Basketball-EM: Frankreich - Deutschland 76:65

Ein Albtraum namens Parker

Von Tickerer: Philipp Dornhegge
Freitag, 02.09.2011 | 22:10 Uhr
Dirk Nowitzki konnte trotz seiner 20 Punkte die Pleite gegen Frankreich nicht verhindern
© Getty
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Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat die Überraschung verpasst und gegen Medaillen-Favorit Frankreich mit 65:76 verloren. Die Equipe Tricolore ist nach drei Siegen aus drei Spielen so gut wie weiter.

Damit sollte nach dem Ruhetag am Samstag die vierte Vorrunden-Partie gegen den WM-Halbfinalisten Serbien (So., 19.45 Uhr im LIVE-TICKER) gewonnen werden, um den Einzug in die Zwischenrunde zu sichern.

Gegen die Equipe, die nicht nur wegen der fünf NBA-Profis im Kader als stärker eingeschätzt wurde, fand Dirk Nowitzki kaum ein Durchkommen, auch wenn er mit 20 Punkten der Topscorer seiner Mannschaft war.

Bei den Franzosen, denen nach drei Siegen aus drei Spielen einer der ersten drei Plätze in der sechsköpfigen Vorrunden-Gruppe kaum mehr zu nehmen ist, zeigte NBA-Superstar Tony Parker eine herausragende Leistung (32 Punkte, 6 Assists).

Alle Spiele, alle Topscorer: Das EM-Roundup!

Reaktionen:

Dirk Bauermann (Trainer Deutschland) über...

... die Gründe für die Niederlage: "Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die wahrscheinlich die beste Verteidigung Europas spielt. Die Franzosen verfügen auf jeder Position über unglaubliche Athleten. Dirk Nowitzki und Chris Kaman wurden sehr physisch verteidigt. Da waren Situationen dabei, bei denen man sagen muss: Wenn Dirk beim Wurf am Ellenbogen gefoult wird, verdient er es, den Pfiff zu bekommen und an die Freiwurflinie zu gehen. Ich möchte niemanden kritisieren, aber unsere Superstars müssen besser geschützt werden."

... Frankreichs Superstar Tony Parker: "Das war eine unglaubliche Vorstellung. Mit der Form von heute ist er nicht zu stoppen."

... Dirk Nowitzki: "Er war sehr müde und brauchte eine Pause. Es hätte keinen Sinn gemacht, ihn 38 Minuten spielen zu lassen."

Dirk Nowitzki (Deutschland): "Ich hatte Probleme, zum Korb zu gehen. In der Verteidigung haben wir versucht, ein bisschen Zone, ein bisschen Mann-Mann-Verteidigung zu spielen, aber Tony Parker ist immer in die Zone gekommen. Das war eine überragende Leistung von ihm."

Steffen Hamann (Deutschland): "Ich weiß nicht, was im dritten Viertel passiert ist."

Tony Parker (Frankreich) über...

... Gegner Deutschland: "Die Deutschen haben ein großartiges Team, wir respektieren sie sehr. Sie werden weit kommen in diesem Turnier."

... Dirk Nowitzki: "Ich liebe Dirk Nowitzki, er ist der beste Spieler der Welt."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Die Mannschaften mit den erwarteten Startaufstellungen. Also mit Hamann, dessen Rücken weiterhin schmerzt.

6.: Frankreich beginnt nervös, schlechte Wurfauswahl. Nowitzki macht den Unterschied (7 Punkte), Kaman erhöht. 11:2 Deutschland.

8.: Parker dreht auf: 6 schnelle Punkte, 8:0-Lauf der Equipe. 11:10 Deutschland.

17.: Noch immer bestimmen Defense und schwache Quoten die Partie. Kaman setzt mit einem schönen Layup nach Schaffartzik-Pass ein Zeichen. Benzing erhöht mit zwei Freiwürfen. 24:17 Deutschland.

20.: Teufelskerl Parker: 9 Punkte in zweieinhalb Minuten. Aber Schaffartzik kontert mit dem Floater zum Ende des zweiten Viertels. 29:28 Frankreich.

24.: Dieser Parker! Zum Verzweifeln! Layup, Dreier, dann legt Noah mit dem Hakenwurf nach. 41:33 Frankreich.

30.: Ganz bitter: Deutschland in Schlagdistanz (39:46), doch Frankreich zündet ein Feuerwerk: 12:1-Lauf zum Ende des dritten Viertel, davon verbucht Parker 8 Punkte. 58:40 Frankreich.

35.: Jetzt wird es überdeutlich: Noah stopft mit allem, was er hat. 68:47 Frankreich.

40.: Deutschland mit Ergebniskosmetik. Frankreich gewinnt 76:65!

Der Star des Spiels: Tony Parker. Der bisherige MVP der EM filettierte die deutsche Abwehr, wie es ihm beliebte. Seine Punkte-Ausbeute nach Vierteln: 6, 9, 13, 4. Dabei ließ er sich nicht davon stören, ob das DBB-Team in der Mann- oder Raumdeckung verteidigte. Bei einem größeren Gegenspieler (Benzing, Schwethelm, Herber) zog er mühelos in die Zone, bei einem ähnlich großen oder kleineren Gegenspieler (Hamann, Schaffartzik) warf er einfach drüber. Basketball in Perfektion in Zahlen: 32 Punkte, 11/20 Würfe, 4 Rebounds, 6 Assists - bei nur 1 Turnover!

Der Flop des Spiels: Dirk Nowitzki. Von Flop zu sprechen, fällt angesichts seiner 20 Punkte schwer. Doch seine Quote (5/13) und die Art und Weise, wie Tony Parker das Duell der NBA-Superstars für sich entschied, gaben den Ausschlag. Anders als Parker fand er vom ersten Viertel abgesehen nie einen konstanten Weg zum Punkten, zumal ihm die harte Verteidigung zusetzte (9 Fouls gegen ihn).

Die Statistiken zur EM: Topscorer Tony Parker ragt heraus

Analyse: Der Beginn: ein Low-Scoring-Game vor dem Herrn. Zur Halbzeit gelang es keinem Team, die 30-Punkte-Grenze zu knacken (29:28 Frankreich).

Deutschland ließ den Franzosen am Perimeter wie erwartet viel Platz und variierte zwischen Mann- und Zonendeckung, um diese zum Dreier oder Mitteldistanzwurf zu zwingen. So gingen alle 9 Würfe des Frontcourt-Duos Noah/Diaw vorbei.

Das DBB-Team wiederum verzweifelte in der Offensive an der Körperlichkeit des Gegners. Von Kaman abgesehen konnte sich keiner in der Zone durchsetzen geschweige denn per Drive zum Korb ziehen, weil die Franzosen athletisch so überlegen waren. Heraus kamen Not-Würfe ohne Balance und Präzision (Quote: 32 Prozent).

Nach der Pause veränderte sich eine Variable - was für die Deutschen zum Verhängnis wurde. Während sie weiterhin Mühe hatten, sich Wurfpositionen zu erarbeiten, trafen die Franzosen plötzlich wesentlich beständiger.

Dies zusammen mit einem entfesselt aufspielenden Parker war eine Kombination, die die Deutschen überforderte. Als entscheidend erwies sich die Phase Ende des dritten Viertels, als Frankreichs mit einem 12:1-Run (inklusive 8-Parker-Punkten) auf 5 schnelle Schaffartzik-Zähler antwortete und davonzog (58:40).

Frankreich - Deutschland: Das Spiel im Re-Live

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