Die Lehren aus dem Supercup

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Von Cliff Schmit
Montag, 26.08.2013 | 17:15 Uhr
Das DBB-Team von Frank Menz verfügt noch über jede Menge Steigerungspotenzial
© imago
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Für das DBB-Team setzte es beim Supercup in Ulm drei recht deutliche Niederlagen. Auf Frank Menz und seine Mannschaft warten knapp zehn Tage vor EM-Beginn noch eine ganze Menge Baustellen. Wo der Bundestrainer unbedingt eingreifen muss und welche Aspekte Grund zur Hoffnung geben. SPOX hat die Lehren aus dem Supercup gezogen.

Starting Five zeichnet sich ab, Rotation nicht: Frank Menz hat in den Vorbereitungsspielen erwartungsgemäß einige Formationen ausprobiert und durchrotiert. Nach dem Supercup scheint sich aber langsam, aber sicher eine feste Anfangsfünf herauszukristallisieren.

In Ulm durften in allen drei Spielen Heiko Schaffartzik, Niels Giffey, Lucca Steiger, Robin Benzing und Tibor Pleiß starten. Es spricht also einiges dafür, dass diese fünf Akteure auch beim EM-Auftakt gegen Frankreich (am 4. September im LIVE-STREAM FOR FREE bei SPOX) zu Beginn der Partie auf dem slowenischen Parkett stehen werden.

Dahinter ist jedoch nichts klar. Eine feste Rotation hat Menz bisher noch nicht gefunden. Per Günther wäre prädestiniert dafür die zweite deutsche Garde anzuführen, erholt sich der angeschlagene Spielmacher allerdings noch vor EM-Beginn von seinen Blessuren, wäre der Ulmer auch ein heißer Kandidat für den Starting Spot des Aufbauspielers. Schaffartzik könnte in dem Fall auf die für ihn besser geeignete Position des Shooting Guards ausweichen.

Was die Centerrotation betrifft, so verdichten sich die Anzeichen, dass Andreas Seiferth als Pleiß-Backup wohl die Nase vorn hat. Der Trierer bekam beim Supercup wesentlich mehr Einsatzzeit geschenkt als Maik Zirbes, der sich etwas überraschend erst einmal ganz hinten anstellen muss.

Einer muss noch gehen: Das Casting für Slowenien ist knapp zehn Tage vor Turnierbeginn nahezu abgeschlossen. Mit Johannes Lischka hat es am Supercupwochenende bereits den ersten Spieler aus dem 14-köpfigen Aufgebot erwischt.

Frank Menz muss folglich nur noch einem einzigen Akteur die schlechte Nachricht überbringen, dass er es nicht mit auf den EM-Zug geschafft hat. Als heißeste Kandidaten gelten dabei ziemlich sicher die beiden Guards Nicolai Simon oder Bastian Doreth.

Nachdem Doreth vor allem gegen Griechenland und Bosnien-Herzegowina durchaus zu gefallen wusste, wird es somit aller Voraussicht nach den 25-jährigen Bayreuther Simon erwischen.

Turnover und Dreierquote ausbaufähig: Schaut sich man ausschließlich die Statistiken des Supercups an, so bereiten vor allem zwei Kategorien mächtig Kopfzerbrechen: Turnover und Dreierquote. Vor allem was die Ballkontrolle betrifft, muss sich das DBB-Team für die anstehende EM schnellstens etwas einfallen lassen.

55 Ballverluste leisteten sich Benzing und Co. in den drei Testspielen. Ein haarsträubender Wert, der einem auf internationaler Ebene im Grunde genommen im Vorhinein jegliche Siegchance raubt. Menz will die Problematik nicht verschweigen, nimmt sein Team aber auch in Schutz: "Die Mannschaft ist nervös, weil sie niemanden hat, der sie trägt. Dirk Nowitzki ist nicht da, Chris Kaman ist nicht da. Turnovers werden auch durch Erfahrung reduziert."

Dabei fällt auf, dass in erster Linie Heiko Schaffartzik Probleme beim Ballvortrag hat. Alleine 11 Turnover gehen auf das Konto des Neumünchners. Einen richtigen Vorwurf kann man dem 29-Jährigen dabei allerdings nur begrenzt machen.

Angesichts mangelnder Alternativen läuft im Angriff notgedrungen viel über Schaffartzik, der folgerichtig auch häufig den Ball in den Händen hält. Da er jedoch noch nie ein echter Floor General war, wäre es umso wichtiger, dass Günther schnellstmöglich zurück in die Spur findet.

Neben der Turnoveranfälligkeit muss der Bundestrainer jedoch auch ein Auge auf die Wurfauswahl seiner Mannschaft haben. Bei den drei Supercupspielen verließen sich seine Schützlinge nämlich viel zu oft auf Distanzwürfe.

Insgesamt 74 Mal drückte das DBB-Team von jenseits der 6,75m ab, versenkte dabei allerdings nur magere 20 Versuche. Gegen Mazedonien erfolgten sogar mehr als die Hälfte aller Würfe (32/61) jenseits von Downtown.

Ob es sich dabei nun um offene oder mit Ablauf der Shotclock erzwungene Würfe handelte, ist schlussendlich irrelevant. In Slowenien muss sich das DBB-Team auf jeden Fall im Angriffsspiel variabler zeigen.

Riesenbaustelle Power Forward: Neben der lahmenden Offensive, hat der Supercup erneut bewiesen dass die mangelhaft besetzte Position des Power Forwards weiterhin die vielleicht größte Baustelle in der deutschen Mannschaft bleibt. Mit Dirk Nowitzki, Elias Harris oder auch Tim Ohlbrecht fehlen aus diversen Gründen die mutmaßlich besten oder zumindest geeigneteren Alternativen auf der vier.

In Ulm durfte sich erneut Robin Benzing hauptsächlich auf der Position versuchen. Dem 24-Jährigen kann man nötige Einstellung und Willen auch in keinster Weise absprechen. Die Ideallösung auf der Position ist der Münchner jedoch keineswegs. Benzing hat nicht nur viel zu sehr mit seiner eigenen schwankenden Form zu kämpfen, sondern fühlt sich zudem als Small Forward wesentlich wohler.

Das Gleiche gilt für Alex King, einer der Gewinner der Vorbereitung, mit knapp zwei Metern Körperlänge aber eigentlich auch zu klein für die Position. Welche großen Probleme das DBB-Team bei der EM unter dem Korb bekommen könnte, zeigte das Duell gegen Mazedonien, als Pero Antic die deutschen Big Men nach Belieben herumschubste.

Seite 2: Negativspirale, Einsatzwille und Fazit

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