Wahnsinns-Dreier verhindert Blamage

Von Haruka Gruber / Philipp Dornhegge
Montag, 05.09.2011 | 20:14 Uhr
Superstar Dirk Nowitzki konnte gegen Lettland nicht annähernd seine Normalform abrufen
© Getty
Advertisement
Liga ACB
Live
Obradoiro -
Real Madrid
NBA
Kings @ Raptors
NBA
Warriors @ Lakers
Basketball Champions League
Ludwigsburg -
Teneriffa
Basketball Champions League
Bonn -
Zielona Gora
NBA
Cavaliers @ Bucks
Basketball Champions League
Oldenburg -
Sassari
Basketball Champions League
Straßburg -
Bayreuth
NBA
Lakers @ Rockets
NBA
Celtics @ Knicks
NBA
Lakers @ Warriors
BSL
Darüssafaka -
Trabzonspor
Liga ACB
Fuenlabrada -
Teneriffa
NBA
Mavericks @ Hawks
NBA
76ers @ Knicks
NBA
Cavaliers @ Warriors
NBA
Wizards @ Celtics
NBA
Jazz @ Nuggets
NBA
Raptors @ Thunder
NBA
Rockets @ Celtics
NBA
Rockets @ Wizards

Die deutsche Nationalmannschaft hat die EM-Vorrunde mit einem packenden, aber weitgehend glanzlosen 81:80 über das sieglose Lettland abgeschlossen. Der Einzug in die Zwischenrunde stand bereits vorher fest.
 

Beim tabellarisch irrelevanten Sieg der DBB-Auswahl zeichneten Dirk Nowitzki, Chris Kaman, Robin Benzing, Heiko Schaffartzik und Tibor Pleiß (je 11) für die meisten Punkte verantwortlich. Bei den Letten überzeugte Rihards Kuksiks (27).

Nach dem morgigen Transfertag nach Vilnius trifft Deutschland zum Auftakt der Zwischenrunde am Mittwoch gleich auf den großen Titel-Favoriten Spanien mit den beiden Gasol-Brüdern (14.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Am Freitag geht es gegen die Türkei, am Sonntag gegen Gastgeber Litauen.

Reaktionen:

Dirk Bauermann (Trainer Deutschland): "In der Zwischenrunde haben wir gegen jeden Gegner eine Chance. Wir haben die Türken bereits geschlagen. Spanien ist nicht unverwundbar, auch Litauen geht. Wir werden dann auch einen Nowitzki sehen, der sein Spiel auf ein neues Niveau bringt."

Tibor Pleiß (Deutschland): "Heiko ist wirklich ein verrüchter Kerl. Wirklich verrückt. Der Sieg war aber sehr wichtig für uns alle, auch für die Spieler von der Bank."

Alle Spiele, alle Topscorer: Das EM-Roundup!

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Deutschland in der ersten Fünf ohne Änderungen, bei Lettland sind es gleich deren drei. Unter anderem beginnt Topscorer und Kapitän Blums (19,7) auf der Bank.

5.: Deutschland überragt nicht, aber für die Letten und deren anfängliche Wurfschwäche (0/7) reicht es allemal. Nowitzki und Kaman sorgen für ein 7:0 Deutschlands.

9.: Aufwachen! Jetzt fallen die Würfe der Letten - und schon sind sie dran. Kuksiks mit zwei Dreiern. 15:13 Deutschland.

18.: Das DBB-Team seltsam abwesend, immerhin trifft Staiger zweimal von Downtown. 27:26 Deutschland.

20.: Pleiß' Dreipunkt-Spiel sichert Deutschland zumindest das Remis zur Pause. 33:33 - es kann nur besser werden.

25.: Gute Phase von Benzing. Zwei Freiwürfe, ein Assist, ein Dreier. 44:40 Deutschland.

30.: Das sollte Sicherheit geben. Schaffartzik mit seinem 9. Assist auf Pleiß, der per Sprungwurf einnetzt. 56:48.

