Freitag, 01.11.2013

Euroleague, 3. Spieltag: Roundup

Gamewinner! Jacobsen trifft zum Sieg

Die Baskets rehabilitieren sich dank der Treffsicherheit des Amerikaners für die Klatsche von Madrid - und das trotz eines zwischenzeitlich deutlichen Rückstandes. Reals Mirotic liefert gegen Milan das perfekte Spiel. Die Bayern schnuppern beim Champion an der Sensation. Fenerbahce macht mit ZSKA kurzen Prozess, Barcelona verliert überraschend gegen einen Vertreter aus Frankreich. Auch Siena kassiert die nächste Pleite.

Casey Jacobsen (l.) führte die Brose Baskets zum Sieg über Anadolu Efes
© imago
Casey Jacobsen (l.) führte die Brose Baskets zum Sieg über Anadolu Efes

Gruppe C

Olympiakos Piräus - Bayern München 88:83 (BOXSCORE)

Gegen den Titelverteidiger verschliefen Bayern im "Peace and Friendship Stadium" in Piräus die ersten zwei Minuten und waren schnell mit 2:7 hinten. Während Olympiakos auf schnelle Pick'n'Roll-Attacken setzte und zu Beginn immer wieder Forward Bryant Dunston in Szene setzte, machten die Münchner das Eins-gegen-Eins unter dem Korb als probates Mittel aus.

Nach zehn Minuten stand es 20:25, dann häuften sich die Turnover und überhasteten Angriffe auf Seiten der Bayern: Der Rückstand schwoll nach einem offenen Dreier von Evangelos Mantzaris auf zehn Punkte an (22:32). Aber das Team von Svetislav Pesic wurde jetzt stärker: Einen 6:0-Run schloss Bryant per Korbleger zum 34:38 ab, Sekunden vor der Sirene traf Mantzaris aber erneut von draußen zum 47:39-Halbzeitstand. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Hausherren 65 Prozent aller Zweipunktversuche verwandelt (13/20), Bayern hingegen nur einen Dreier getroffen (1/3).

Über Benzing und Taylor erzielten die Bayern nach dem Seitenwechsel fünf schnelle Punkte in Folge. Aber immer wenn man drauf und dran war, zum Titelträger aufzuschließen, schlichen sich Fehler ein. Vor allem den Belgier Matthew Lojeski bekam man ein ums andere Mal nicht in den Griff. Als Dunston den Ball zum 64:49 in den Korb legte, nahm Pesic die Auszeit.

Entschieden war trptzdem noch lange nichts! Benzing und Delaney produzierten einen 8:0-Run, und als der Deutsche kurze Zeit später bei einem Dreier gefoult wurde, stand es nur noch 64:66. Punktgleich ging es in die letzte Pause, ein Layup von Troutman brachte dann die erste Führung des Spiels für das deutsche Team.

In einer hektischen, hitzigen Schlussphase vergaben die Bayern mit überhasteten Aktionen vier Minuten vor Schluss eine Fünf-Punkt-Führung. Acie Law legte nach einem Fastbreak zum 77:76 für die Heimmannschaft ein. Ein Dreipunktspiel von Lojeski nach einem weiteren Turnover und ein Triple von Mantzaris eine Minute vor Schluss brachte das 83:76 für Olympiakos, das die Bayern trotz eines starken Schlussspurts nicht mehr aufholen konnten.

Pesic: "Charakter gezeigt"

"Ich gratuliere meinen Spielern, sie haben Charakter gezeigt", sagte Pesic nach der Partie. "Wir haben die Message gesendet: Auch in München existiert Basketball." Er sei "sehr stolz" auf sein Team. Delaney twitterte kurze Zeit später: "Das war eine harte Auswärtsniederlage. Wir haben eine große Möglichkeit aus der Hand gegeben. Aber es geht uns gut. Auf zum nächsten Spiel."

Die Bayern könnten trotzdem mit erhobenem Haupt aus Griechenland abreisen. Delaney (20 Punkte) war der beste Schütze bei den Gästen. Bei den Griechen punkteten, angeführt von Dunston (19 Punkte, acht Rebounds), gleich sechs Spieler zweistellig. In der Gruppe stehen die Bayern mit vier Punkten aus zwei Spielen damit hinter Piräus (6) und dem punktgleichen Malaga auf dem dritten Rang. Am 8. November empfängt man Malaga im Audi Dome.

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Unicaja Malaga - Galatasaray Liv Hospital 84:57 (BOXSCORE)

Stelmet Zielona Gora - Montepaschi Siena 73:65

Nach der Niederlage in München hatte Siena auch beim noch sieglosen Debütanten aus Polen einige Probleme. Die Italiener verlegten sich in der ersten Hälfte beinahe ausschließlich auf das Spiel aus der Distanz. Das Problem: Von 20 (!) Dreiern in Halbzeit eins sahen nur 5 den Boden des Netzes. Dabei zeigte Montepaschi Mitte des zweiten Viertels, dass Zielona Goras Defense mit Drives Richtung Korb durchaus beizukommen war.

Die richtigen Rückschlüsse zog man daraus allerdings nicht. Siena nahm weiter Dreier um Dreier - obwohl der Distanzwurf einfach nicht fallen wollte (28 Prozent 3-FG am Ende). Zudem bekamen die Italiener Christian Eyenga in der ersten Hälfte einfach nicht in den Griff (12 Punkte). Auf der anderen Seite blieb Daniel Hackett in der Offense zunächst extrem blass, brachte seine Drives wie schon bei den Bayern kaum an. Entsprechend war Zielona Gora Ende zur Halbzeit bis auf 8 Punkte davongezogen.

