Die Top 7 der BBL im Check

Das Mantra des Champions

Von Haruka Gruber
Montag, 26.12.2011 | 16:38 Uhr
Karsten Tadda und Julius Jenkins: Von einer Schwächephase abgesehen, läuft es bei Bamberg
© Getty
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Die BBL ist so umkämpft und facettenreich wie selten: Alba Berlin vertraut auf seine zwei Basketball-Hirne DaShaun Wood/Heiko Schaffartzik, Meister Bamberg auf beängstigende Dominanz. "Bayern-Klon" Würzburg sorgt für ein statistisches Kuriosum.

7. s.Oliver Baskets Würzburg: 8 Siege, 6 Niederlagen

Das läuft gut: Eines der großen Rätsel der BBL: So peinlich Niederlagen wie die jüngste beim damaligen Vorletzten Hagen sind - Erfolge wie über die Bayern nach 0:12-Start oder in Ulm belegen die Stärke der Baskets. Obwohl der Kader nach dem Aufstieg fast komplett neu zusammengestellt wurde, fanden die Spieler schnell eine gemeinsame Basis: Von den ersten 8 Spielen wurden 6 gewonnen.

Das läuft schlecht: Verblüffende Parallelen zu den Bayern: Wie die Münchner stieg Würzburg erst auf, verpflichtete und löste alsbald den Vertrag mit einem College-Star (hier: Gilbert Brown), zeigt sich zuhause besonders gefährlich (7-1) und auswärts erschreckend harmlos (1-5). Erstaunlich die empirischen Extreme unter Coach John Patrick: Anders als noch in Göttingen bürgt er nicht für Offense (mit 72,3 Punkten nur 12.) - was damit zusammenhängt, dass die Baskets kaum Team-Basketball zeigen und in Folge dessen schlechte Würfe nehmen. Mit 11,2 Assists und einer Wurfquote von 41,4 Prozent ist Würzburg jeweils Vorletzter. 64,8 Prozent Freiwurfquote sind sogar Liga-Minus. Weiteres Kuriosum: Die Baskets sind gleichzeitig das beste Offensiv-Rebound-Team und das schlechteste Defensiv-Rebound-Team.

Der X-Faktor: Ricky Harris. Er ist ein Shooting-First-Guard - und nichts anderes. Von der Bank zu kommen, in 18 Minuten 11,6 Punkte zu erzielen und somit Würzburgs Topscorer zu sein, mag respektabel sein. Doch von einem 1,85 Meter kleinen Aufbauspieler müssen mehr als 0,6 Assists zu erwarten sein. Patricks Vorliebe für ungewöhnliche Basketball-Typen ist bekannt, aber selbst er würde sich von Harris wohl etwas mehr Konventionelles wünschen.

 

6. FC Bayern München: 8 Siege, 6 Niederlagen

Das läuft gut: Über welch großes Potenzial die Bayern verfügen, war unter anderem beim Heimsieg über Treviso (mit NBA-Profi Scalabrine) oder bei der knappen Niederlage gegen Alba ersichtlich. Die Qualität der Einzelspieler ist hoch genug, um jeden Gegner abgesehen von Berlin und Bamberg zu besiegen - egal ob zuhause oder auswärts. Erstaunlich: Die trotz der durchwachsenen Saison gute Resonanz im Audi Dome. Sie dürfte mitentscheidend sein für die hervorragende Ausbeute von 7 Siegen aus 8 Heimspielen.

Das läuft schlecht: Alles hängt offenbar an der Psyche. Anders lässt es sich nicht erklären, dass die Bayern auswärts fast alles herschenken (1-5), bei knappen Spielständen die Nerven verlieren, nur 67,2 Prozent der Freiwürfe treffen (Platz 15), teils sinnlose Regelwidrigkeiten begehen (Platz 2 bei begangenen Fouls), sich das entscheidende Spiel um das Eurocup-Weiterkommen in Treviso mit 66:92 um die Ohren hauen ließen und in Würzburg trotz eines 12:0-Starts erst komplett die Ordnung und dann die Partie verloren. Die unglückliche Personalpolitik (die designierten Stars Ford und Hansbrough baten um Vertragsauflösung), Verletzungen (Foster, Benzing, Doreth) und wegen eines Herzfehlers erzwungene Rücktritte (Boumtje-Boumtje) trugen ebenfalls ihren Teil bei.

Der X-Faktor: Jon Wallace. Vermutlich weiß er selbst nicht genau, warum er nicht häufiger sein Talent abruft. Wallace kann an guten Tagen jeden und alles dominieren, an schlechten hingegen erinnert er mehr an einen Drittliga-Amerikaner, der nicht viel mehr kann als dribbeln und werfen. Statistisch fast unfassbar: Entweder hat Wallace einen Effektivitätswert von 12 oder mehr (viermal in dieser Saison) - oder einen von 5 oder weniger (neunmal). Einen Mittelweg gibt es bei ihm offenbar nicht.

