Welpen, die geschützt werden

Von Für SPOX in Siauliai: Haruka Gruber
Montag, 05.09.2011 | 09:35 Uhr
Dirk Nowitzki (r.) hatte mit Deutschland gegen Serbien das Nachsehen
© Getty
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Die Niederlage gegen Serbien sorgte für Frust bei Dirk Nowitzki und Bundestrainer Dirk Bauermann. Dennoch stellen sie sich vor die deutschen Talente. Was bleibt, sind Ratlosigkeit und eine bittere Erkenntnis: Der Vorrunden-Abschluss gegen Lettland (16.30 Uhr im LIVE-TICKER) ist rechnerisch zwar unbedeutend, dennoch könnte er sich für den DBB-Team als wichtig erweisen.

Zeit und Muße hatte er keine für die Journalisten. Mit starrem Blick voraus und leise vor sich hin murmelnd lief ein erregter Tim Ohlbrecht so zügig wie möglich durch die Mixed Zone, um die Kabine zu erreichen.

Nur wenige Momente zuvor hatte Deutschland die vierte EM-Vorrunden-Partie gegen Serbien mit 64:75 verloren. "Und das Ergebnis ist noch schmeichelhaft", sagte Heiko Schaffartzik. "Wir waren gefühlte 20 bis 25 Punkte schlechter. Man muss es so sagen: Es war ein Klassenunterschied."

Insbesondere die jüngeren Spieler verfielen ob der Unterlegenheit in eine Art Schockstarre, die die gesamte Partie anhielt und sich besonders in der Schlussphase als folgenschwer erweisen sollte.

Tim Ohlbrecht wird gerüffelt

Dirk Nowitzki, dessen Wurf ihn lange in Stich gelassen hatte, traf plötzlich die "unmöglichsten Dinger", wie es Schaffartzik ausdrückte. Und selbst Steffen Hamann versenkte zwei Dreier - seine ersten überhaupt im gesamten Sommer einschließlich der Vorbereitung.

Aus einem 44:62 wurde innerhalb von 3:34 Minuten ein 56:62, wenig später betrug der Rückstand sogar nur fünf Punkte (59:64). Daraufhin zeigte die deutsche Mannschaft jedoch eine Schwäche, die sie bereits bei der WM 2010 und bei der EM 2009 offenbart hatte.

Wenn es in die Crunchtime geht und mehr der Kopf als die Beine über Wohl und Wehe entscheiden, neigen einige Nationalspieler zum Verzagen.

Ohlbrecht, der lange engagiert zu Werke ging, unterliefen zum Schluss Fehler in der Verteidigung, was ihm einen lautstarken Rüffel von Dirk Nowitzki und Dirk Bauermann sowie die Auswechslung einbrachte: "Tim war etwas durcheinander, deswegen war es Zeit, ihn rauszunehmen", sagte der Bundestrainer.

"Mental nicht voll da"

Ohlbrecht war jedoch nicht der Einzige, dem die Nerven versagten. Philipp Schwethelm, sonst besonnen und in sich ruhend, stand von Beginn an neben sich und vertändelte drei Mal den Ball - in seinen ersten 3:19 Einsatz-Minuten.

Robin Benzing wiederum gelang es, das zweiten Viertel mit 2 Fouls und 1 Turnover zu beginnen, dabei waren erst 1:47 Minuten gespielt. Beide wurden von Bauermann umgehend ausgewechselt.

"Wir haben es nicht geschafft, mental voll da zu sein. Woran das gelegen hat, muss ich erst einmal ergründen", sagte ein ratloser Bundestrainer. "Vor allem in den letzten zwei, drei Minuten haben wir Fehler begangen, für die ich keine Erklärung habe."

Nowitzki mit Frustfoul

Es war zu befürchten, dass ein Spielmacher von der Güte eines Milos Teodosic für ähnlich großen Schaden sorgen wird wie im Spiel zuvor Frankreichs Tony Parker.

Doch dass Dusan Savanovic mit den simpelsten Spielzügen zu offenen Würfen kam und 6/7 Würfe traf, davon alle vier Dreier, dürfte den europaweit als guten Schützen bekannten Power Forward selbst überrascht haben.

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"Die Serben laufen drei-, viermal den gleichen Play und scoren. Das ist natürlich schlecht von uns gemacht", sagte Nowitzki, der während des Spiels nicht nur Ohlbrecht zurechtwies, sondern beispielsweise auch mit Hamann schimpfte.

Untypisch für Nowitzki, wie er sich 1:29 Minuten vor dem Ende zu einem unsportlichen Foul hinreißen ließ. Ob nun aus Frust über den Spielverlauf oder die Schiedsrichter, die eine gewisse Härte gegen den 33-Jährigen zuließen, sei dahingestellt.

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Keine Kritik an die DBB-Youngster

Dass Nowitzki die Schuld für die Niederlage auf sich nahm, um die Teamkollegen vor allzu heber Kritik zu schützen, ist ihm anzurechnen. "Das meiste geht auf meine Kappe. Am Anfang habe ich zwei, drei Würfe verschossen, die ich normal treffen muss. Ich habe es zu sehr forciert, das war wahrscheinlich mein Fehler", sagte der 33-Jährige.

Ähnlich milde zeigte sich Bauermann in der Bewertung seiner Talente: "Den Jungs fehlt eben noch die Erfahrung auf diesem Niveau. Wir sollten nicht über die Maßen kritisch sein. Alles in allem war es ein Spiel, mit dem wir leben können."

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Was bleibt, ist eine bittere Erkenntnis: Serbiens Leistungsträger sind nur unwesentlich älter als die deutschen Nachwuchshoffnungen. Der Starting-Backcourt besteht aus zwei 24-Jährigen (Teodosic/Milenko Tepic), Small Forward Marko Keselj ist 23, Power Forward Milan Macvan 21.

Im Gegensatz zu Ohlbrecht, Lucca Staiger (beide 23), Benzing, Schwethelm (beide 22) und Tibor Pleiß (21) sind sie aber durch den jahrelangen Ausleseprozess in Serbien und den Spielen in der Euroleague oder im Eurocup vertraut mit den Herausforderungen einer EM.

Die Deutschen hingegen - abgesehen von Bambergs Pleiß - verfügen auf diesem Niveau nur über die Erfahrung mit der Nationalmannschaft.

Selbstvertrauen tanken gegen Lettland

Immerhin: Die DBB-Auswahl bekommt zumindest in drei weiteren Spielen die Gelegenheit, an Robustheit zu gewinnen. In der Zwischenrunde geht es zunächst gegen Spanien (Mittwoch), dann warten Polen oder Türkei (Freitag) und Gastgeber Litauen (Sonntag).

Durch die Serbien-Niederlage beginnt Deutschland zwar mit null Punkten, aber je nach Tabellensituation könnten zwei Siege gegen Polen/Türkei und Litauen reichen, um ins Viertelfinale einzuziehen. Selbst ein Szenario mit nur einem Sieg ist unwahrscheinlich, aber möglich.

Um sich in entsprechender Verfassung zu präsentieren, soll der rechnerisch unbedeutende Vorrunden-Abschluss gegen das bisher sieglose Lettland dazu dienen, "Rhythmus aufzunehmen und ein Erfolgserlebnis zu feiern", sagt Bauermann.

"Der Druck des Weiterkommens ist jetzt weg. Es wird den Jungs gut tun, unbelastet aufzuspielen."

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