Samstag, 28.08.2010

Basketball-WM: Deutschland - Argentinien 74:78

DBB-Team verspielt die Überraschung

Die deutsche Nationalmannschaft hat eine Sensation knapp verpasst. Zum WM-Auftakt setzte es gegen den haushohen Favoriten Argentinien eine hauchdünne 74:78-Niederlage.

Schaffartzik, Benzing und Co. können voller Selbstvertrauen in die nächsten Spiele gehen
© Getty
Schaffartzik, Benzing und Co. können voller Selbstvertrauen in die nächsten Spiele gehen

Im türkischen Kayseri war auf Seiten der Deutschen Demond Greene (20 Punkte) der Topscorer. Für Argentinien traf Carlos Delfino von den Milwaukee Bucks (27) am besten.

Nächster deutscher Gegner ist bereits am Sonntag Vize-Europameister Serbien (17.45 Uhr im LIVE-TICKER), das sein Auftaktspiel gegen Angola mit 94:44 für sich entschied.

Gegen das DBB-Team werden die Osteuropäer aber weiter auf ihre beiden besten Spieler, Milos Teodosic und Nenad Krstic, verzichten müssen, die nach einer Schlägerei in einem Testspiel in Griechenland gesperrt wurden

Der WM-Spielpan: Alle Spiele, alle Gruppen, alle Topscorer!

Der SPOX-Spielfilm:

9.: Ohlbrecht - Wichtiger Dreier von der Birne. 16:16.

10.: Der tut weh: Quinteros mit einem Dreier, dann führt Günthers Katastrophenpass zu Fastbreak-Punkten, erneut vom Delfino-Backup. Ärgerlich, so kurz vor der Viertelpause. 23:18 Argentinien.

14.: Delfino läuft heiß. Erst ein Dreier, dann ein klasse Assist. 30:22 Argentinien.

16.: Jagla, Delfino, Benzing, alle von Downtown. Nur noch 36:32 Argentinien.

20.: Schaffartzik wirft nur Backsteine, nimmt dennoch einen wilden Dreier - und trifft! 39:38 Deutschland.

25.: Bitter: Wildes Durcheinander, der Ball landet irgendwie bei Delfino, der mit Foul trifft. 54:39 Argentinien.

29.: Deutschland wackelt. Delfino for three, 22:3-Lauf der Südamerikaner. 63:49 Argentinien.

32.: Schaffartzik macht das Spiel schnell und steckt durch zu Harris - Dunk. 67:58 Argentinien.

36.: Gibt's das? Hamann trifft einen Midrange-Jumper. Und Jagla legt einen Dreier nach! Nur noch 68:66 Argentinien.

40: Umstrittener Foulpfiff gegen Ohlbrecht, dann unterläuft ihm auch noch ein Turnover. Wie schade! 75:74 Argentinien. Noch 11 Sekunden.

40.: Hamann verdaddelt 9 Sekunden vor dem Ende beide Freiwürfe! Das war's! Deutschland verliert am Ende mit 74:78.

Aufgeführt sind alle Spieler mit fünf oder mehr Minuten Spielzeit
Aufgeführt sind alle Spieler mit fünf oder mehr Minuten Spielzeit

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Der Star des Spiels: Demond Greene. Steckte in einem amtlichen Formtief (3 von 16 Würfe in den letzten drei Testspielen) - aber pünktlich zur WM in formidabler Verfassung. Hielt mit 7 Punkten in den ersten Minuten Deutschland im Spiel und verteidigte derart effektiv seinen Gegenspieler Delfino, dass dieser entnervt auf die Small-Forward-Position auswich. Dass Greene quasi mit dem Halbzeitpfiff den Dreier zum 42:39 einnetzte, war kein Zufall. Argentinien gewann vor allem dank der Star-Power (Delfino/27 Punkte, Scola/20 Punkte) - aber eben leider auch dank Greene. Sein Ballverlust kurz vor Schluss war bitter und ein Makel auf einer ansonsten tadellosen Leistung.

Der Flop des Spiels: Pablo Prigioni. Gilt nach wie vor als einer der besten Point Guards des internationalen Basketballs. Aber auch am 33-Jährigen nagt der Zahn der Zeit. Anfangs noch spazierte er durch die deutsche Zone und gab Zuckerpässe, aber schon im zweiten Viertel war nur noch wenig von ihm zu sehen. War am Ende mehr damit beschäftigt, den aggressiven Hamann von seinen Drives abzuhalten.

Analyse: Die junge deutsche Mannschaft begann wie erwartet nervös, doch anders als noch bei der EM vermied sie es, gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner für einige Minuten zu resignieren.

Die Angriffe wurden von wenigen Ausnahmen (und dummen Offensivfouls) abgesehen durchgespielt, defensiv gab vor allem Greene den Ton für das restliche Team vor. Hamann beispielsweise hatte anfangs große Mühe mit Weltklasse-Spielmacher Prigioni (5 Assists), bekam ihn und seine Pick'n'Rolls mit Scola und Oberto (11 Punkte) jedoch zunehmend besser in den Griff.

Nach der Pause aber verlor Deutschland die Linie. Statt Systeme zu laufen gab es überhastete Würfe - und auch in der Verteidigung schlichen sich Nachlässigkeiten ein. Vor allem der in der ersten Halbzeit noch schwache Scola kam in der Zone zu leichten Punkten.

Was Mut macht: Im vierten Viertel kehrte das DBB-Team mit einer Umstellung (Small Ball mit Schaffartzik als Shooting Guard) zurück zu alter Entschlossenheit und hätte mit etwas mehr Fortune und Geschick ein Comeback gegen die Weltmacht im Basketball schaffen können.

Das gesamte Spiel zum Nachlesen im SPOX-TICKER!

Haruka Gruber / Philipp Dornhegge

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