DBB-Team in der Pre-EM-Krise

Von Für SPOX in Ulm: Florian Regelmann
Samstag, 24.08.2013 | 16:15 Uhr
Deutschland kassierte gegen Mazedonien die nächste Pleite
© imago
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Die Vorbereitung auf die EM in Slowenien (Ab dem 4. September jeden Tag ein Topspiel im LIVE-STREAM FOR FREE bei SPOX) geht mit dem Supercup in Ulm in die ganz heiße Phase. Nach der Auftakt-Pleite gegen Bosnien-Herzegowina verlor Deutschland am zweiten Tag auch gegen Mazedonien klar mit 67:81 (31:43).




Beste Werfer im DBB-Team waren Tibor Pleiß (16 Punkte, 7/9 FG, 8 Rebounds), Heiko Schaffartzik (12 Punkte, 5 Assists) und Lucca Staiger (11 Punkte, 3/12 Dreier, 6 Assists). Bei Mazedonien (EM-Vierter 2011) scorten angeführt von Gjorgji Chekovski (16) und Bo McCalebb (14) sechs Spieler zweistellig.

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Der DBB droht damit zum ersten Mal seit 2001 wieder ohne Erfolg beim Supercup zu bleiben. Zum Abschluss trifft Deutschland am Sonntag auf Griechenland (14.30 Uhr).

In diesem Duell treffen zwei sieglose Teams aufeinander, denn die favorisierten Griechen unterlagen am Samstag auch Bosnien-Herzegowina überraschend mit 84:90 (48:45).

Bosnien wurde einmal mehr vom Power-Trio Mirza Teletovic (27 Punkte, 11 Rebounds), Nihad Dedovic (19) und Zach Wright (18) getragen. Griechenlands Topscorer hießen Nikos Zisis und Kostas Papanikolaou (beide 14). Bosnien-Herzegowina und Mazedonien machen am Sonntag in einem Endspiel den Turniersieger aus.

Die Reaktionen:

Frank Menz (Bundestrainer): "Ich bin zufrieden mit der Vorstellung meiner Mannschaft, die heute versucht hat, mit mehr Selbstbewusstsein aufzutreten. Mazedonien hat ein enormes Niveau. Wir haben phasenweise unser Inside Game sehr gut hinbekommen und die Rebounds gewonnen. Außerdem haben wir wirklich viele gute Würfe herausgespielt, aber heute kein Wurfglück gehabt. Ich kann nur immer wieder betonen, dass wir Zeit brauchen. Die Stimmung hier war gut und die Zuschauer werden unsere positive Entwicklung schon bald anerkennen."

... über das Griechenland-Spiel: "Wir müssen gegen die Griechen versuchen, den Kopf oben zu behalten. Wenn wir mehr unserer offenen Würfe treffen, kriegen wir vielleicht ein enges Spiel."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Bundestrainer Frank Menz bleibt bei seiner Ersten Fünf bestehend aus Kapitän Heiko Schaffartzik, Lucca Staiger, Niels Giffey, Robin Benzing und Tibor Pleiß. Im Vergleich zum ersten Spiel stehen diesmal Karsten Tadda und Alex King nicht auf dem Spielberichtsbogen - Nicolai Simon und Johannes Lischka bekommen ihre Chance. Mazedoniens Starting Five: Star-Guard Bo McCalebb, die Stojanovski-Zwillinge Vojdan (nächste Saison Alba) und Damjan, der zukünftige Atlanta Hawk Pero Antic und Predrag Samardziski.

2.: 61 Sekunden gespielt und Benzing hat schon wieder zwei Fouls. Das Duell mit Antic ist aber eben auch ein Mismatch, Benzing ist nun mal kein Vierer. Menz bringt Lischka ins Spiel. Positiv: Die High-Low-Plays funktionieren gut. Pleiß kommt zu leichten Punkten. Jetzt schließt auch Giffey am Korb ab. 6:2 DBB.

4.: Swish! Scharfschütze Staiger mit dem, was er am besten kann - for three! 9:4 Deutschland. Aber: Auch Lischka sieht gegen Antic alt aus und hat sofort zwei schnelle Fouls auf dem Konto, jetzt darf Zwiener aufs Feld.

9.: Simon macht auf sich aufmerksam! Erst haut er den langen Zweier aus der Ecke rein, dann bereitet er mit einem Hustle Play den nächsten Staiger-Dreier vor. 18:11 DBB. Mazedonien kommt aber sofort zurück. Chekovski ist von Downtown erfolgreich, dann meldet sich McCalebb per Layup im Spiel an. 18:18. Timeout Menz.

15.: Mazedonien findet offensiv immer besser in den Rhythmus. Wieder sitzt ein Dreier von Chekovski - nach einem 10:2-Run führen die Mazedonier mit 6 (33:27). Und die deutschen Foulprobleme gehen weiter, jetzt kassiert Zwiener schon sein drittes.

17.: Ganz schlechte Phase des DBB-Teams. Gecevski darf einen völlig offenen Dreier nehmen und treffen, dann legt Antic den Ball am Brett spielerisch leicht rein. Jetzt ist es ein 15:2-Lauf. 38:27 Mazedonien. Nächste Auszeit von Menz.

22.: Endlich fällt was von draußen! Benzing lässt die 2. Halbzeit positiv beginnen, aber leider auch nur kurzzeitig. McCalebb dreht mal eben ganz kurz auf, macht 4 schnelle Punkte und nach einem Damjan-Stojanovski-Dreier ist Mazedonien hier jetzt schon auf 16 weg (50:34).