35.: Auf einmal ist Lettland vorne - Dreier durch Dairis Bertans. 70:67 Lettland.

39.: Was ein Turnover von Schwethelm, den Kuksiks für einen lockeren Layup nutzt. 75:71 Lettland.

40.: Schaffartzik hält mit 8 Punkten in den letzten 2 Minuten Deutschland am Leben. Noch 19 Sekunden. 79:78 Lettland.

40.: Schaffartzik beschert dem DBB-Team mit einem unglaublichen Dreier ins Gesicht von Freimanis den Sieg! 81:80 Deutschland! Dairis Bertans hat noch die Chance zu kontern, scheitert aber.

Die Statistiken zur EM: Topscorer Tony Parker ragt heraus

Der Star des Spiels: Heiko Schaffartzik. Anfangs wollten die Würfe nicht fallen. Aber immerhin tat er sich auch in den ersten drei Vierteln schon als Passgeber hervor (insgesamt 10 Assists). Und als es drauf ankam, war Schaffartzik aus der Distanz eiskalt. Seine zwei Dreier in den Schlusssekunden machten den Unterschied. Ganz stark bei den Letten: Rihards Kuksiks (27 Punkte, 9/13) und Dairis Bertans (15 Punkte, 6/9).

Der Flop des Spiels: Dirk Nowitzki. Dass er nicht so traf wie gewohnt (3/9), ist entschuldbar. Vielmehr störte der Gesamteindruck: Entgegen seines Wesens schien er vor allem in der Verteidigung nicht bei der Sache, es wirkte fast schon lustlos. Dass er sich anders als in den letzten Wochen nicht groß mühte, seine Mitspieler einzubeziehen, passte ins Bild. Bleibt die Hoffnung, dass es nur ein bedeutungsloser Ausrutscher war.

Analyse: Aufgrund des Freundschaftscharakters des Duells - der Ausgang war rechnerisch für keinen der beiden Teams von Belang -, hatte das Lettland-Spiel für Bauermann eine Funktion: Die deutsche Mannschaft sollte nach zwei Niederlagen in Folge wieder Mut schöpfen. Er wurde in mancher Hinsicht enttäuscht.

Es gab Ausnahmen: Staiger etwa hat seine kurze Einsatzzeit mit zwei Dreiern und einer entschlossenen Spielweise optimal genutzt, grundsolide war Schultze. Pleiß wiederum sah erneut in einigen Szenen unglücklich aus (4 Turnover), ging aber so hart es sein Körper erlaubt zum Rebound (4) und traf manierlich (11 Punkte, 3/5).

Und Kaman wirkte zumindest phasenweise wieder so bestimmend wie im Israel- und Italien-Spiel (11 Punkte, 7 Rebounds, 3 Blocks in 19 Minuten).

Doch von diesen Beispielen abgesehen bereiten einige Spieler Sorgen. Vorneweg Schwethelm, dessen unsichere Körpersprache in Kontrast steht zur guten Vorbereitung. Ein Turnover wie in der 39. Minute ist unerklärlich. Jagla hingegen wurde schon nach 2:13 Minuten für ein unnötiges Foul von Bauermann abgestraft und nicht mehr eingesetzt.

Der nach dem Serbien-Spiel von Nowitzki und Bauermann gescholtete Ohlbrecht wiederum wurde Mitte des vierten Viertels erstmals eingewechselt - für insgesamt knapp sieben Minuten. Er scheint mit dem Niveau einer EM zumindest mental überfordert zu sein.

Dass sich das DBB-Team gegen die extrem unerfahrene lettische Mannschaft - alle Starter waren 22 Jahre oder jünger - nie absetzen konnte, sollte eine Warnung sein. In der Form droht gegen den nächsten Gegner Spanien eine Abreibung.

Lettland - Deutschland: Das letzte Vorrundenspiel im Re-Live

 

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung