"Dirk lacht mich immer aus"

Von Interview: Haruka Gruber
Dienstag, 30.08.2011 | 11:30 Uhr
Chris Kaman und Dirk Nowitzki bilden den besten Frontcourt Europas
© Imago
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Er ist Deutschlands Hoffnungsträger, Dirk Nowitzkis Co-Star und der verrückteste Hund der EM. Vor dem Auftakt gegen Israel (Mi., 19.45 Uhr im LIVE-TICKER) spricht NBA-Star Chris Kaman (29) von den Los Angeles Clippers über seinen Lifestyle, seine Angstzustände und Gerüchte über einen Wechsel zu den Dallas Mavericks.

SPOX: Die Vorbereitungsphase war mit Terminen voll gepackt, unter anderem standen in zehn Tagen sechs Testspiele an. Nur am vergangenen Mittwoch bekam die Mannschaft komplett frei. Wie hat ein NBA-Star den Tag verbracht?

Chris Kaman: Mit Sightseeing. Ein Mitarbeiter der Geschäftsstelle des FC Bayern war so freundlich und hat meine Ehefrau und mich abgeholt und uns zum Schloss Neuschwanstein gefahren. Unfassbar, wie schön es ist. Ich habe gefühlt tausende von Fotos geschossen und unserem Touristen-Guide sehr gut zugehört. Mich interessiert Geschichte sehr.

SPOX: Ist Ihre Ehefrau auch in Litauen dabei?

Kaman: Nein, nur während der Vorbereitung in Deutschland. Sie war letztes Mal auch mit und ihr hat das Land sehr gut gefallen. Aber noch länger wollte sie nicht weg von der Heimat sein. Uns beiden fällt es sehr schwer, wenn wir über einen längeren Zeitraum nicht in der vertrauten Umgebung leben.

SPOX: Wie vertraut ist Ihnen bereits das DBB-Team? Hat sich etwas verändert seit 2008, als Sie zuletzt bei der Nationalmannschaft waren?

Kaman: Die Mannschaft hat ein neues Gesicht, deswegen brauchte ich eine kurze Eingewöhnungsphase, um die neuen Namen zu lernen und ein Feeling dafür zu entwickeln, wie das Team tickt.

SPOX: Und?

Kaman: Ich bin froh: Im Grunde hat sich nichts zu 2008 verändert. Ich liebe die Atmosphäre in der Kabine, dieses warme und familiäre. Wie ich damals schon sagte: Es erinnert mich an meine College-Zeit. Du hängst die ganze Zeit mit den Spielern und den Mitarbeitern des DBB zusammen und es entsteht ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl. Das fehlt mir in der NBA.

SPOX: Auch sportlich haben Sie sich bestens eingefügt. Stimmt der Eindruck, dass Sie im Vergleich zu 2008 besser auf den FIBA-Basketball eingestellt sind?

Kaman: Ich profitiere davon, dass ich mich seit Jahren jeden Sommer sehr intensiv vorbereite und jede Verletzungspause genutzt habe, um soweit es ging an meinem Spiel zu feilen. Seit 2008 weiß ich, was im FIBA-Basketball gefordert wird: In der NBA geht es athletischer und schneller zu, international hingegen muss du das Feld öffnen können und wissen, wie man sich am Korb durchsetzt, weil weniger abgepfiffen wird. Deswegen habe ich gezielt meinen Sprungwurf und meine Fußarbeit verbessert.

SPOX: Auch körperlich scheinen Sie sich anders als Dirk Nowitzki der Bestform zu nähern.

Kaman: Das ist aber auch kein Wunder. Ich konnte im letzten NBA-Jahr nur 32 Spiele machen und hatte schon im April Urlaub. Dirks Saison ging hingegen über mehr als 100 Spiele, daher sollte man unsere Situation nicht vergleichen. Am Ende würde ich dennoch gerne mit ihm tauschen - wenn ich dafür seine Championship bekomme. (lacht)

SPOX: Nowitzki zeigte trotz konditioneller Defizite ordentliche bis gute Leistungen. Wie stark schätzen Sie das DBB-Team mit Ihnen und Nowitzki ein?

Kaman: Es wird ein schwieriger Weg, deswegen möchte ich kein konkretes Ziel nennen. Nur so viel: Wir haben eine gute Chance, in Litauen etwas zu reißen.

SPOX: Sie verstehen sich sehr gut mit Nowitzki - auf und abseits des Courts. Ist es mittlerweile eine enge Freundschaft?

Kaman: Während der NBA-Saison ist es schwierig, intensiven Kontakt zu haben, und in der Pause versucht man die wenige Zeit mit der Familie zu verbringen. Dennoch versuchen wir, so viel vom anderen mitzubekommen wie möglich. Zu telefonieren ist immer etwas schwierig, aber wir schreiben uns viele SMS. Dann fragt der eine einfach nur: "What's up?" Und der andere erzählt dann, wie es ihm geht oder wie es mit der Mannschaft läuft. Und wenn die Mavericks in L.A. spielen, kommt er rüber in mein Haus zum Abendessen und wir haben eine gute Zeit. Daher genieße ich es auch, in diesem Sommer endlich wieder mit ihm auf dem Court zu stehen.

SPOX: Wie sah der Entscheidungsprozess aus, an der EM teilzunehmen? Sie sagten sofort zu, nachdem Nowitzki grünes Licht gab. Entsprechend waren Sie früher informiert als alle anderen?

Kaman: Nein, nein. Da ging es mir genauso wie Euch deutschen Sportjournalisten. (lacht) Ich habe ebenfalls abgewartet, was er nach seinem Urlaub sagt. Als er sein Okay gab, war mir sofort klar, was ich zu machen habe. Nichtsdestotrotz fällt es mir nicht so leicht, mich für einen Sommer zu verpflichten. Ich vermisse meine Frau, mein Haus. Das alles ist sehr schwierig. Aber dass Dirk dabei ist, macht einen großen Unterschied.

SPOX: Sie sind ein komischer Kauz, das bestätigen alle Mitspieler. Nowitzki hingegen der normalste Sportstar, den man sich vorstellen kann. Wie funktioniert das?

Kaman: Ach, so unterschiedlich sind wir gar nicht. Ich bin einfach ein Typ, der ein bisschen anders tickt als viele andere, und das weiß Dirk zu schätzen.

SPOX: Kennt Nowitzki Ihre unfassbaren Videos, die im Internet geistern?

Kaman: Er kennt sie alle - und dann lacht er mich immer aus. Bei uns wird es nie langweilig. (lacht)

SPOX: Einer Ihrer spektakulären Clips ist vom Sommer letzten Jahres, als Sie in Ihrer Heimat in Michigan Feuerwerk in Wert von 10.000 Euro anzündeten. Es sah aus wie eine Mischung aus Jackass und dem Film "Armageddon". Stimmt es, dass das Feuerwerk nicht ganz legal erworben wurde?

Kaman: Das ist wahr, leider. Wegen der Feuerwerks-Sache kam ich in richtige juristische Schwierigkeiten drüben in den Staaten. Von daher muss ich aufpassen, was ich dazu sage, dass das Video aus "Youtube" rausgenommen wurde.

SPOX: War es der Spaß wert?

Kaman: Weil das Aufnahmegerät läuft: nein.

Hier geht's zu Teil II: Kaman über Angstzustände, den Lockout und einen Mavs-Trade

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