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Fecht-WM: Kleibrink scheitert - deutsches Team ohne Einzelmedaille

SID
Auch Benjamin Kleibrink ist bei der Fecht-WM im Einzel leer ausgegangen.
© getty

Benjamin Kleibrink ist als letzter deutscher Hoffnungsträger auf eine Einzelmedaille bei der Fecht-WM gescheitert. Der Fokus liegt nun auf den Teamwettbewerben.

Benjamin Kleibrink atmete tief durch, ehe er seinem Gegner gratulierte und anschließend mit versteinerter Miene verschwand.

Mit dem Ausscheiden des Peking-Olympiasiegers am dritten Entscheidungstag der Fecht-WM in Budapest zerschlugen sich die letzten deutschen Hoffnungen auf eine Einzelmedaille.

Die Mannschaftswettbewerbe sollen dem Deutschen Fechter-Bund (DFeB) nun das erhoffte Edelmetall bringen - und wichtige Punkte für die Olympia-Qualifikation.

Kleibrink scheitert an Son Young Ki

Kleibrink präsentierte sich gewohnt emotional, beim 9:15 im Achtelfinale gegen den Südkoreaner Son Young Ki war allerdings Schluss für den letzten deutschen Florettfechter.

Nach dem 15:9 gegen Teamkollege Peter Joppich (Koblenz) lieferte er sich in der zweiten Runde ein umkämpftes Duell mit dem WM-Dritten von 2018, Heo Jun aus Südkorea - der Treffer zum 12:11 im Sudden Death sicherte Kleibrink den Platz unter den letzten 16. Zum zweiten WM-Edelmetall im Einzel nach Bronze 2007 fehlte dann aber doch ein Stück.

Immerhin: Nach Platz 25 und 55 in den vergangenen beiden Jahren schaffte Kleibrink in diesem Jahr auf der großen WM-Bühne den Weg zurück in Spitze. Dass der 33-Jährige noch immer das Potenzial für das Podest besitzt, hatte er bei seinem dritten Platz im Weltcup vor zwei Monaten unter Beweis gestellt - in Budapest knüpfte er aber nicht konstant an diese Leistung an.

Säbel-Europameister greifen nach Medaille

Für erfreuliche Nachrichten sorgten am Samstag die Säbel-Europameister um Max Hartung. Durch Siege gegen Venezuela (45:31) und Kanada (45:42) zog das deutsche Vorzeigeteam ins Viertelfinale ein, am Sonntag greifen Hartung, Benedikt Wagner, Matyas Szabo (alle Dormagen) und Björn Hübner-Fehrer (Werbach) nach der ersten deutschen WM-Medaille.

Und: Die gute Ausgangsposition im Kampf um Olympia soll ausgebaut werden. Die Degendamen um die EM-Dritte Alexandra Ndolo (Leverkusen) unterlagen dagegen Italien 28:29 und verpassten die Runde der letzten Acht.

Auch Florett-Herren haben Chancen

Die Florett-Herren rechnen sich ebenfalls etwas aus. Kleibrink und Co. gehören nach ihrem Silber-Coup bei der EM in Düsseldorf unweigerlich zum erweiterten Favoritenkreis auf die Medaillen. Auf Platz elf der Weltrangliste steht dazu die Tür zu den Olympischen Spielen weiter offen.

Im Einzel am Samstag enttäuschten die restlichen Florettfechter allerdings. Nachdem das Quartett geschlossen ins Hauptfeld eingezogen war, lichteten sich nach nur einer Runde die Reihen rapide. Joppich scheiterte an Kleibrink, Andre Sanita (Bonn) blieb gegen Olympiasieger Daniele Garozzo aus Italien chancenlos (10:15) und Luis Klein (Tauberbischofsheim) verlor gegen den Ungarn Daniel Dosa (12:15).

Ähnlich erging es Säbel-Spezialistin Anna Limbach (Dormagen), die durch das 14:15 gegen die Weltranglistensechste Cecilia Berder aus Frankreich in Runde zwei ausschied. Lea Krüger (Dormagen) und Julika Funke (Künzelsau) waren bereits in ihren Auftaktduellen gescheitert.

Im Teamwettkampf am Montag stehen die Fechterinnen bereits unter Druck. Für Tokio im kommenden Jahr werden dringend Punkte benötigt.

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