Pesic rät Schaffartzik dennoch zum Verbleib

"Alba fehlt der Teamgeist"

Von Haruka Gruber
Mittwoch, 16.05.2012 | 11:24 Uhr
Heiko Schaffartzik und DaShaun Wood nach dem Aus mit Alba Berlin
© Imago
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Ein banaler Slogan, ein peinliches Ausscheiden: Berlins Medien rechnen nach dem K.o. in Würzburg mit Alba ab. Auch Bundestrainer Svetislav Pesic zeigt sich enttäuscht. Dennoch soll Top-Spieler Heiko Schaffartzik verlängern.

Selbst am Vormittag nach der "Blamage" (Berliner Morgenpost") und dem "Peinlich-Aus" ("Berliner Kurier") verbreitet Alba Berlin Hoffnung. Trotz des 1-3 in Playoff-Viertelfinale bei Aufsteiger s.Oliver Würzbug steht auf jeder Seite der Vereins-Homepage in großen Buchstaben: "Mit Leib und Seele für Berlin."

Der von der Klubspitze vorgegebene Slogan sollte die Mannschaft und die Fans zu einer Einheit werden lassen - doch er verkam zu einer banalen Randnotiz einer enttäuschenden Saison. Oder wie die "Berliner Zeitung" titelt: "OHNE Leib und Seele!"

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Pesic: "Ich bin sehr enttäuscht"

Auch Bundestrainer und Ex-Alba-Coach Svetislav Pesic übt bei SPOX Kritik ob des Einbruchs in Spiel 4, als Berlin beim 60:66 eine 14-Punkte-Führung (32:18) einbüßte und das dritte Aufeinandertreffen gegen Würzburg in Serie verlor.

"Natürlich ist das sehr enttäuschend. Eine riesige Überraschung, auch für mich, immerhin hatte Alba Heimrecht. Würzburg trat hingegen den Beweis an, wie eine Mannschaft erfolgreich spielt: mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und Defense", sagt Pesic, der vor allem die berüchtigte Verteidigung der Franken hervorhob.

"Nur mit Defense entwickelt man einen Teamspirit. Alba hat Potenzial, aber es fehlt der Teamspirit."

Würzburgs Erfolgsgeschichte

Der Kontrast zu Alba: Würzburg - mit einem Kader der Vergessenen und Verkannten und mit einem Etat, der nur ein Drittel so hoch ist wie der von Alba (2,5 zu 7,5 Millionen Euro).

Erst 2007 wurde der Verein nach dem Bankrott des Stammvereins neu gegründet und steht nach drei Aufstiegen in Folge im BBL-Halbfinale. Die Entscheidung, vor der Saison die sportliche Führung neu aufzustellen und den Göttinger Erfolgstrainer John Patrick zu verpflichten, erwies sich als gleichsam richtig wie die Zusammenstellung der Spieler.

Berlin hätte sich genau wie der FC Bayern oder andere finanzstarke Teams um die vormals Namenlosen John Little, Jason Boone, Ben Jacobson und Chester Frazier bemühen können, stattdessen unterschrieben die vier, die in Göttingen bereits von Patrick betreut wurden, in Würzburg.

Ähnlich wundersam der Aufstieg des in Puerto Rico entdeckten Chris Kramer zu einem der besten Point Guards der Liga.

Nobodys mit mehr Herz

Der Erfolg bedingt jedoch einen Neubeginn. Von den beiden Deutschen Alex King und Maxi Kleber abgesehen laufen die Verträge aller Leistungsträger nach der Saison aus. Gut denkbar, dass Berlin in ihren Planungen genau auf jene Spieler zukommt, denen sie das Ausscheiden zu verdanken haben.

Denn: Die Berliner Mannschaft mag über Talent verfügen, doch es fehlte ihr die Toughness und das Herz, um für Alba erstmals seit 2008 die Meisterschaft zu gewinnen. Die "Bild" bezeichnet die Spieler als "Söldner" und "Weicheier".

Stellvertretend DaShaun Wood, der als MVP im Paket mit seinem Lieblingstrainer Gordon Herbert aus Frankfurt geholt wurde und unter dem Druck zerbrach wie Ex-NBA-Profi Kyle Weaver.

"Wir haben mit der Intensität der Würzburger nicht mithalten können. Ihr Wille zum Sieg war größer als unserer", sagt Herbert. Geschäftsführer Marco Baldi wiederum sprach von einer "Angst", die er erkannt habe.

Was wird aus Schaffartzik?

Als einzig verlässliche Größe stellte sich Heiko Schaffartzik heraus. Der beste deutsche BBL-Profi und das Gesicht der zukünftigen Nationalmannschaft verzagte nicht angesichts der aufgehitzten Würzburger Kulisse und beendete die Serie mit 10,3 Punkten, 3,0 Assists und einer Dreierquote von 43,8 Prozent.

Doch ausgerechnet jener Schaffartzik könnte Berlin verlassen. Er wird im Sommer Free Agent und dürfte mit seinen Leistungen in der BBL wie auch bei der EM 2011 selbst bei den namhaften Vereinen in Europa diskutiert werden.

Pesic will Schaffartzik-Verbleib

Pesic aber rät dem 28-Jährigen vehement davon ab, ins Ausland zu gehen. Die Frage, ob er die Qualität für einen Wechsel zu einem europäischen Topklub habe, sei nicht entscheidend.

"Ich rate ihm, bei Alba zu bleiben. Berlin ist seine Heimat und Berlin gibt ihm die Möglichkeiten, sich zu entwickeln", sagt Pesic.

Seine Argumentation: "Ich habe bereits im SPOX-Interview gesagt, dass ich einen Verbleib in Deutschland empfehle. Dass gilt nicht nur für die jungen Spieler. In der BBL hat er anders als in vielen anderen Ligen Stabilität, außerdem bekommt er hier die Verantwortung. Es ist nicht die Zeit, ans Ausland zu denken. Schaffartzik soll Minimum für das nächste Jahr bei Alba planen."

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