Freitag, 28.03.2014

Kritik an BBL-Präsident Braumann

"Respektlos und ignorant"

Es wird spannend in Ulm. Wenn sich im Vorfeld des Top Four die Türen zur turnusmäßigen Sitzung der Basketball Bundesliga (BBL) geschlossen haben, muss sich die Führung unangenehme Fragen gefallen lassen. Allen voran Thomas Braumann. Die Verlängerung des Vertrages mit Geschäftsführer Jan Pommer wird von den Klubs als Alleingang des Präsidenten verstanden.

Pommer wurde der Vertrag verlängert, ohne mit den Vereinen darüber Absprache zu halten
© getty
Pommer wurde der Vertrag verlängert, ohne mit den Vereinen darüber Absprache zu halten

"Das kann nicht an der Liga vorbei im stillen Kämmerlein von Herrn Braumann entschieden werden", kritisierte Wolfgang Heyder im "SID-Gespräch". Nicht die Personalie an sich, sondern die Herangehensweise stößt dem Manager vom deutschen Meister Brose Baskets Bamberg übel auf: "Das ist kein Umgang mit den Vereinen. Das ist total störend."

Vor zweieinhalb Wochen hatte die BBL den 43-jährigen Pommer bis 2018 gebunden - ohne die Klubs vorher darüber zu informieren. Die Verantwortlichen erfuhren erst aus den Medien davon.

Ein Unding. Auch der Deutsche Basketball Bund (DBB), der mit 26 Prozent an der Liga beteiligt ist und als Teil der Gesellschafterversammlung seine Zustimmung geben muss, war wohl nicht eingebunden.

Pommer aus Kritik ausgeschlossen

"Der DBB soll erst im Nachhinein seine Zustimmung geben. Das ist noch nicht gemacht", sagt Heyder. Das BBL-Präsidium sei nur "sehr informell" in Kenntnis gesetzt worden. Den Geschäftsführer selbst schließt der 57-Jährige aus seiner Kritik aus.

"Man muss da sehr vorsichtig sein. Ich weigere mich, auf die Person Jan Pommer loszugehen", so Heyder: "Am Ende kann ich mir vorstellen, dass es positiv wäre, mit ihm weiterzuarbeiten."

Heyder stört sich nicht nur bei diesem Thema daran, dass die Klubs bei Entscheidungsfindungen zu wenig eingebunden werden. Dies sei ein grundsätzliches Problem. "Wir sind diejenigen, die die wirtschaftliche Kraft bringen. Die Ligaführung muss Dienstleister sein. Man kann das nicht an den Vereinen vorbei machen", beschwert sich der Manager.

Auch auslaufender TV-Vertrag in der Kritik

Denn neben dem Fall Pommer brennt Heyder und vielen anderen Verantwortlichen vor der AG-Sitzung noch ein anderes Thema unter den Nägeln: Der nach der Saison auslaufende TV-Vertrag. Auch hier werde nicht vernünftig kommuniziert.

"Es wird nur an der Oberfläche informiert, aber nicht konkret. Die Vereine wollen da eine Mitsprache haben", so Heyder: "Warum so ein essenzielles Thema wie TV an den Vereinen vorbei behandelt wird, auch die Vertragsverlängerung von Pommer, das ist für mich nicht nachvollziehbar."

Die Forderung danach kommt angeblich überhaupt nicht an: "Herr Braumann geht mit der Kritik extrem ignorant um. Er nimmt das nicht auf, sondern macht sein eigenes Ding weiter." Das Vorgehen des Unternehmensberaters sei zuletzt "im Gesamtkontext sehr respektlos" gewesen. Der BBL-Präsident war zunächst für eine Stellungnahme zu den Vorwürfen nicht erreichbar.

Das Meeting in Ulm birgt Zündstoff. "Es ist schon einiges im Köcher, keine Frage", sagt Heyder. Der Geschäftsführer der Bamberger betont aber, dass es vermieden werden müsse, "verhärtete Fronten" aufzubauen: "Es geht um die Liga, da muss man ins Boot zurück kommen."

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