28: McCalebb ist kaum zu stoppen, klar, aber es ist trotzdem viel zu einfach, wie er schon wieder zum Korb durchspazieren darf. Und ein Staiger-Dreier nach dem anderen (jetzt 3/10) kann offensiv auch nicht die Lösung sein. Sieht weiter miserabel aus. 56:41 Mazedonien. Und jetzt foult Benzing auch noch aus, Offensiv-Foul - und was für ein alberner Call der Refs. Das passt ins Bild.

34.: Immerhin läuft das Schaffartzik-Händchen jetzt ein bisschen heiß. Schon der zweite Dreier im Viertel, der Rückstand beträgt nur noch 9 Punkte. Doch Mazedonien hat ja diesen McCalebb, nächster Layup für #7. 67:56.

37.: Deutschland war nach Punkten von Seiferth noch mal auf 8 dran, aber Chekovski kontert sofort mit dem Dreier und auch Gecevskis Jumper sitzt. Da sind es wieder 13 Zähler Rückstand. 73:60 Mazedonien.

Der Star des Spiels: Gjorgji Chekovski/Todor Gecevski. Pero Antic (11 Punkte, 6 Rebounds) zog insgesamt 8 Fouls und hatte großen Einfluss auf das Spiel, Bo McCalebb spielte für seine Verhältnisse nicht mehr als ordentlich - es war das Backup-Duo Chekovski/Gecevski, das von Deutschland nicht zu bremsen war. Zusammen lieferten die beiden Big Men 28 Punkte, trafen 5/9 Dreiern und hatten einen kombinierten Plus-Minus-Wert von +33.

Der Flop des Spiels: Heiko Schaffartzik. Er ist der älteste Spieler in der jungen DBB-Auswahl. Er ist der Captain. Der klare Leader. Der Go-to-Guy. Und eines ist klar: Schaffartzik wird bei der EM vor allem als Scorer gefragt sein. Nach einer bislang guten Vorbereitung erlebt er aber einen enttäuschenden Supercup. Gegen Bosnien war es schon nicht berauschend (3/9) und gegen Mazedonien wurde seine Stat-Line (4/10 FG) erst noch verschönert, als das Spiel schon verloren war. Sein Plus-Minus-Rating (-14) war das schlechteste im deutschen Team. Wäre Per Günther in Form, könnte Schaffartzik (vom Grundsatz eh mehr ein Combo-Guard) auf der Zwei starten und so vom Playmaking entlastet werden, aber auch das ist aktuell nur eine Hoffnung.

Analyse: Wie schon gegen Bosnien-Herzegowina begann die DBB-Auswahl mit extrem viel Feuer und lieferte im ersten Viertel in der Offense eine starke Vorstellung ab (über 60 Prozent FG), besonders Pleiß (5/5 in Hälfte eins) wurde häufig sehr gut in Szene gesetzt.

Bo McCalebb wurde zudem erst mal gut in Schach gehalten - Mazedonien blieb nur im Spiel, weil es immer und immer wieder an der Freiwurflinie stand (14 Mal in Viertel 1). Bis zu ihrem ersten Field Goal dauerte es fünfeinhalb Minuten.

Aber wie schon gegen Bosnien brach Deutschland im zweiten Viertel (8:22) aus dem Nichts ein. Mazedonien startete einen 18:2-Run (insgesamt sogar 30:9) - und ihren Star (McCalebb) brauchten sie dafür nicht mal wirklich.

Die deutsche Trefferquote ging rapide in den Keller. Dank guter Arbeit am offensiven Brett erarbeitete sich das Team immer wieder neue Chancen, aber gerade von der Dreierlinie fiel überhaupt nichts mehr (2/17 zur Halbzeit!). Auch die Ballverluste waren erneut ein Thema (am Ende 17).

In der zweiten Halbzeit gab es auch nicht mehr als gelegentliche Lichtblicke. Eine echte Chance, das Spiel zu gewinnen, hatte das DBB-Team nicht. Mazedonien war erfahrener, abgezockter und individuell überlegen. Während Mazedonien über 50 Prozent aus dem Feld schoss, betrug die deutsche Quote nur 42,6 Prozent. Bedenklich: Mehr als die Hälfte aller deutschen Würfe waren Dreier und die Quote von Downtown abermals mies (8/32).

Auch negativ: Es zeigte sich erneut, dass der DBB bei der EM nach den vielen Ausfällen auf der Position wie erwartet ein Vierer-Problem bekommen könnte. Benzing startet im Moment als Power Forward, ist aber ein Dreier. Dass er wie gegen Mazedonien früh in Foulprobleme gerät, ist ein echtes Problem. Benzing war so völlig aus dem Spiel und nie ein Faktor. Aber die Alternativen sind rar gesät.

Das junge deutsche Team hat jetzt sechs der letzten sieben EM-Testspiele verloren. Die Konstanz fehlt komplett, eine feste Rotation ist nicht in Sicht (Menz wechselte erneut viel durch) und die Mannschaft braucht Zeit, die sie nicht hat. Mit viel Selbstvertrauen wird die Truppe jedenfalls kaum mehr nach Slowenien fahren können. Es fällt eineinhalb Wochen vor dem Start gegen Frankreich (4. September, 21 Uhr im LIVE-STREAM FOR FREE bei SPOX) schon ein wenig schwer, positiv an die EM zu denken, wenn man sich die letzten beiden Tage vor Augen führt.

Der EM-Spielplan im Überblick

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