Euroleague-Star Vujacic: "Sonst wird Maria sauer"

Von Interview: Haruka Gruber
Montag, 13.02.2012 | 15:29 Uhr
Sasha Vujacic (r.) und Kobe Bryant zu gemeinsamen Zeiten bei den Lakers
© Getty
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Zweimaliger NBA-Champion mit den Los Angeles Lakers, Euroleague-Star, angehender Ehemann von Maria Scharapowa: Sasha Vujacic polarisiert wie kaum ein anderer Basketballer. Der Shooting Guard des türkischen Spitzenklubs Anadolu Efes über Eifersucht und den Traum vom NBA-All-Star-Game.

SPOX: Herr Vujacic, stimmt es, was sich in der Türkei erzählt wird? Dass es Ihnen gelungen ist, im Training vor laufender Kamera mit dem Fuß einen Dreier zu verwandeln?

Sasha Vujacic: Das stimmt - und es war ganz ehrlich kein Fake. Ich habe mit meinen Mitspielern beim Drehen eines Werbespots rumgeblödelt und so kamen wir auf die Idee. Einige haben gewettet, dass ich das nicht schaffe. Einige haben mir das zugetraut. Ich bin also hin an die Dreierlinie, lege den Ball auf den Boden, lupfe ihn zum Korb - und drin war er! Und dann haben wir alle in der Halle losgebrüllt vor Lachen.

SPOX: Bastian Schweinsteiger hat es vor einigen Monaten in der Halle der Bayern-Basketballer auch geschafft.

Vujacic: Wirklich? Vielleicht können wir mal einen Three-Point-Shootout zwischen uns organisieren. Ich mag Schweinsteiger sehr. Ein klasse Fußballer.

SPOX: Mögen Sie Fußball?

Vujacic: Klar! Ich habe als Kind sogar ein, zwei Jahre in einer Fußball-Mannschaft gespielt. Immer in der Offensive, entweder als Stürmer oder als Spielmacher. Die Abwehr war mir zu langweilig, ich wollte immer Tore schießen. (lacht) Dennoch war immer klar, dass für mich Basketball die Nummer eins ist. Daher verfolge ich den Fußball nur noch als begeisterter Zuschauer. Früher war ich ein Fan von Alessandro Del Piero und von daher musste ich Juventus anfeuern, aber eigentlich ist der AC Milan schon immer mein Lieblingsverein.

SPOX: Ihr langjähriger Mitspieler Kobe Bryant ist ebenfalls Milan-Fan, oder?

Vujacic: Genau, er ist wie ich in Italien aufgewachsen. Wir haben uns bei den Lakers immer wieder über den europäischen Fußball unterhalten und gefachsimpelt. Die anderen im Locker Room wussten häufig gar nicht, um was es ging.

SPOX: Sie lebten sieben Jahre in den USA und wechselten in diesem Sommer zurück nach Europa zu Anadolu Efes. Fühlt es sich an wie eine Rückkehr in die Heimat?

Vujacic: Schwer zu sagen. Einerseits bin ich ein stolzer Europäer. Egal ob in Slowenien, in Italien oder der Türkei, ich bin überall zuhause. Andererseits ist vor allem Los Angeles zu einer zweiten Heimat geworden.

SPOX: Warum sind Sie nach dem Ende des Lockouts nicht zurück in die NBA gewechselt?

Vujacic: Ich hatte Möglichkeiten, aber ich wollte nicht mitten in der Saison wechseln. Ich habe in meinem Leben gelernt, dass man zu hundert Prozent hinter einer Entscheidung stehen sollte, wenn man sie getroffen hat. Dass das der einzige Weg ist, der zum Erfolg führt. Daher kam es für mich nicht in Frage, mittendrin Istanbul zu verlassen. Ich will mit Anadolu Efes so viele Titel wie möglich gewinnen.

SPOX: Sehen Sie sich in Ihrem Entschluss bestätigt? In der Top 16 der Euroleague muss Anadolu nach der dramatischen Niederlage gegen Olympiakos zwar ums Weiterkommen zittern, doch die türkische Liga führt Ihr Team souverän an. Sie selbst wurden beim türkischen All-Star-Game zum MVP gekürt.

Vujacic: Es war definitiv die richtige Entscheidung. Ich habe eine Weile gebraucht, um mich an den Euroleague-Basketball zu gewöhnen, mittlerweile aber läuft es. Mein Team ist großartig besetzt mit Spielern, die viel Erfahrung im europäischen Basketball mitbringen und mir Tipps geben. Nur dank ihnen kann ich solche Leistungen bringen.

SPOX: Woran mussten Sie sich gewöhnen?

Vujacic: In der Euroleague ist der Basketball im Vergleich zur NBA strukturierter und langsamer. Außerdem ist die Intensität viel höher. In Europa geht es in jedem Spiel, in jedem Viertel, im Grunde in jedem Angriff so zu wie in den NBA-Playoffs. Nichts wird einem geschenkt. Das mag ich.

SPOX: In der NBA waren Sie sechs Jahre für die Lakers als Rollenspieler gefragt, nun sind Sie der Go-to-Guy von Anadolu. Eine schwierige Umstellung?

