebenfalls am offensiven Brett zu, wird kurz darauf gefoult, versenkt aber nur einen seiner beiden Freiwürfe - 52:48 Bayern!

28.: Das Spiel ist völlig offen. Barca hat sich nach einigen Startschwierigkeiten in der zweiten Hälfte gefangen, die Bayern halten weiter mit. Micic trifft den Runner - 57:54 FCB!

31.: Die Bayern sind in Schwierigkeiten! Barcas Defense hat merklich an Intensität gewonnen und lässt derzeit kaum offene Würfe zu. Die Katalanen scheinen ihren offensiven Rhythmus dagegen endgültig gefunden zu haben - 64:59 Barca!

35.: Wichtige Sequenz für die Münchner. Schaffartzik schnappt sich den Offensivrebound und verkürzt wenig später aus der Mitteldistanz auf sechs.

39.: Staiger trifft von draußen, doch Bryants Block war unsauber. Der Dreier zählt nicht. Huertas' Triple dagegen schon - 79:71 Barca!

40.: Die Münchner versuchen alles, doch es reicht am Ende nicht. Barca ist beim Freiwurf einfach zu abgezockt. Mit seinem Dreier zum 81:83 setzt Heiko Schaffartzik den Schlusspunkt.

Barcelona vs. Bayern: Hier geht's zum BOXSCORE

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Der Star des Spiels: Navarro? Huertas? Oleson! Der Amerikaner spielte unauffällig aber effektiv, war zudem zweitbester Scorer der Katalanen (15 Punkte). Dazu lieferte Oleson gerade in der entscheidenden Phase einige wichtige Plays für Barca

Der Flop des Spiels: Vladimir Stimac trat ein wenig unglücklich auf. Erneut brachte der Serbe unbändigen Einsatz, übertrieb es teilweise jedoch ein wenig. Bei Defensiv-Rebounds leistete er sich das eine oder andere unnötige Foul, kassierte insgesamt vier Pfiffe und verbrachte deshalb mehr Zeit als erhofft auf der Bank.

Das fiel auf:

  • Die Bayern hatten zu Beginn einige Probleme in der Offense. Der Ball lief nicht so gut wie in der BBL zuletzt gesehen. Speziell Dusko Savanovic bekam am Highpost zu selten den Ball, um seine Playmaking-Qualitäten auszuspielen. Als die Münchner zusehends ihre Sicherheit von draußen fanden, bekamen sie allerdings mehr Balance in ihren Angriff.
  • Der FC Barcelona besitzt zwei große Stärken. Einerseits das schnelle Transition-Spiel, andererseits die Länge ihrer Big Men. Beides hatten sich die Bayern offenbar ganz genau angesehen. Nach eigenen Ballverlusten oder Fehlwürfen waren sie regelmäßig schnell wieder hinten, um Fast Breaks der Katalanen bestmöglich zu unterbinden. Und es gelang. Passwege wurden gut zugestellt, Gegenspieler effektiv aufgenommen. Kurz: Die Bayern spielten gute Transition-Defense.
  • Kommt Barca nicht ins Laufen, bleibt im Normalfall die Option über seine Big Man zu einfachen Punkten zu kommen. Doch auch das unterbanden die Bayern größtenteils durchaus effektiv. Beim Pick-and-Roll ließen sie kaum Pässe auf die abrollenden Pleiß oder Tomic zu. Auch im Post stemmten sich Bryant, Savanovic und Stimac gut gegen Barcas Masse, im Notfall wurde effektiv ausgeholfen. So fand selbst Marcelinho Huertas nur selten Möglichkeiten, seine sonst so sehr geliebten Lob-Anspiele auf seine großen Kollegen loszuwerden.
  • Svetislav Pesic - Die Bilder des Meistertrainers
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    Marko Pesic (M.) spielte bei vielen Vereinen unter seinem Vater. Beachtenswert ist übrigens das modische Auftreten von Sat.1-Moderator Lou Richter. Das Bild wurde 2001 aufgenommen, nicht 1991
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    Im Gegensatz zum Misserfolg in Köln feierte Pesic mit Jugoslawien im selben Jahr seinen wohl größten Erfolg und holte 2002 den Weltmeistertitel
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    Wie der Vater, so der Sohn. Während Svetislav seine Goldmedaille vorzeigen konnte, holte sein Sohn Marko mit dem deutschen Team die Bronzemedaille
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    Nach seiner Zeit in Deutschland suchte Pesic den Erfolg im Ausland. Seine weiteren Stationen: FC Barcelona, Lottomatica Rom, Akasvayu Girona, Dynamo Moskau, Roter Stern Belgrad, Power Electronics Valencia und abermals Belgrad
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    Der Headcoach der Bayern gibt immer volle Kraft um sein Team zu unterstützen
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    Pesic ist immer engagiert. Auch vor Diskussionen mit den Schiedsrichtern scheut sich der Serbe nicht
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    Der erfahrene Coach hat ein offenes Ohr für seine Schützlinge, wir hier Heiko Schaffartzik
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    Treffen unter Trainern: Pesic zeigt Bayern-Trainer-Kollege Pep Guardiola wie man richtig mit dem Basketball umzugehen hat
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  • Die Katalanen zählen nicht umsonst zum Besten, was der europäische Basketball zu bieten. Obwohl die Bayern Barca seiner beiden primären Offensivoptionen beraubte, fanden die Gastgeber immer wieder Möglichkeiten, zu scoren. Der Grund: gutes Ballmovement. Durch diverse Pässe erspielten sich die Katalanen immer wieder gute Würfe. Gegen Ende der ersten Hälfte lief dann auch noch Juan Carlos Navarro heiß, traf Dreier auf Dreier.
  • Lucca Staiger erhielt überraschend viel Spielzeit, wusste Coach Pesic' Vertrauen aber bestens zu rechtfertigen. Teilweise traf der Shooter unglaubliche Würfe von weit hinter der Dreierlinie. Auch defensiv trat Staiger engagiert auf.
  • Im Schlussviertel hatte sich Barca besser auf den Gast aus Deutschland eingestellt. Sowohl offensiv als auch defensiv. Die Katalanen intensivierten ihre Arbeit in der Defense, gewährten den Bayern minutenlang keinen erfolgreichen Wurf. Während die Münchner so ihren Rhythmus verloren, fand Barca zu allem Überfluss auch noch immer häufiger Wege, den Ball zu Tomic in den Lowpost zu bringen. Auch das Pick-and-Roll funktionierte besser.

Die Euroleague im Überblick

Max Marbeiter

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Max Marbeiter(Redaktion)

Max Marbeiter, Jahrgang 1984, ist seit 2012 bei SPOX.com. Während seines Anglistik- und Politikstudiums in Erlangen knapp 3 Jahre lang freier Mitarbeiter bei kicker.de und im Anschluss an ein Praktikum auch einige Monate in der Lokalsportredaktion der Süddeutschen Zeitung. Bei SPOX.com festes Mitglied im Basketball-Ressort. Neben Texten zur NBA zählt der europäische Basketball zum Hauptaufgabenbereich.

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