So schwach die Quoten auch waren, so gut gab Siena auf den Ball Acht. Lediglich acht Mal ermöglichten die Italienern dem Gastgeber nach Ballverlusten die Chance zu schnellen Punkte. Zielona Gora leistete sich doppelt so viele Turnover. So pendelte sich Montepaschis Rückstand in den beiden letzten Abschnitten konstant zwischen 2 und 8 Punkten ein.

Dabei hatte Hackett zwischenzeitlich besser ins Spiel gefunden (12 Punkte, 6 Assists). Zum ganz großen Comeback reichte es für Siena jedoch auch diesmal nicht. Zu ruhig blieben die Polen in der Schlussphase von der Freiwurflinie. Damit kassierten die Italiener im dritten Spiel ihre dritte Pleite, Zielona Gora feierte seinen ersten Euroleague-Sieg überhaupt. Topscorer der Partie war dennoch Sienas Joshua Carter, Lukasz Koszarek kam für Stelmet auf 15 Zähler.

Gruppe B

Zalgiris Kaunas - Strasburg IG 88:64 (BOXSCORE)

Brose Baskets Bamberg - Anadolu Efes 88:86 (BOXSCORE)

Casey Jacobsen war heiß. Kaum waren 5 Minuten gespielt, hatte der Amerikaner auch schon 9 Punkte erzielt - und das ausschließlich von Downtown. Entsprechend gut startete ganz Bamberg ins Spiel. Vorne fielen die Würfe, hinten verteidigte man gut. Allerdings wurde das Ballmovement beim Meister nach wenigen Minuten immer schwächer. Probleme bei der Wurfauswahl und in der Defense taten ihr Übriges - und plötzlich waren die Türken wieder dran.

Speziell die Kombination aus Scotty Hopsons Athletik, Stanko Bavacs Inside-Präsenz und Dusko Savanovics Scoring war nicht in den Griff zu bekommen. Bamberg hielt die eigene Zone zu selten dicht. Dass Anadolu, dessen Dreier in der ersten Hälfte mit 64-Prozentiger Sicherheit durch die Reuse fielen, nicht davonzog, lag an der ebenfalls unglaublichen Treffsicherheit der Baskets (73 Prozent 3-FG in der ersten Halbzeit).

Dennoch ging der Gast mit einer 7-Punkte-Führung in die zweite Hälfte - und baute diese schnell aus. Hatte Bamberg zu Beginn noch meist die richtige Antwort auf erfolgreiche Istanbuler Angriffe gehabt, so zog der Favorit zunächst immer weiter davon. Speziell die teils schwache Pick-and-Roll-Defense der Baskets nutzte Anadolu nun immer effektiver.

Doch die Brose Arena ist eben nicht der Palacio de Deportes zu Madrid. Auch deshalb ließ sich Bamberg diesmal nicht vorführen, sondern kämpfte sich zurück. Mit jeder gelungenen Aktion stieg die Intensität. Hinten griff die Defense, vorne wurde weiter munter getroffen. Immer vorne weg: Casey Jacobsen. Ob aufgenommenes Offensivfoul oder Dreier - der Amerikaner lieferte Big Play um Big Play und hatte damit großen Anteil, dass Bamberg rechtzeitig zum Schlussviertel mit zwei Punkten in Führung ging.

Der Meister war nun drin im Spiel, abschütteln ließen sich die Gäste jedoch nicht. Auch Anton Gavels 6 Punkte binnen einer Minute beantwortete Anadolu, lag 6 Sekunden vor dem Ende sogar mit einem Zähler vorn. Doch Jacobsen war noch nicht fertig. Per Dreier beinahe mit der Schlusssirene setzte der Amerikaner den sensationellen Schlusspunkt und war schließlich auch Topscorer der Partie (23 Punkte).

Real Madrid - EA7 Emporio Armani Milan 93:74 (BOXSCORE)

Ein einziges Viertel genügte Real, um auch gegen Milan für allerklarste Verhältnisse zu sorgen. Hielten die Italiener im ersten Abschnitt noch gut mit, so entfesselte Madrid im zweiten seine ganze Offensivgewalt. Noch wichtiger aber: Reals gefürchtete Defense griff wieder zu. Lediglich 11 Zähler gestatteten die Königlichen den Gästen im zweiten Viertel und zogen schließlich auf 52:31 davon.

Demoralisieren ließ sich Milan davon zwar nicht, für das ganz große Comeback war Reals Vorsprung allerdings zu deutlich angewachsen. Vor allem, da Nikola Mirotic das perfekte Spiel ablieferte. Der Big Man vergab keinen einzigen (!) seiner sechs Würfe, blieb auch von der Linie fehlerfrei und war schließlich Topscorer der Partie (19 Punkte).

Der Fakt, dass neben Mirotic vier weitere Madrilenen (Rudy Fernandez, Felipe Reyes, Sergio Rodriguez und Sergio Llull) zweistellig scorten, machte eine mögliche Mailänder Aufholjagd beinahe unmöglich. Zumal Alessandro Gentile mit nur 6 Punkte (2/5 FG) deutlich unter seinen Möglichkeiten spielte.

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