Vujacic: Nein, überhaupt nicht. Bei den Lakers hatte ich immer Kobe Bryant vor mir. Ich konnte sehr viel von ihm lernen und verstand mich vom ersten Tag an super mit ihm, weil ich direkt aus Italien kam und er ebenfalls lange dort gelebt hat und fließend Italienisch spricht. Dennoch ist es tough, mit so einem dominanten Basketballer in einer Mannschaft zu spielen, der auch noch die gleiche Position besetzt. Jetzt genieße ich es, mehr Minuten und Würfe zu bekommen. So soll es in der Zukunft weitergehen.

SPOX: Das heißt: Sie unterschreiben in der kommenden Saison nur bei einem NBA-Team, wenn Sie in der Starting Five stehen?

Vujacic: Um es klar zu sagen: Ich will spielen und ich weiß, dass meine Leistungen in der NBA beachtet werden. Mal schauen, was sich im Sommer ergibt. Für mich sind zwei Dinge entscheidend: Ich möchte Einsatzzeit - und das bei einem Team, das sich zumindest mittelfristig das Ziel gesetzt hat, die Championship zu gewinnen.

SPOX: Einige Scouts glauben, dass Sie das Talent eines NBA-All-Stars mitbringen. Wurden Sie bisher verkannt?

Vujacic: Viele Leute unterschätzen, wie schwierig es ist, in der Rotation hinter dem besten Basketballer des Planeten zu stehen. Ich bin in die Lehre gegangen, aber sie ist seit langem beendet - und ich verfolge neue Ziele. Das NBA-All-Star-Game gehört dazu. Vielleicht können wir in einigen Jahren noch einmal sprechen und dann habe ich das Ziel vielleicht abgehakt. Ich bin erst 27 Jahre alt und damit erst bei der Hälfte meiner Profi-Karriere. Ich bin gespannt, was noch auf mich zukommt.

SPOX: Ihr Selbstbewusstsein ist in der NBA bekannt, wenn nicht sogar berüchtigt. Dazu beigetragen hat Ihr Zitat von Anfang 2011: "Wenn ich will, kann ich jederzeit 20 oder 30 Punkte erzielen. Ich bin nur nicht der Typ dafür." Bereuen Sie die Aussage?

Vujacic: Ich würde sie bereuen, wenn ich sie getätigt hätte. Doch das Zitat wurde aus dem Kontext gerissen und mir in den Mund gelegt. Um es klarzustellen: Ich würde so etwas nie sagen. Irgendein Blogger oder was weiß ich, der nur Aufmerksamkeit für sich wollte, hat es in die Welt gesetzt, damit es sich wie ein Lauffeuer verbreitet. So entsteht ein Bild von mir, das nicht stimmt.

SPOX: Sie sind nicht der einzige europäische NBA-Profi, der sich über eine unfaire Behandlung in den amerikanischen Medien beschwert.

Vujacic: Es ist Fakt, dass Europäer in der NBA etwas skeptischer beäugt werden und in ihrer Heimat mehr Liebe bekommen als in den USA. Deswegen hat es mich so gefreut, dass Dirk Nowitzki in der letzten Saison Meister wurde. Er war für Jahre einer der Besten der Liga und wandelte Dallas in eine Winning Franchise um, dennoch bekam er nicht den entsprechenden Respekt. Mit dem Titel erntete er endlich den Lohn für die ganze Mühe. Ich habe in den Playoffs deswegen für Dirk die Daumen gedrückt.

SPOX: Nowitzki gilt in den USA als langweilig, Sie wiederum als arrogant. Haben Sie eine Erklärung für Ihren Ruf? Könnte Eifersucht eine Rolle spielen, weil Sie Millionen über Millionen verdienen und dazu mit Maria Scharapowa die begehrteste Sportlerin der Welt als Freundin haben?

Vujacic: Vorsicht: Verlobte, nicht Freundin. Wenn Maria das liest, wird sie sonst sauer auf Sie und auf mich sein. (lacht) Ganz wichtig: Sie ist meine Verlobte. Aber ich weiß natürlich, worauf die Frage abzielt - auch wenn ich nichts daran ändern kann. So ist das Leben. Ich bin so gestrickt, dass es mich glücklich macht, wenn andere glücklich sind. Es gibt jedoch Leute, die genau andersherum funktionieren. Ich kann nichts anderes tun, außer es zu ignorieren, ich kann ohnehin nichts daran ändern.

SPOX: Selbst die Mutter von Tennis-Star Andy Murray scheint kein gutes Bild von Ihnen zu haben. Beim letztjährigen Wimbledon-Turnier twitterte sie: "Vujacic ist der lauteste Tennis-Fan, neben dem ich je saß" - und verglich Sie und Scharapowa mit David und Victoria Beckham.

Vujacic: Ich habe davon gehört und mich schon sehr gewundert. Ich gehe bei einem Tennis-Match genauso mit wie jeder andere Fan von Maria - nicht mehr und nicht weniger. Murrays Mutter kann froh sein, dass ich sie nicht für wichtig genug halte, sonst hätte ich geantwortet. Sie versucht sich vielleicht im Trashtalken - ich hingegen bin nach den Jahren in der NBA ein Meister des Trashtalkens. Sie würde gegen mich untergehen. (lacht)

Anadolu Efes in der Euroleague

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