Alba Berlin: Ein Sieg der Energie

SID
Freitag, 03.06.2011 | 15:28 Uhr
Zwischen Berlin und Bamberg kommt es zum Traumfinale in der BBL
© Getty
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Das Traumfinale ist perfekt. Nach einer Engergieleistung hat der einstige Serienmeister Alba Berlin das entscheidende fünfte Spiel der Best-of-five-Serie gegen die Frankfurt Skyliners für sich entschieden und folgte damit Titelverteidiger Brose Baskets Bamberg ins Endspiel.

Für einen kurzen Moment hielt Sven Schultze inne. Einen Sekundenbruchteil vor dem Ende des dritten Viertels im entscheidenen fünften Spiel des Play-off-Halbfinals setzte der Power Forward von Alba Berlin zum Drei-Punkte-Wurf an.

Als sich der Ball nach einer gefühlten Ewigkeit in den Korb gesenkt hatte, gab es bei den Albatrossen kein Halten mehr. Wild gestikulierend rannte Schultze zur Berliner Bank, wo sich seine Kollegen jubelnd auf ihn stürzten. Beim Anhang und den Spielern des Gegners Frankfurt Skyliners senkten sich dagegen ernüchtert die Köpfe.

Frankfurt muss Berliner stärke Anerkennen

Der Treffer zum zwischenzeitlichen 65:48 war der Schlüsselmoment in einem umkämpften Spiel, das die Albatrosse am Ende deutlich mit 87:68 (45:36) gewannnen. Dank einer Energieleistung steht der einstige Serienmeister im vermeintlichen Traumfinale der BBL gegen Titelverteidiger Brose Baskets Bamberg.

Genau mit diesen Tugenden hatten sich die Frankfurter zweimal gegen Alba durchgesetzt. "In Spiel vier haben wir sie mit unserem Willen geschlagen. Heute ist Berlin das mit uns gelungen. Bei einem Spiel fünf geht es nicht darum, was sie oder wir tun, es geht nur um Einsatz, Energie und Willen. Da waren sie heute einfach besser als wir", sagte Frankfurts Trainer Gordon Herbert, dem die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben stand.

Fast symbolisch zur Frankfurter Gemütslage wirkte auch der emotionale Abschied des 122-maligen Nationalspielers Pascal Roller, der nach elf Jahren im Skyliners-Trikot seine Karriere beendet und die bittere Niederlage nicht verhindern konnte.

An ihr hatte auch der amtierende MVP DaShaun Wood seinen Anteil. Der Amerikaner fand nie in die Partie und erwischte einen rabenschwarzen Tag. Er kam auf eine magere Ausbeute von neun Zählern.

Berlin: "Es ging um Energie"

Bei den Berlinern ließ sich die mannschaftliche Geschlossenheit dagegen auch auf dem Scoreboard ablesen. Yassin Idbihi (16), Derrick Allen (15), der an alter Wirkungsstätte eine starke Leistung zeigte, Julius Jenkins (11) und Heiko Schaffartzik (10) trafen jeweils zweistellig.

"Vor dem Spiel habe ich meiner Mannschaft gesagt, dass es heute nicht um spielerische Qualität, sondern einzig und allein um unsere Energie geht. Vor allem unsere Veteranen haben heute stark gespielt. Ich will mich bei den mitgereisten Fans, meinen Spielern und meinen Assistenztrainern, die für mich eher wie Partner sind, bedanken", sagte Alba-Coach Muli Katzurin.

Dank der Fans schwer zu schlagen

Es war das Ende einer kuriosen Serie, die in die Geschichte der Bundesliga eingehen wird. Noch nie hatte sich in einer best-of-five-Serie in allen fünf Spielen das Auswärtsteam durchgesetzt.

Am Sonntag (15.45 Uhr im LIVESCORE) kommt es in Oberfranken zum ersten Finalspiel zwischen Bamberg, das im zweiten Halbfinale die Artland Dragons Quakenbrück mit 3:2 ausschaltete, und dem Team aus der Hauptstadt.

Für die Hausherren ist die Marschroute klar. "Wir wollen natürlich unseren Titel erfolgreich verteidigen. Wir haben Heimrecht. Mit solch überragenden Fans im Hintergrund wird es schwer, uns hier zu schlagen", sagte Bambergs Flügelspieler Karsten Tadda.

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