Freitag, 22.11.2013

Euroleague, 6. Spieltag: Roundup

Nächste Pleite für Bamberg

Selbst gegen das bislang sieglose Strasbourg will dem deutschen Meister kein Sieg gelingen. Beim 72:83 wirken die Bamberger offensiv zögerlich und defensiv überfordert. Dafür feiert ein Langzeitverletzter sein Comeback. Vassilis Spanoulis klettert in der ewigen Bestenliste, Milan festigt Platz zwei hinter Real, das weiter ungeschlagen bleibt.

Anton Gavel (r.) kommt an Paul Lacombe nicht vorbei
© getty
Anton Gavel (r.) kommt an Paul Lacombe nicht vorbei

Gruppe B

Strasbourg IG - Brose Baskets Bamberg 83:72 (BOXSCORE)

Wie so häufig in dieser Saison fand Bamberg auch diesmal zunächst kaum Zugang zum Spiel. Hinten verschliefen die Baskets häufig die Rotationen, hatten Alexis Ajinca (16 Punkte) nichts entgegenzusetzen. Vorne lief der Ball zunächst nicht gut. Die Offense wirkte statisch. Oft zogen die Guards wild in die Zone, um dann per Kickout-Pass die Schützen am Perimeter zu finden, was allerdings zu selten gelang.

Erst als man ein wenig vom Dreier abrückte, den Ball stattdessen vermehrt an den Zonenrand brachte, fand die Offense ein wenig ihren Rhythmus. Zack Wright postete immer wieder gegen kleinere Verteidiger auf und verschaffte seinen Mitspielern so gute Würfe. Philipp Neumann lieferte einige starke Aktionen im Post.

Allerdings nutzten die Bamberger Ajincas Pausen nicht konsequent genug. Strasbourg war stets bemüht, denn Ball schnell unter den Korb zu bekommen, wo ohne ihren Center jedoch häufig eine Lücke klaffte. Dafür schossen die Franzosen (bislang 30 Prozent 3FG in 5 Spielen) diesmal ungewöhnlich gut von Downtown (47 Prozent 3FG). So auch Louis Campbell, der per Dreier den Halbzeitstand herstellte (37:37).

Bambergs Händchen von jenseits der Perimeter war dagegen eiskalt (23 Prozent 3FG). Generell hakte die Offense mit Beginn des dritten Viertels wieder. Strasbourgs starke Flügel-Defense ließ den Oberfranken kaum Zeit für durchdacht initiierte Angriffe. Das Pick-and-Roll klappte nicht, auch die Big Men wurden nun zu selten gesucht. Die Franzosen bewegten den Ball dagegen extrem gut und erspielten sich so immer wieder offene Würfe von draußen.

Bamberg trat insgesamt deutlich zu zaghaft auf. Häufig machte es den Anschein, als wüssten die Baskets nicht, wie sie ihre Angriffe ausspielen sollten. So betrug der Rückstand zu Beginn des Schlussviertels 20 Punkte. Zu viel. Am Ende kassierte Bamberg die, mit Blick auf einen möglichen Einzug in die Top 16, ganz bittere Pleite. Immerhin feierte Novica Velickovic seine Euroleague-Premiere. Topscorer der Partie war Ricardo Greer mit 21 Punkten. Zach Wright kam für Bamberg auf 13 Zähler.

EA7 Emporio Armani Milan - Anadolu Efes 77:73 (BOXSCORE)

Mit einem herausragenden Lauf im Schlussviertel dreht Emporio Armani Milan die Partie gegen Anadolu Efes. Den Italienern gelingt damit der dritte Sieg aus den letzten vier Spielen.

Beinahe drei Viertel lang lief Milan einem Rückstand hinterher - zu Beginn des Schlussabschnitt lagen die Italiener sogar mit 11 Punkten zurück. Umso beeindruckender mutete das Comeback an. Mit einem 9:0-Run brachten sich die Mailänder zunächst auf zwei Zähler heran, ehe Langford und Lawai den Ausgleich per Alley-Oop standesgemäß zelebrierten.

Als Langford kurz darauf den Dreier traf, stand das Mediolanum Forum endgültig Kopf. Erst Vasileiadis' Dreier beendete Anadolus lange Durststrecke. Milans Lauf hatte die Türken jedoch ihre Linie gekostet. Selbst einfache Layups wollten nicht mehr fallen. Dabei hatte Anadolu zuvor durchaus starke Quoten aufgelegt (41 Prozent 2FG, 47 Prozent 3FG).

Im Schlussviertel entnervte Milans intensive Defense die Gäste jedoch. Ob am Perimeter oder unter dem Korb - irgendwie bekamen die Italiener immer eine Hand an den Ball und gestatteten Anadolu während der finalen zehn Minuten so nur 11 Punkte. Keith Langford war mit 22 Zählern Topscorer der Partie, Alessandro Gentile kam auf 18 Punkte.

Real Madrid - Zalgiris Kaunas 95:67 (BOXSCORE)

Real scheint, zumindest in der Gruppenphase, schlicht nicht zu besiegen zu sein. 56 Punkte erzielten die Madrilenen in den ersten beiden Vierteln, ließen dafür aber lediglich 32 zu. Damit war das Spiel bereits zur Halbzeit entschieden. Dabei schoss Kaunas nicht einmal schlecht aus dem Feld (44 Prozent 2FG, 40 Prozent 3FG). Allerdings hetzte die gewohnt aggressive Defense der Königlichen die Litauer in insgesamt 21 Ballverluste.