Chevon Troutman im Interview: Der Emotional Leader der Bayern

5. New Yorker Phantoms Braunschweig: 8 Siege, 6 Niederlagen

Das läuft gut: So recht wissen vermutlich die Phantoms selbst nicht, wie gut oder wie schlecht sie sind. In allen Team-Statistiken der BBL liegt Braunschweig zwischen Platz 7 und Platz 14. Positive Lesart: Braunschweig hat keine gravierende Schwachstelle. Auffällig: Ähnlich wie Bamberg wird die Scoring-Last paritätisch verteilt: 8 Spieler, allesamt mit mindestens 7,5 Punkten. Ebenfalls auffällig: die Finisher-Fähigkeiten. Braunschweig gewann 6 von 8 Spielen, die mit 5 Punkten oder weniger entschieden wurden.

Das läuft schlecht: Langsam wird eine Systematik sichtbar: Alle Partien gegen die Rivalen aus den Top 6 gingen verloren. Die Mannschaft ist ordentlich bis gut besetzt, doch bei all der Tiefe vermisst man das gewisse Etwas. Oder eben einen Go-to-Guy, der die Mannschaft aufzurichten weiß. Top-Zugang Immanuel McElroy gehörte mal zu den besten BBL-Spielern, doch wegen seiner zurückhaltenden Art als Mensch wie auch als Offensivspieler (nur 8,2 Punkte) taugt er nur bedingt dazu. Dabei trifft Defensiv-Spezialist McElroy so gut aus der Distanz wie noch nie (47,8 Prozent).

Der X-Faktor: Kyle Visser. Er könnte die BBL mitbestimmen. Könnte. Aber so talentiert Visser ist - dem Center fehlt es immer noch an Konstanz, Reife - oder am Willen. 5,0 Rebounds sind für einen 2,11 Meter Big Man genauso enttäuschend wie sein Hang zu Fouls. Ein Visser in Bestform hingegen ist kaum zu stoppen, so zu sehen gegen Artland: 21 Punkte, 10/11 Würfe, 9 Rebounds, 2 Blocks.

 

4. Artland Dragons: 9 Siege, 4 Niederlagen

Das läuft gut: David Holston ist der Mann der Superlative. Er ist der kleinste Spieler der BBL (1,70 Meter), gleichzeitig wohl der Schnellste. Seine 18,2 Punkte und 5,9 Assists bedeuten jeweils Platz zwei. Dass er dennoch nur 2,5 Ballverluste verzeichnet, spricht für seine Klasse. Genauso die für einen Zwerg herausragende Wurfquote im Zweipunktbereich von 48,1 Prozent. Defensiv ist er mit 1,5 Steals (3. Platz in der BBL) ebenfalls von Wert.

Holston ist aber nur die Speerspitze: Mit Nachverpflichtung Brandon Hunter sowie Nathan Peavy und Darren Fenn hat Coach Stefan Koch weitere Scorer in seinem Team. Mit 87,8 Punkten stellt Artland die beste Offense noch vor Bamberg und Alba, hinzukommt der zweitbeste Wert bei Assists und der drittbeste bei der Dreierquote.

Das läuft schlecht: So spektakulär die Offense anmutet - darunter leidet die Defense: In 6 von 12 Partien musste Artland 80 Punkte oder mehr hinnehmen. Coach Koch sagt in der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Wir haben zu wenig Kommunikation auf dem Feld, zu viele ruhige Typen." Vor allem der Ausfall von Bryan Bailey sei schmerzhaft, weil er "unser bester Verteidiger ist". Doch nicht nur Bailey verletzte sich, auch Christian Hoffmann und Adam Hess mussten ersetzt werden. Von den Vertretern Brandon Thomas, Goran Jeretin und Acha Njei kommt nur Thomas auf nennenswerte Anteile, so dass er wohl der Einzige ist, mit dem über das Jahr hinaus verlängert wird.

Der X-Faktor: Johannes Strasser. Ein deutscher Spielmacher mit viel Spielzeit und einem tödlichen Wurf - den außerhalb der BBL sonst kaum jemand kennt? Mit 29 Jahren gehört Strasser nicht zu den Jüngsten und in Artland punkten 7 Spieler mehr, dennoch sind 7,9 Zähler bei einer Dreierquote von 44,0 Prozent bemerkenswert. Er ist der Scharfschütze und das deutsche Gesicht der Dragons. Die Belohnung: eine Einladung zum All-Star-Game.

Die Top 3 mit der Überraschungsmannschaft, Bambergs Mantra und Berlins Doppelspitze: Hier geht's zu Teil!

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