Real bewegte den Ball dagegen stark (22 Assists) und kam so immer wieder zu hochprozentigen Würfen, die verlässlich verwandelt wurden (69 Prozent 2FG, 46 Prozent 3FG). Nikola Mirotic unterstrich dabei erneut, weshalb er zu den größten Talenten Europas zählt und die Chicago Bulls ihn wohl schnellstmöglich in der NBA begrüßen möchten. Der Forward traf 6 seiner 7 seiner Würfe (17 Punkte) und war am Ende Topscorer. Justin Dentmon erzielte 16 Zähler für Zalgiris.

Gruppe C

Unicaja Malaga - Olympiakos Piräus 74:82 (BOXSCORE)

Gut vier Minuten benötigte Vassilis Spanoulis für den nächsten Meilenstein seiner Karriere. Mit seinem zweiten Assist des Spiels überholte Olympiakos' Superstar J.R Holden und schob sich auf Rang 5 der besten Vorlagengeber der Euroleague-Geschichte. Dabei hatte Malaga zu Beginn alles versucht, um die Offense des amtierenden Champions nicht ihren Rhythmus finden zu lassen. Die Spanier pressten über das gesamte Feld, setzten Piräus sogar beim Einwurf unter dem Korb unter Druck.

Das bereitete den Griechen mitunter große Schwierigkeiten. Teils haarsträubende Turnover noch in der eigenen Hälfte waren die Folge (12 zur Halbzeit). Dank seiner Routine und des starken Ball-Movements befreite sich Piräus dennoch immer wieder und spielte gute Würfe heraus. Meist brachte Olympiakos den Ball in die Zone, um dann die freien Schützen zu suchen, die hochprozentig trafen.

Malaga verlegte seine Offense dagegen wesentlich näher ans Brett. Ob nach dem Drive oder im Post - Unicaja war auf "einfache" Würfe aus. Und das mit Erfolg. Wären man nicht ähnlich schlampig mit dem Ball umgegangen wie die Griechen, eine höhere Halbzeitführung (46:41) wäre möglich gewesen.

Die hätte Malaga am Ende jedoch gut gebrauchen können. Denn Olympiakos hatte den Spalding plötzlich wesentlich besser unter Kontrolle, extrem starke Quoten taten ihr Übriges (67 Prozent 2FG, 47 Prozent 3FG). So zogen die Griechen im Schlussviertel zusehends davon und gewannen am Ende auch ihr sechste Spiel der Saison. Topscorer der Partie war Matthew Lojeski (22 Punkte), Hettsheimeir und Caner-Medley legten für Malaga jeweils 11 Zähler auf.

Galatasaray Liv Hospital - Montepaschi Siena 54:52 (BOXSCORE)

Siena kam gut ins Spiel, machte 5 schnelle Punkte, fiel dann aber in alte Muster zurück. Kaum einmal versuchten die Italiener, den Korb zu attackieren. Meist beschränkten sie sich auf den Wurf aus der Distanz, der jedoch, wie so häufig, nicht fallen wollte. Auf der anderen Seite klappte Galatasarays Inside-Out-Spiel zunächst nicht so gut wie noch gegen die Bayern. Auch Pops Mensah-Bonsus Einfluss hielt sich in den ersten Minuten in Grenzen.

Zudem waren die Gastgeber von draußen noch ungefährlicher als Montepaschi (10 Prozent 3FG gegen 36 Prozent 3FG). Was den Türken an Treffsicherheit fehlte, machten sie jedoch durch Kampf am Brett wett (45:34). So konnte sich bis zum Ende kein Team wirklich absetzen. Dort waren noch gut 20 Sekunden zu spielen, als Daniel Hackett (50 Prozent 3FG) die Italiener von Downtown noch einmal auf 52:53 heranbrachte. Gala traf im Anschluss nur einen Freiwurf, und so bot sich Siena tatsächlich noch mal die Chance zum Sieg.

Natürlich ging der Ball erneut zu Hackett. Diesmal vergab Sienas Go-to-Guy allerdings. Dennoch war Hackett am Ende gemeinsam mit Pops Mensah-Bonsu Topscorer der Partie (16 Punkte). Galas Big Man arbeitete dazu erneut unermüdlich unter den Brettern und sicherte sich starke 16 Rebounds.

Bayern München - Stelmet Zielona Gora 71:78 (BOXSCORE)

Bittere Bayern-Pleite gegen Zielona Gora

Gruppe A

ZSKA Moskau - JSF Nanterre 72:60 (BOXSCORE)

Partizan Belgrad - FC Barcelona 64:82 (BOXSCORE)

Fenerbahce Ulker - Budivelnik Kiev 84:68 (BOXSCORE)

Gruppe D

Panathinaikos - Lietuvos Rytas 80:72 (BOXSCORE)

Maccabi Tel Aviv - Laboral Kutxa 65:70 (BOXSCORE)

Lokomotive Kuban Krasnador - Roter Stern Belgrad 79:72 (BOXSCORE)

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